Eckernförde : Zerschossen: U 25 kehrt heim

Auf dem Weg nach Hause: U-Boot 'ex U 25' wurde mit Hebesäcken geborgen und in den Kranzfelder Hafen geschleppt. Foto: WTD 71
Auf dem Weg nach Hause: U-Boot "ex U 25" wurde mit Hebesäcken geborgen und in den Kranzfelder Hafen geschleppt. Foto: WTD 71

Hebung des U-Boots "ex U 25" nach erfolgreichen Schockversuchen

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25. Januar 2012, 07:10 Uhr

Eckernförde | 34 Jahre lang tat es pflichtbewusst seinen Dienst, jetzt liegt es im wahrsten Sinne "zerschossen" im Kranzfelder Hafen: Das ausgemusterte U-Boot "ex U 25" hat in den vergangenen Monaten für Ansprengversuche vor Schönhagen seinen stählernen Leib hergehalten. Dabei sind in einem gewissen Abstand zum Boot Sprengladungen detoniert und die Auswirkungen auf Hülle und Elektronik des Schiffs aufgezeichnet worden. Beim sechsten Schockversuch ist das U-Boot jedoch beschädigt worden und musste nun geborgen werden.

"Das Wissen um die Widerstandsfähigkeit ihrer Schiffe und Boote gegen Waffenwirkungen ist ein elementares Anliegen der Deutschen Marine", heißt es von Seiten der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen (WTD 71) in Eckernförde, "geht es doch vor allem um die Sicherheit der Menschen an Bord." Deshalb seien Ansprengversuche erforderlich. Um bei derartigen Untersuchungen aber kein neues Schiff zu beschädigen, greift die WTD 71 auf alte, ausgesonderte Einheiten zurück, so wie in diesem Fall auf das Unterseeboot der Klasse 206a "ex U 25", das 1974 in und 2008 außer Dienst gestellt wurde.

Das U-Boot wurde so umgebaut, dass es ohne eigene Besatzung mittels Druckluft von außen abgesenkt und an die Oberfläche gebracht werden konnte. Beim letzten von insgesamt sechs Schockversuchen wurde das Boot am 23. November im Bereich der Umbauten für diese externe Druckluftversorgung jedoch beschädigt. Somit konnten die Tauchzellen, die das Boot zum Auftauchen benötigt, nicht mehr angeblasen werden.

Die defekten Leitungen konnten durch Taucher nicht abgedichtet werden. Deswegen musste auf eine aufwändigere Hebemethode zurückgegriffen werden: Dabei kamen sechs Hebesäcke à 20 Tonnen Hubkraft zum Einsatz: Taucher der WTD 71 und des Marinestützpunktkommandos Kiel haben zunächst insgesamt 15 Bergegurte unter dem im Sperrgebiet vor Schönhagen auf Grund liegenden U-Boots hindurchgeführt. An diesen Bergegurten wurden dann die Hebesäcke befestigt.

Von einem Mehrzweckboot der WTD 71 aus wurden die Hebesäcke am Nachmittag des 18. Januar angeblasen, und "ex U 25" stieg an die Oberfläche. Da die luftgefüllten Hebesäcke nur ein sehr langsames Schleppen zuließen (1 bis 2 Knoten, entsprechend etwa 2 bis 4 km/h) und die Druckluft-Versorgung durch das Mehrzweckboot aus Sicherheitsgründen angeschlossen bleiben sollte, erreichte der 285 Meter lange Schleppverband den Eckernförder Hafen erst in der Nacht auf den 19. Januar. Beteiligt waren der Bugschlepper "Holtenau", das Mehrzweckboot "Stollergrund" (WTD 71), "ex U 25" und der Heckschlepper "Falckenstein" (beide Schlepper von der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel).

Dort, im Kranzfelder Hafen, liegt "ex U 25" nun sicher vertäut, und die Techniker werden in den nächsten Wochen zum einen ihre Messausrüstung ausbauen und zum anderen eine Detailbegutachtung der durch die Schockversuche hervorgerufenen Schäden durchführen.

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