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Sturmschäden : Zu wenig Geld für den Küstenschutz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Land hat zwei Millionen Euro für den Küstenschutz zugesagt, das ist den Noerern zu wenig/ Nicht angeleinte Hunde werden zum Problem

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2017 | 07:46 Uhr

Noer | „Die Gemeinde Noer ist eine der schönsten Gemeinden an der Ostsee“, so Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU) auf der Internetseite ihrer Gemeinde. Ein schönes Stück Strand, ein Netz an Reit- und Wanderwegen, Campingplätze, die Jugendbildungsstätte im Schloss, Restaurants und ein Fahrradverleih bieten den Gästen gute Voraussetzungen für ihre Erholung. Um die touristische Infrastruktur zu erhalten und auszubauen, braucht es eine Menge Engagement, lange bevor die neue Badesaison beginnt.

Der Umwelt- und Tourismusausschuss Noer beschäftigte sich in seiner Sitzung am Donnerstag vor allem mit zwei Problemfeldern. So hat das Sturmtief Axel am 7. Januar am Strand der Gemeinde Noer eine Menge Schaden angerichtet. Am 9. Februar gab es einen Ortstermin mit Reinhard Meyer vom Landesbetrieb für Küstenschutz. „Wir haben einen großen Teil des Lehmkerns verloren. Das Fließ ist weggespült“, so der Vorsitzende des Umwelt-und Fremdenverkehrsausschusses Stefan Polte (WIN). Mit einer finanziellen Förderung durch das Land kann die Gemeinde nicht rechnen. Das stark beschädigte Bauwerk gilt zwar als Küstenschutzmaßnahme, nicht aber als Deich. Gefördert werden nur Deiche – und weil das Geld nicht reicht – nur beschädigte Deiche hinter denen Menschen leben oder sich Gewerbe befindet. Der in der Gemeinde Noer von der Ostsee bedrohte Campingplatz und das Restaurant „Seerose“ zählen nicht dazu. Der Vorteil für die Gemeinde ist, dass sie selbstständig reparieren darf, vorbehaltlich der Zustimmung durch die Untere Naturschutzbehörde. Die Zustimmung ist kein Problem, solange die Vögel noch nicht brüten. Wer Geld vom Land will, braucht in der Regel ein Gutachten, dessen Kosten die Gemeinde zu tragen hat. Abgesehen davon hat „Axel“ weit mehr Schäden angerichtet als mit den zwei Millionen Euro, die das Land zur Verfügung stellt, repariert werden könnten. „Zwei Millionen Euro für den Küstenschutz – Das ist ein Witz.“, so die Bürgermeisterin. Weil bis zum Beginn der Brutsaison kein Nachtragshaushalt mehr auf den Weg zu bringen ist, soll zunächst das Nötigste, mit den 5000 Euro, die für Küstenschutzmaßnahmen ohnehin im Haushalt 2017 vorgesehen sind, mit Mitteln des Camper-Vereins und mit großen Steinen von mindestens 300 Kilogramm Gewicht, repariert werden. Darauf verständigte sich der Ausschuss am Donnerstag. Darüber hinaus soll ein Nachtragshaushalt auf den Weg gebracht werden, sodass im Herbst weitere Küstenschutzmaßnahmen in Angriff genommen werden können, rechtzeitig vor dem nächsten Sturm, so hoffen die Kommunalpolitiker.

Im Gegensatz zu den Sturmschäden sind die anderen Probleme, mit denen die Gemeinde zu kämpfen hat, menschengemacht. Gäste halten sich nicht an Begrenzungen und Verbote am Strand. So benutzen Surfer auch Strandabschnitte, die nur für den Badebetrieb freigegeben sind und gefährden dadurch Badegäste. Hundebesitzer leinen ihre Hunde nicht an und benutzen auch Strandabschnitte, die nicht für Vierbeiner vorgesehen sind. Im letzen Jahr wurde sogar der Strandranger von einem nicht angeleinten Hund angegriffen. Gruppen von Jugendlichen feiern mit viel Alkohol Strandpartys und lassen Glasscherben zurück. Schwarze Schafe unter den Hundebesitzern verhalten sich nicht nur am Strand rücksichtlos gegenüber ihren Mitbürgern. Wenn sie ihre Hunde von der Leine lassen, hetzen sie Schafe und Wildtiere. Voriges Jahr wurden zwei Schafe gerissen. Hunde verkoten Wanderwege ebenso die Wiesen, die als Tierfutter dienen sollen. Bürgermeisterin Sabine Mues (CDU) wies drauf hin, dass solche Ordnungswidrigkeiten Bußgelder bis zu 10  000 Euro nach sich ziehen können und rief die Bürger dazu auf, „dem Ordnungsamt zuzuarbeiten.“ Es müsse wehtun und sich herumsprechen, dass die bestehenden Gesetze durchgesetzt würden, so die Bürgermeisterin. Nur dann werde sich etwas ändern.



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