Zentrum für Borby schaffen und Autoverkehr umleiten

Die SPD-Idee: den Einmündungsbereich vor der Apotheke in eine 'Begegnungszone' umwandeln.  Foto: ut
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Die SPD-Idee: den Einmündungsbereich vor der Apotheke in eine "Begegnungszone" umwandeln. Foto: ut

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15. Juni 2009, 09:36 Uhr

Eckernförde | Ein besonderes Thema stand auf dem Programm des SPD-Ortsvereins. Die Mitglieder debattierten in ihrer Versammlung am Freitagabend über die Verkehrsführung in Borby. Dazu waren auch zahlreiche Bürger aus diesem Stadtteil erschienen.

Martin Klimach-Dreger, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Ratsversammlung, erläuterte zunächst die Vorstellungen, die der SPD-Arbeitskreis entwickelt hatte. Borbys Infrastruktur sei in den vergangenen Jahren immer schwächer geworden. Der Stadtteil verfüge mit Ausnahme des dezentralen Endes der Ostlandstraße mit Markant, Lidl und Aldi über kein ausgewiesenes Zentrum mehr. Vor allem in Ufernähe müsse Borby noch attraktiver gestaltet werden. So soll im Bereich Jungmannufer vorrangig wieder Tempo 30 vorgeschrieben werden, auch im Vogelsang mit seiner schönen Promenade sollte die Geschwindigkeit herabgesetzt werden.

Ferner sei denkbar, den gesamten Einmündungsbereich vor der Borbyer Apotheke (Prinzen- und Bergstraße) in eine "Begegnungszone" ähnlich wie in der Frau-Clara-Straße umzuwandeln. Hier benutzen Auto- und Fahrradfahrer sowie Fußgänger gleichberechtigt die Straße. Das erfordere insbesondere von den motorisierten Verkehrsteilnehmern äußerste Rücksichtnahme und langsame Fahrt.

Klimach-Dreger plädierte zudem dafür, den Durchgangsverkehr in Borby umzuleiten. So sollten Urlaubsgäste aus dem südlichen Schwansen und Bundeswehrangehörige künftig mit eindeutigen Verkehrsschildern und anderen Vorfahrtsregelungen auf die "Panzerstraße" in Richtung Barkelsbyer Kreisverkehr und Carlshöhe, B 76, gelenkt werden.

Die Resonanz der Borbyer Bürger reichte von Zustimmung bis Skepsis. Zum Beispiel wurde die Wirkung von Schildern angezweifelt. Einen konkreten Vorschlag unterbreitete dann Architekt Matthias Wohlenberg: Gegenüber vom Restaurant "Seeblick" sollte die schon vorhandene Steinmole als Fußweg ausgebaut und am Ende ein vielseitig nutzbares Gebäude errichtet werden. "Damit wird auf Borbyer Seite ein neuer Mittelpunkt und gleichzeitig ein Pendant zur gegenüberliegenden Hafenspitze geschaffen", sagte er.

Die Zuhörer - unter ihnen auch Verkehrsexperte Professor Bodo Biedermann - waren auch hier geteilter Meinung: Zwar überwog Zustimmung, allerdings wurden die Proportionen des Bauvorhabens kritisiert.

Abschließend betonte Klimach-Dreger nochmals, dass die SPD einerseits gerade im Verkehrsbereich engen Kontakt mit den betroffenen Bürgern halten; andererseits aber die anderen Kommunalpolitiker und die Verwaltung mit konkreten Vorschlägen in Zugzwang bringen wolle.

Dann wurden zehn Delegierte zur Wahlkreiskonferenz am 22. Juni in Groß Wittensee gewählt. Bei den Frauen: Anke Göttsch, Hei-

drun Isolt, Frauke Piechatzek, Petra Bräutigam und als Nachrückerin Christina Pielke. Bei den Männern: Rainer Bunte, Siegfried Schneider, Martin Klimach-Dreger, Uwe Fischer, Jonas Kramer, Thomas Lamm und als Ersatz Marc Nissen.

Zum Schluss legten die Sozialdemokraten fest: Sie wollen sich dafür einsetzen, die Bahnhofstraße zur Reeperbahn hin und die südliche Kieler Straße für den Autoverkehr zu öffnen. Um sich mit den Anliegern in diesem Bereich noch besser abzustimmen, soll dort demnächst ein Info-Stand angeboten werden.

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