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Stiftungserträge werden immer schmaler : Zinskrise: DLRG-Stiftung kämpft um höhere Erträge

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Vermögen der DLRG-Stiftung in Höhe von 123 000 Euro zist u gering, um in der Niedrigzinsphase auskömmliche Erträge zu generieren. Die DLRG setzt jetzt vermehrt auf Fundraising.

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erstellt am 25.Jan.2016 | 06:53 Uhr

Eckernförde | „Auch uns geht in der DLRG-Stiftung Schleswig-Holstein das Geld aus“, beklagt Thies O. Wolfhagen, Geschäftsführer des DLRG-Landesverbandes Schleswig-Holstein mit Sitz in Eckernförde. „Wenn man auf die dauerhaft niedrigen Zinserträge unseres Stiftungskapitals schaut, entsteht Sorge hinsichtlich der Lebens- und Leistungsfähigkeit unserer Stiftung. Alle Förderungen, die unsere Stiftung für gemeinnützige Zwecke leistet, kann sie nur aus den Zinserträgen und aus Spenden realisieren“, so Wolfhagen weiter.

Wie alle Stiftungen im Land leidet auch die DLRG-Stiftung Schleswig-Holstein unter dem seit langer Zeit anhaltenden Zinstief. Besonders etablierte Stiftungen mit laufenden Kosten und kontinuierlichem Fördervolumen etwa für langfristige Projekte stellt diese Situation vor große Herausforderungen, wenn nicht sogar Existenzgefährdungen. „Jede fünfte wohltätige Einrichtung in Schleswig-Holstein steht vor dem Aus – und damit gerät das Gemeinwohl in Gefahr“, so Wolfhagen.

Die DLRG-Stiftung Schleswig-Holstein ist eine vergleichsweise junge Stiftung und auch noch im Aufbau begriffen. Trotz aller Schwierigkeiten auf dem Finanzmarkt hatte sich der DLRG-Landesverband 2011 dazu entschieden, eine Stiftung zu gründen: „Unsere Stiftung steht für Nachhaltigkeit in der Förderung der DLRG-Arbeit in Schleswig-Holstein und ist gleichzeitig ein deutliches Signal: Die DLRG, die rein ehrenamtlich ihre Arbeit leistet, kann auf engagierte Unterstützer und Partner vertrauen. Spenden und Zustiftungen sichern neben den Jahresbeiträgen unserer eigenen Mitgliedern unsere tägliche Arbeit“, erläutert DLRG-Vizepräsident Kai Jacobsen und stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates. Dem von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC beschriebenen Trend, wonach deutsche Stiftungen zur Ertragsoptimierung höhere Risiken eingehen, stellt sich die DLRG entgegen: „In Zusammenarbeit mit der Stiftergemeinschaft der Förde Sparkasse versuchen wir natürlich stets, das Kapital zu vermehren, haben uns aber sehr bewusst gegen eine riskante Anlagestrategie entschieden, um vermeintlich höhere Zinserträge zu generieren. Unser wichtigstes Ziel ist und bleibt der Vermögenserhalt auch im Sinne unserer Stifter“, so Jacobsen.

Die DLRG-Stiftung hatte Ende 2015 ein Kapitalvolumen von 123  000 Euro erreicht. Ein Stiftungsvermögen, das bei der aktuellen Verzinsung eigentlich nicht ausreicht, um den Stiftungszweck nachhaltig zu erfüllen. Die DLRG hat reagiert: „Wir haben uns dazu entschieden, der schlechten Ertragssituation auf den Finanzmärkten mit einem regen Fundraising, also dem aktiven Einwerben von Spenden und externen Finanzmitteln zu begegnen. Auf der einen Seite bemühen wir uns um engagierte Bürger, die an uns spenden oder stiften. Ein weiteres Standbein ist aber auch ein stetiges Einwerben von Geldauflagenzuweisungen, sprich Bußgeldern bei Gerichten und Staatsanwaltschaften. Weitere Projekte, wie zum Beispiel eine Pfandspendenaktion mit verschiedenen Edeka-Märkten runden unsere Bemühungen ab“, berichtet Thies O. Wolfhagen.

Die DLRG ist in Schleswig-Holstein in rund 100 Ortsgruppen und mit knapp 30  000 ehrenamtlichen Mitgliedern aktiv.

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