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Bepflanzungskonzept : Ziegler besänftigt Konzeptkritiker

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler hat das neue Bepflanzungskonzept von B76-Rabatten und Bürgerpark vorgestellt und dabei die Kritiker im Umweltausschuss überzeugt.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2015 | 05:48 Uhr

Eckernförde | Das Bepflanzungskonzept an der B 76 und im Landratspark (Bürgerpark) ist bei vielen Bürgern auf Unverständnis gestoßen: Warum werden auf Höhe des Südstrandes die Rosen aus den Rabatten an der Bundesstraße gerissen und dafür Sand aufgefüllt und Strandhafer gepflanzt? Und wieso wird die Wiese im Bürgerpark nicht öfter gemäht und keine blühenden Sträucher oder Stauden gepflanzt? Letzteres trieb auch die CDU um, die im Umweltausschuss am Donnerstagabend einen entsprechenden Antrag stellte. Doch es kam ganz anders.

Vater des neuen Bepflanzungskonzeptes ist der Diplom-Ingenieur für Landschaftsarchitektur Rüdiger Ziegler. Er steht der Stadtgärtnerei und dem städtischen Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung, Michael Packschies, ehrenamtlich mit seiner Fachexpertise zur Seite. Ziegler ging auf die von vielen Bürgern gestellten Fragen ein: „Die Rosenbeete sind abgängig, weil der Salzgehalt des Bodens sehr hoch ist.“ Ein Grund dafür sei das Streusalz im Winter. „Und es gibt nicht viele Pflanzen, die Salz vertragen.“ Wegwarte und Hauhechel gehörten dazu, aber auch Goldrute, Blauhelm und Moschusmalve. Und genau diese werden in der neuen Dünenlandschaft in den Rabatten angepflanzt. Zwei Ziele sollen damit erreicht werden: „Zum einen kann Zeit und Personal eingespart werden, zum anderen soll der Besucher schon gleich aufs Meer eingestimmt werden.“ Dabei werde der Sand durch die sich ausbreitenden Pflanzen noch weiter gebunden. Es habe viele positive Reaktionen gegeben. Laut Michael Packschies auch von einem Abteilungsleiter aus dem Umweltministeriums in Kiel, der das Konzept als Vorbild für andere Kommunen in Betracht ziehe.

Auch die Linden in dem Bereich leiden, allerdings nicht unter dem Sand an der Oberfläche: Direkt unter ihnen verläuft eine Druck-Abwasserleitung, die in Sand gelegt wurde. Schon bei der Pflanzung hat es Zweifel gegeben, ob die Bäume sich behaupten können. Noch einmal betonte Rüdiger Ziegler, dass in diesem Bereich nicht – wie schon einmal in einem Leserbrief angedeutet – Gift gespritzt werde. Die Rabatten am Südstrand sind eine Art Versuchsballon: „Wenn’s funktioniert, soll das Konzept fortgesetzt werden.“ Und zwar überall dort, wo in den Rabatten an der B 76 Rosen abgängig sind.

Beim Bürgerpark überraschte Rüdiger Ziegler mit der Artenvielfalt der dort ansässigen Pflanzen: Krokusse, Märzbecher, Schneeglöckchen und Blausterne, Goldhahnenfuß und Wiesenschaumkraut, Glockenblumen, Hohe Waldprimeln, Frauenmantel, Wasserdost und Waldlattich. Viele bieten die Nahrungs- oder Brutgrundlage für Insekten. Zu früh dürfe die Wiese nicht gemäht werden, um einigen Pflanzen wie dem Wiesenschaumkraut die Chance zu lassen, sich zu vermehren, stattdessen sollten einige Trampelpfade eingesät werden, weil sie kein schönes Bild abgeben. In diesem Jahr hatten Pflanzen wie Ackersenf und Raps für Unmut gesorgt. „Die Firma, die den Weg bearbeitet hat, hat Erde von einem Acker zum Auffüllen genommen“, erklärte Ziegler. „Da waren diese Pflanzen drin. Aber Ackerkräuter können sich auf einer Wiese nicht halten. Nächstes Jahr hat sich das Problem erledigt.“ Das Konzept benötige etwa drei Jahre, um zu fruchten. Dabei sollen noch Infotafeln und ein Insektenhotel aufgestellt werden und noch Farne und Blumen gepflanzt werden. Die Parkfläche werde auf absehbare Zeit bunter.

Michael Packschies schlug vor, dem Park und seinen Pflanzen noch Zeit zur Entwicklung zu geben und im kommenden Jahr eine Begehung vorzunehmen. Dem stimmte auch die Fraktionsmitglieder der CDU zu, die ihren Antrag auf Verschönerung und häufigeres Rasenmähen zurückzog.

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