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Eckernförder Zeitung

20. August 2017 | 18:09 Uhr

Zielgerade oder Warteschleife?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Zielgerade oder weiter Warteschleife? Die „Machtverhältnisse“ in der Ratsversammlung deuten in Sachen Kino-Standortentscheidung auf Letzteres hin. Die beiden CDU- und SPD-geführten „Blöcke“ pro (11 Stimmen) und contra (12) Skaterpark und damit der schnellsten realisierbaren Lösung für einen kombinierten Kino- und Verbrauchermarktneubau neutralisieren sich. Eine Mehrheit für den Standort Schulweg gibt es derzeit nicht. Es sei denn, einzelne Abgeordnete scheren aus oder das vierstimmige Bürger-Forum parkt seine verwegene Kino-Stadthallen-Vision in der politischen „cloud“, findet zur Bodenhaftung zurück und entscheidet sich zwischen Schulweg und Bahnhof. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Schulweg sofort und der Bahnhof – wenn überhaupt – erst in unabsehbarer Zeit für einen Kino-Neubau zur Verfügung steht.

Dass das Gelände rund um den Bahnhof ein Sanierungsfall ist, ist unbestritten. Ein ungeschliffener Diamant, der auf die politische Agenda gehört. Die Neugestaltung des Bahnhofsgeländes mit allen Schikanen ist aber nicht mal eben so zu machen, weil dort viele Zuständigkeiten und unterschiedliche Konzepte aufeinander prallen und im Zweifel zu Konflikten führen. Ganz abgesehen von den Kosten, die so ein Mammutprojekt verschlingen würde. Daher sollte das Thema Kino von diesem Großprojekt abgekoppelt werden, weil es keinen zeitlichen Puffer mehr gibt: Es muss jetzt entschieden werden, und darf nicht im Gewirr unterschiedlicher Konzeptvorschläge zerrieben werden.

Und auch das sei gesagt: Der Bahnhof ist als Kinostandort seit Monaten passé. Das hat die Ratsversammlung nach der frechen Kaufpreisforderung der Bahn in Höhe von 900  000 Euro für das Bahnhofsgebäude und dem Scheitern der Verhandlungen einvernehmlich so entschieden. Jetzt plötzlich – wo der Skaterpark als Kino-Standort beschlussreif und konfliktfrei auf dem Silbertablett liegt –, die Forderung zu erheben, noch einmal an die Bahn heranzutreten und einen finalen Versuch einer Einigung zu unternehmen, kommt einfach zu einer Unzeit. Diese Nachverhandlung, die zur Klärung der Fronten und letzten Zweifel im Prinzip sinnvoll gewesen wäre, hätte viel früher erfolgen müssen und wäre im Handumdrehen zu erledigen gewesen.

So aber könnte der Eindruck entstehen, das man das gar nicht wollte und jetzt nur den Skaterpark als Standort verhindern möchte, ohne aber eine echte Alternative vorweisen zu können.

Die Berufung des Planungs- und Gestaltungsbeirats hat sich für die Stadt schon jetzt gelohnt. Die fünf Fachleute aus Lübeck, Flensburg und Hamburg haben bei aller Klarheit in ihren Aussagen inzwischen auch die Farbe Grau entdeckt und dirigieren ihre Sitzungen inzwischen mit spürbar mehr Taktgefühl. Davon profitieren die örtlichen Architekturkollegen, die Bauherren, die Stadt und ihre Bürger.

Und Mango’s Strandhotel wird nun gemeinsam über die letzten ästhetischen Hürden gehievt.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 06:08 Uhr

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