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Digitalfunk : Zeitsprung durch den Digitalfunk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In 44 Feuerwehrfahrzeugen im Amt Schlei-Ostsee werden zentral die neuen Digitalfunkanlagen eingebaut / Umrüstung soll bis 24. Februar abgeschlossen sein.

Rieseby | Schon 2006 sollten die Einsatzfahrzeuge von Polizei, THW und Freiwilliger Feuerwehr im Land mit dem BOS-Digitalfunk (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) ausgerüstet sein. Seit der Vorwoche werden die neuen Funkanlagen nun in den Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehren im Amt Schlei-Ostsee eingebaut. Insgesamt wird mit Kosten von rund einer Viertelmillion Euro gerechnet, es gibt Zuschüsse des Kreises, berichtet Bernd Eckart vom Amt Schlei-Ostsee. Er hat die Organisation mit den Wehrführern und der Firma Thaysen telekom aus Harrislee abgesprochen. Die Firma hatte zuvor bereits die Fahrzeuge der Gemeinden im Amt Hüttener Berge umgerüstet.

Der Einbau erfolgt zentral für alle Wehren des Amtes im Gerätehaus Rieseby, berichtet Eckart. Das hat den Vorteil, dass die Firma ihre Werkzeuge und Ausrüstung nicht jeden Tag neu verpacken und in einem anderen Gerätehaus wieder aufbauen muss. „Die Werkstatteinrichtung dauert gut eine halbe Stunde“, erklärt Andé Engel von der Firma Thaysen.


44 Einsatzfahrzeuge werden auf Digitafunk umgerüstet


Insgesamt 44 Einsatzfahrzeuge werden nun nach einem genau festgelegten Ablaufplan in Rieseby an Stefan Petersen und seinen Kollegen Engel übergeben. Je nach Fahrzeug und Funktion werden verschiedene digitale Komponenten eingebaut. Sie ersetzten die alten 4-Meter Band Bordanlagen, die die Feuerwehren bislang nutzten. In jedem Fall erhält jedes Fahrzeug eine feste Einrichtung im Fahrerhaus. Verkleidungen werden geöffnet, Kabelbäume freigelegt und die neuen Bedienelemente aus Display und Sendeeinheit installiert, erklärt Andre Engel. Zusätzlich erhalten andere Fahrzeuge eine zweite Bedienstelle für das Fahrzeuggerät. „Die sind meistens hinten bei der Pumpe“, erklärt Stefan Petersen. Er leitet die Umbauwerkstatt. Manche Wehren hätten aber auch andere Wünsche, die nicht immer glücklich sind, wie er sagt. Er muss es wissen, ist er doch selber bei der Feuerwehr aktiv und hat bereits 220 Polizeifahrzeuge und zig THW-Fahrzeuge im Land umgerüstet.

Zusätzlich zum festen Funkgerät werden in vielen Fahrzeugen Ladeschalen für mobile Funkgeräte installiert. „Die lassen sich wie ein Mobiltelefon bedienen“, erklärt Bernd Eckart, der selber bei der Freiwilligen Feuerwehr in Winnemark aktiv ist. Die Sprachqualität ist viel besser und Störgeräusche können ausgeblendet werden, erklären die Fachleute. Alle Feuerwehrmitglieder im Amt wurden durch 16 speziell geschulte Kameraden im Gebrauch der Geräte ausgebildet. Sämtliche Altanlagen werden in den Fahrzeugen im Amt Schlei-Ostsee durch die neuen BOS-Digitalanlagen ersetzt. Ein Parallelbetrieb von alt und neuen Anlagen gibt es nicht, das verwirrt nur, erklärt Eckart.

Am Tag rüsten die Mitarbeiter von Thaysen zwei Fahrzeuge um. Da sich die Fahrzeugtypen wiederholen, wiederholen sich auch die Arbeitsschritte. Teilweise müssen sie sogar Digitalfunk-Vorbereitungen an den Fahrzeugen austauschen, weil diese noch auf andere Muster ausgewählt wurden, oder einfach schon wieder überholt sind, erklärt Petersen. Sollte mal ein Fahrzeug früher fertig sein, oder ein anderes Fahrzeug trotz genauen Zeitplans nicht bereitstehen, dann stehen immer mehrere Fahrzeuge als Puffer vor der Halle, um keine Zeit zu verlieren. Schließlich müssen während der Umbauzeit die Nachbarwehren den Brandschutz für die Wehr ohne Fahrzeug übernehmen. „Das soll ja nicht länger als nötig sein“, so Eckart. Sind die neuen Komponenten montiert, testen die Thaysen-Mitarbeiter die Funktion. Die jeweilige Feuerwehr führt das Fahrzeug dann in Rendsburg bei der Leitstelle vor und aktiviert das jeweils individuelle Funkkennzeichen, erklärt Petersen. Der Zeitplan sieht vor, dass sämtliche Fahrzeuge bis zum 24. Februar mit dem neuen Funk ausgerüstet sind. Die Rückmeldungen aus den Wehren, die bereits umgerüstete Fahrzeuge haben, sind gut, sagt Eckart.

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erstellt am 04.Feb.2017 | 06:00 Uhr

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