Interessenvertretung : Zeit für Diskussionen in der Tiefe: Gettorfs Seniorenbeirat organisiert sich neu

Es gibt viele Stellen wie hier am Markt, an denen die Verkehrssituation für Senioren nicht einfach ist.
Es gibt viele Stellen wie hier am Markt, an denen die Verkehrssituation für Senioren nicht einfach ist.

In zwei neuen Arbeitskreisen will sich der Seniorenbeirat Gettorf Verkehrsbelangen und Kulturangeboten in der Gemeinde annehmen

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07. Januar 2015, 06:00 Uhr

Der Seniorenbeirat Gettorf stellt seine Arbeit im neuen Jahr anders auf. Um bestimmte Themen in zu gründenden Arbeitskreisen tiefer diskutieren und behandeln zu können, wird die Interessenvertretung der Bürger ab 60 Jahre die Hälfte ihrer Sitzungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhalten.

Der Beiratsvorsitzende Roland Lauterbach warb für die Einrichtung zweier Arbeitskreise, um dort die Themen bearbeiten zu können, die sich im Laufe der vergangenen Jahre unter den Schwerpunkten des Beirats, die von Bildung und Verkehr über Wirtschaft und Wohnen bis zu Kultur und Gesundheit reichen, herauskristallisiert haben. Als besonders wichtig habe sich die Verkehrssituation für ältere Menschen erwiesen, erinnerte Lauterbach. Die Verkehrsgesetzgebung sei nicht so gestaltet, dass sie auf ältere Menschen achte, die Verordnungen seien auf den schnellen, motorisierten Verkehr ausgerichtet und nicht auf solche Teilnehmer, die zu Fuß unterwegs seien. Um die Belange älterer Menschen im Verkehr stärker berücksichtigt zu wissen, hatte der Seniorenbeirat Gettorf bereits einen Antrag beim Altenparlament des Landes gestellt. Da die Gemeindevertretung im Dezember dem Antrag des Bündnis 90/Die Grünen gefolgt ist, ein Verkehrskonzept für die Gemeinde zu erstellen, regte der Vorsitzende Lauterbach an, sich in einem Arbeitskreis mit den Fragen zu befassen, die im Verfahren entstehen, und die Belange der älteren Mitbürger dort einzubringen. Den Kreis möchte er öffnen für die vielen Menschen, die sich bei den zurückliegenden Foren dazu geäußert hatten.

Einen weiteren Arbeitskreis sieht Lauterbach für den Bereich Kultur – besondere Angebote für Bildung und Unterhaltung seien in den jährlichen Fragebogenaktionen zur Lebenssituation älterer Menschen in Gettorf immer wieder gewünscht worden.

Beiratskollegin Regina Rathje begrüßte die Anregung, äußerte jedoch Bedenken bezüglich des zeitlichen Umfangs. Die eine Stunde, die derzeit vor den monatlichen, öffentlichen Sitzungen für Austausch und Diskussion zur Verfügung stehe, reiche nicht aus, um Dinge zu erarbeiten. Rathje regte daher an, nur jeden zweiten Monat öffentlich zu tagen und die übrigen Sitzungen für die Arbeit zu nutzen. „Die Frühstücksforen, die Erlebniswoche, die Anlaufstelle für Ältere – es kommen immer mehr Aufgaben hinzu, die wir uns selbst setzen“, machte Rathje deutlich. Noch zusätzlich Zeit für Arbeitskreise aufzubringen, sei schwer möglich. Jürgen Halefeld pflichtete ihr bei und erklärte, dass zehn Sitzungen im Jahr doch sehr viel seien. Uwe Hansen begrüßte Rathjes Vorschlag, der mehr Zeit bringe, um tiefer in Diskussionen einzusteigen.

Der Vorsitzende griff die Anregung auf. In den Monaten, wo es ein Frühstücksforum gibt, werde die Sitzung künftig nicht öffentlich sein. Bei den Foren hätten die Bürger Gelegenheit, Dinge anzusprechen, sagte Lauterbach.

Weiter sprachen sich die Beiratsmitglieder dafür aus, die Satzung vom 17. Januar 2011 in den von Jürgen Halefeld für überarbeitungsbedürftig gehaltenen Punkten in Absprache mit der Verwaltung zu ändern. So sollen das Wahlverfahren vereinfacht und die Amtszeit von sechs auf vier Jahre reduziert werden.

Der im Dezember in der Nachbargemeinde Osdorf ins Leben gerufene Seniorenbeirat verfolgte die erste Sitzung der Gettorfer Kollegen im neuen Jahr mit großem Interesse. „Wir sind neu im Geschäft und nehmen Anregungen gern entgegen“, sprach der Vorsitzende Horst Trube auch für seine Mitstreiter Brigitte Gerbers und Dieter Kasten. Sie seien angetreten, um sich der Sorgen der älteren Mitbürger in Osdorf anzunehmen. Auch wenn der Beirat deutlich weniger Mitglieder habe als der in Gettorf werde man sicher auch Arbeitskreise finden, so Trube weiter. Brigitte Gerbers betonte, dass man die Zusammenarbeit mit Organisationen wie DRK und Sozialverband suche, denen man auf keinen Fall etwas wegnehmen wolle. „Manchmal wird das so wahrgenommen“, entgegnete Lauterbach. „Aber das ist nicht so.“ Der Seniorenbeirat organisiere keine geselligen Nachmittage, sondern wähle Themen, die in den Vereinen und Verbänden nicht bearbeitet würden. „Wir verstehen uns als Beratungsgremium“, machte der Vorsitzende deutlich. „Achten sie darauf, dass sie autonom bleiben“, gab Helmut Popp den Osdorfer Kollegen mit auf den Weg.

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