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Rettung für den See : Zu viele Nährstoffe bedrohen das Ökosystem See

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schritt für Schritt will die Gemeinde die Wasserqualität des Holtsees verbessern

Die Badewasserqualität des Holtsees ist nach Messungen des Kreisgesundheitsdienstes in dieser Saison, bis auf eine Messung im Juni, sehr gut. Das berichtete Christian Kühme (HWG) auf der jüngsten Sitzung des Holtseer Bauausschusses. „Wir sehen, dass See und Badestelle sehr gut angenommen werden“, so Kühme. Bei den Messungen wird die bakterielle Belastung gemessen. Das Hauptproblem sei jedoch der zu hohe Nährstoffeintrag über Regen und Oberflächenwasser. Für Badende zwar unbedenklich, ein zu hoher Nährstoffgehalt führe jedoch zu starkem Algenwachstum, das Badewasser wird trüb. Außerdem entsteht ein Licht- und Sauerstoffmangel im Wasser für Pflanzen und Fische. Ziel sind ein artenreicher, heimischer und gesunder Fischbestand im See sowie der Schutz und die Erholung der Gewässerfauna und -flora. Dazu hat die Gemeindevertretung ein Zehn-Punkte-Konzept beschlossen und eine Projektgruppe mit der Umsetzung beauftragt. Deren Arbeit komme gut voran, so Kühme. So soll unter anderem eine Pufferzone entstehen, um die Einträge in den See zu minimieren. Verhandlungen über den Ankauf von Flächen würden derzeit vom Amt Hüttener Berge geführt werden. Zudem ist geplant, ab 2016 die Maht der Seewiesen abzufahren, um weitere Nährstoffeinträge zu vermeiden. Außerdem soll das Sediment des Sees untersucht, die Kanalisationsleitungen saniert und eine sinnvolle Fischbewirtschaftung umgesetzt werden. Eine Entscheidung bezüglich der Umsetzung der Empfehlungen aus der Fischbestandsaufnahme erfolgt im Winter.

Weiteres Thema war die Biogasanlage Trömbek. Diese soll einen weiteren Motor mit einer Leistung von 800 Kilowatt erhalten. Derzeit sind 717 Kilowatt vorhanden. „Wenn die Nachfrage steigt oder Sonne und Wind fehlen, kann so die Leistung gesteigert werden, um bedarfsgerecht Strom zu produzieren“, erläuterte Volkert Wandrowsky, bürgerliches Mitglied des Ausschusses. Der Staat fördert dies zurzeit mit einer Flexibilitätsprämie. „Stromerzeugung aus Biogas ist mit ausreichend Gasspeicherkapazität regelbar. Dies ist bei Wind- und Sonnenenergie nicht möglich“, so Wandrowsky. Außerdem würden durch den besseren Wirkungsgrad des neuen Motors der Futterverbrauch und damit auch die Rücktransporte der Substrate geringer und die Straßen der Gemeinde weniger belastet werden. Die Anlage darf 680 Kilowatt im Durchschnitt des Jahres produzieren. Daran ändere sich auch durch den zusätzlichen Motor nichts, betonte Wandrowsky. Der Bauausschuss empfahl der Gemeindevertretung, einen Durchführungsvertrag mit den Änderungen zu genehmigen.

Derzeit befindet sich die Kanalisation im Harzhofer Weg in einem Hang. Eine Verlegung der Leitungen in den Straßenkörper würde sich nach Ansicht des Ausschusses nur lohnen, wenn auch die Straße erneuert würde. Da deren Zustand aber laut Straßenkataster gut bis ausreichend ist, empfahl der Ausschuss, eine vorläufige Sanierung der Schmutz- und Regenwasserkanalisation im Hang am Harzhofer Weg für etwa 30  000 Euro sowie die Behebung der Schadensklassen vier und fünf im Gemeindegebiet im Jahr 2016 einzuplanen. Die Kosten werden auf etwa 228  000 Euro geschätzt.

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