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Dank für ehrenamtliches Engagement : Zeit und Gespräche gegen Einsamkeit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ilse Ahrens, Ursel Stöcken, Ingrid Stieß und Helma Eddicks vom Besuchskreis im Imland-Seniorenhaus wurden am Mittwoch feierlich verabschiedet. Neue Mitglieder werden gesucht.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2016 | 05:29 Uhr

Eckernförde | Manchmal reicht schon wenig aus, um andere glücklich zu machen: Zeit für ein persönliches Gespräch und dem anderen zuhören zu können. Was nach wenig klingt, ist in Wahrheit doch so viel. Besonders ältere Menschen leiden vielfach unter Einsamkeit – auch in Seniorenheimen. Sie verschließen sich dann leicht. Der Besuchskreis im Imland-Seniorenhaus Eckernförde kümmert sich um die Bewohner, die ehrenamtlichen Mitarbeiter besuchen sie und gestalten je nach Jahreszeit unterhaltsame Nachmittage, Gottesdienste und Feste. Vier dieser ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sind Ilse Ahrens, Ursel Stöcken, Ingrid Stieß und Helma Eddicks. Vorgestern wurden sie während einer Andacht von Pastorin Carmen Mewes und Pastor Rainer Kluß feierlich von ihren Aufgaben entpflichtet.

Ilse Ahrens hat sich bereits neben ihrer Berufstätigkeit als Schneiderin im Besuchskreis engagiert. Die 76-Jährige kann sich noch an die Anfänge des Besuchskreises vor 35 Jahren im damaligen Seniorenheim im Diedrichsen-Stift (heutige Waldorfschule) erinnern. Sie habe eine kleine Dame in viel zu großen Filzpantoffeln betreut. Diese sei sehr einsam gewesen, da die einzige Tochter in der DDR lebte. „Sie strahlte mich so an, sie brauchte Schutz und Hilfe“, sagte Ilse Ahrens.

Jede der Damen hat viele Männer und Frauen auf ihrem letzten Lebensweg begleitet und kann sich an Einzelschicksale erinnern. So auch Ingrid Stieß. Die 83-Jährige hat zunächst privat eine Eckernförder Geschäftsfrau betreut, die später ins Seniorenheim umgezogen ist. Dort besuchte Ingrid Stieß sie weiterhin. Das war der Beginn ihrer 35-jährigen ehrenamtlichen Tätigkeit im Besuchskreis. Ursel Stöcken sorgte vor Jahren für den Umzug einer älteren Dame, die sie als jüngere Frau kennengelernt hatte, in das Imland-Seniorenhaus und besuchte sie fortan. Teilweise sei sie jeden Tag ins Haus gekommen, sagte die 81-Jährige, die 21 Jahre lang dem Besuchskreis angehörte. Sie habe nach ihrem Berufsleben etwas Sinnvolles tun wollen, erklärte Helma Eddicks, die acht Jahre lang aktiv war. Die Arbeit sei sehr beglückend gewesen. „Man bekommt so viel zurück“, so die ehemalige Geschäftsführerin. „Der Besuchskreis ist der Vorläufer der Sozialdienste“, sagte Pastor Rainer Kluß, die es Anfang der 80er Jahre in der Form noch nicht gegeben habe. Unterstützt werden die Mitarbeiter (24 Damen und ein Herr) von Pastorin Carmen Mewes, die für die Altenheimseelsorge in Eckernförde zuständig ist. Sie ist auch diejenige, die das erste Gepräch mit Interessenten, die sich im Besuchskreis engagieren möchten, führt. „Und wir brauchen Nachwuchs“, sagte die Leiterin des Besuchskreises, Giselheid Bernhard. Voraussetzungen für die ehrenamtliche Tätigkeit seien Zeit, Einfühlungsvermögen, Geduld und die Fähigkeit, zuhören zu können. Die Teilnahme an einer Fortbildung vermittle Neulingen die richtige Grundlage, um im Besuchsdienst tätig zu sein, so Bernhard. Dann bestimme jedes Mitglied selbst, wie viele Aufgaben es übernehmen möchte – je nach individuell verfügbarer Zeit und Fähigkeit.

Ilse Ahrens, Ingrid Stieß, Ursel Stöcken und Helma Eddicks werden auch in Zukunft dem Besuchskreis im Seniorenhaus nicht völlig fernbleiben. Die vier Damen sind seit Mittwoch Vorzugsmitglieder und können ohne jegliche Verpflichtung an Veranstaltungen teilnehmen. Mit Blumensträußen dankte die Bewohnerbeiratsvorsitzende, Andrea Nielsen, ihnen für ihr langjähriges Wirken.

>Besuchskreis im Imland-Seniorenhaus, Kontakt: Giselheid Bernhard, Tel. 04351/43744

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