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USS Oscar Austin : Zerstörer unter weiblicher Führung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die „USS Oscar Austin“ ist bis Mittwoch zu Besuch im Marinehafen. Kapitänin Janice Smith befehligt eine 350 Mann starke Besatzung.

shz.de von
erstellt am 03.Okt.2017 | 18:14 Uhr

Eckernförde | Er strotzt geradezu vor Testosteron: Fünf-Zoll-Kanone, Tomahawk-Raketen, U-Boot-Abwehrtorpedos und zwei Seehawk-Hubschrauber – über das alles verfügt der us-amerikanische Zerstörer „USS Oscar Austin“, der seit dem Wochenende zu Gast im Eckernförder Marinehafen ist. Und er hat noch mehr: die erste Kapitänin, die als Einwanderin aus Jamaica in die USA kam und sich dort von einer Köchin zum Kommando eines Zerstörers hochgearbeitet hat. Ihr Name: Janice G. Smith.

Sie werden die Eckernförder allerdings nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn die 155 Meter lange „USS Oscar Austin“ mit ihrer 350 Mann starken Besatzung legt am Mittwoch wieder ab. Auftrag und Ziel sind geheim, nur soviel: Sie ist seit Mai allein auf einem siebenmonatigen Einsatz unterwegs und zurzeit im Nordatlantik und in der Ostsee unterwegs. In Eckernförde lag keine gemeinsame Übung mit deutschen Einheiten an, sondern Auftanken und Ausruhen. Der Besuch diene dazu, die Beziehungen zwischen den Marinen beider Länder zu stärken, so Janice Smith. Einige Soldaten konnten ein deutsches U-Boot besichtigen, und auch die Feuerwehren von Zerstörer und Stützpunkt haben sich ausgetauscht.

Die Ostsee sei eine sehr rege Gegend mit viel Verkehr, der Eckernförder Hafen dagegen sehr klein und ruhig. „Ich fühle mich sicher hier“, so die Kapitänin, die mit dem Zerstörer in den vergangenen Monaten schon im Schwarzen Meer und in der Arktis war. „Ich genieße hier die Ruhe und den Frieden.“ Die Besatzung, die zum Teil in Hotels untergebracht ist, konnte sich ein Bild von Eckernförde machen. „Ich war in der Bonbonkocherei und bin durch die Stadt gegangen“, sagte Janice Smith, „und habe am Hafen Fisch gegessen“. Eckernförde gefalle ihr sehr gut.

Die „USS Oscar Austin“ hat am Oberdeck eine Fünf-Zoll-Kanone, die mehrere Kilometer weit schießen kann, und Dutzende Tomahawk-Raketen im Bauch, mit denen Küstenabschnitte beschossen werden können. Zwei Seehawk-Hubschrauber sind in einem Hangar an Deck untergebracht. U-Boote müssen sich vor ihrem Radar und ihren Sonarbojen sowie den Abwehrtorpedos an Bord des Schiffes in Acht nehmen.

Der Zerstörer wurde 2000 in Dienst gestellt und ist benannt nach Oscar P. Austin, einem Marine, der im Vietnamkrieg gefallen ist und dem posthum die „Medal of Honor“ verliehen wurde. Das Schiff ist das erste des Bauloses „Flight IIA“ innerhalb der „Arleigh-Burke-Klasse“. Seine erste Einsatzfahrt absolvierte es 2002/2003, wobei es an den ersten Angriffen auf den Irak im Rahmen der „Operation Iraqi Freedom“ beteiligt war.

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