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Eckernförder Zeitung

18. November 2017 | 09:47 Uhr

Zeugin: „Kriminelle Sachen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 03.Apr.2014 | 13:04 Uhr

Am zweiten Prozesstag hat das Schöffengericht gestern zwei Zeugen geladen, darunter die Noch-Ehefrau des Angeklagten. Einem 31-Jährigen aus den Hüttener Bergen wird Hehlerei mit alkoholischen Getränken vorgeworfen sowie vorsätzliche Hilfe zu unerlaubtem Aufenthalt in Deutschland. Er soll innerhalb von eineinhalb Jahren eine große Menge an alkoholischen Getränken an verschiedene Kunden verkauft und damit rund 40 000 Euro haben (wir berichteten). Das Geld habe er laut eigener Aussage nicht in der Steuererklärung angegeben.

Richter und Schöffen erfuhren von einem Zeugen, dass die Fälschung eines Dokuments dem Angeklagten zur legalen Beschäftigung eines Freundes als Koch dienen sollte, was der 31-Jährige bereits am ersten Verhandlungstag ausgesagt hatte. Anschließend betrat dessen Noch-Ehefrau Saal 122 des Amtsgerichts, die ihren Mann belastete. Sie erzählte von den „kriminellen Sachen“. Dieser habe sich von einem Freund Alkohol beschaffen lassen, um ihn bei Ebay zu verkaufen. Der Freund, ein Rumäne, sei tagsüber unterwegs gewesen und abends mit einem Wagen vor die Garage gefahren, um eine große Menge von Flaschen in den Keller oder die Garage zu räumen. Dies wisse die 33-Jährige durch Beobachtungen und Telefongespräche, die sie mitbekam. Sie habe auch gesehen, dass Fotos der Flaschen für den Online-Verkauf aufgenommen wurden. Um den Preis in die Höhe zu treiben, habe der Angeklagte über verschiedene Accounts mitgeboten.

Die Mutter eines sechsjährigen Sohnes sei durch die kriminellen Geschäfte sowie den psychischen Druck an Depressionen erkrankt und verbrachte mehrere Monate im Krankenhaus und einer Reha-Klinik. Auch die polizeiliche Untersuchung des Wohnhauses habe sie belastet. Der Verteidiger des Angeklagten fragte sie nach ihrem Motiv, warum sie gegen ihren Mann aussagte, da zurzeit ein Familienverfahren im Amtsgericht läuft. Sie wollte einfach nur die Wahrheit mitteilen, denn „ich durfte nie etwas sagen“, erklärte sie.

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