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Neue Ausstellung : Zeitreise im Zeichen der Schule Holtsee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Alten Schule in Holtsee ist derzeit eine neue Ausstellung zu sehen. Erinnerungsstücke an die ehemalige Schüler, darunter Fotos, Texte, aber auch Unterrichtsmaterialen wurden dafür zusammengetragen.

Klaus Schnaase erinnert sich noch gut daran, als mit dem Ende des Schuljahres 1974/1975 der letzte Hauptschuljahrgang aus der Holtseer Schule verabschiedet wurde. Von 1969 bis 1999 war er Schulleiter und hatte die letzten Hauptschulabsolventen zu sich und seiner Frau Helga in die Wohnung eingeladen.

Erinnerungen werden beim Besuch der Ausstellung „Schule Holtsee früher“ wach. Ulrike Reuter hat in den Archiven der Schule und der Gemeinde geforscht und Fotos, Protokolle, Dokumente, Unterrichtsmaterial und Urkunden zusammengetragen. Auch von ehemaligen Schülern und deren Nachfahren hat sie Ausstellungsstücke bekommen.

„Wenn wir schon in der Alten Schule sind, müssen wir auch mal eine Ausstellung machen“, sagte Reuter. Denn in dem 1796 errichteten Gebäude, in dem heute ein Dorftreff beheimatet ist, hat früher der Schulleiter gewohnt. In einem Anbau wurden die Kinder unterrichtet – Schüler der 1. bis zur 9. Klasse in einem Raum. „Die Großen haben die Kleinen beschäftigt“, sagte Reuter. „Das ist moderner Unterricht heute.“ Als ab 1927 der Unterricht im neuen Schulgebäude stattfand, wurde der Anbau abgerissen. 1995 bekam das neue Schulgebäude einen Anbau.

Nicht nur über die Entwicklung der Schule können sich die Besucher der Ausstellung informieren, sie bekommen auch Einblicke in den Schulalltag früher. Auf einem Abschlusszeugnis von 1919 hat sogar der Impfarzt mit unterschrieben. Drei Schläge aufs Gesäß bekam ein Schüler, weil er seine Hausaufgaben nicht oder falsch gemacht hatte. Ein anderer aß Bonbons im Unterricht und bekam eine Strafarbeit auf. Und wieder ein anderer war zwei Tage lang nicht zur Schule gekommen und bekam dafür zwei Schläge aufs Gesäß – im Strafprotokoll von 1900 bis 1926 sind alle Strafen genau aufgelistet.

„Damit könnte man sich tagelang beschäftigen, und würde immer etwas Neues finden“, sagte Klaus Schnaase. Die Ausstellung sei für ihn besonders ergreifend, weil er in den Räumen der Alten Schule gewohnt habe.

Mindestens bis Ende Oktober ist die Ausstellung in der Alten Schule zu sehen. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 12 bis 14 Uhr, mittwochs ab 15 Uhr sowie immer dann, wenn die orangefarbene Fahne vor dem Haus hängt. Wer sich die Ausstellung außerhalb der Öffnungszeiten ansehen möchte, kann sich bei Ulrike Reuter, Tel. 04357/342, melden.

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erstellt am 22.Aug.2013 | 16:41 Uhr

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