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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 06:30 Uhr

Zeichnen ist sehen lernen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Seit 40 Jahren gibt Jutta Dohrn an der Volkshochschule Zeichenkurse / Einer ihrer Lehrer war der österreichische Maler Otto Kokoschka

Jutta Dohrn ist seit über 40 Jahren Zeichenlehrerin und weit über die Region hinaus bekannt für ihre erlebnisreichen Kurse, ob an der Volkshochschule in Eckernförde oder im privaten Unterricht. Man spürt ihren Elan, den Kursteilnehmern Grundübungen mit dem Bleistift, Feder, Tusche oder Kohle beizubringen. Jutta Dohrn hat ein Ziel – den richtigen Blick ihrer Schüler für das räumliche Empfinden zu schulen. Außerdem möchte sie den Teilnehmern das Ausleben der eigenen kunstgerechten kreativen Seite ermöglichen.

Von ihrer exzellenten Ausbildung, unter anderm an der Ecole des Beaux Arts (Schweiz), und ihren vielen Kontakten zu bekannten Künstlern profitieren ihre Schüler allemal. Begegnungen und Freundschaften prägen ihr Leben. Eines ihrer großen Vorbild ist Oskar Kokoschka (1886-1980), österreichischer Maler, Grafiker und Schriftsteller, den Jutta Dohrn als ihren Lehrer kennengelernt hat. Die Erfahrungen in seiner „Schule des Sehens“ zieht sich wie ein Faden durch ihr Leben, denn „Zeichnen ist sehen lernen“, so ihre Leitlinie.

Auf ihrem Berufsweg vertiefte die Eckernförderin ihre Ausbildungskontakte und schloss Freundschaften mit den Künstlern, so mit Friedensreich Hundertwasser, Bruno Bruni oder Georg Gresko. Diese Freundschaften hätten ihren künstlerischen Werdegang geprägt, so Dohrn.

Jutta Dohrn unterrichtet nicht nur, sie sucht mit ihren Schülern auch Kunst auf, um den Blick zu schulen. So besuchte sie mit einigen von ihnen die Antikensammlung der Kunsthalle Kiel unter dem Thema „olympisches Zeichnen“. Anhand der Abbilder der griechischen Götter wurde der Blick für die Proportionen des menschlichen Körpers geschärft, der Verlauf des Faltenwurfs einer Toga geübt. Jutta Dohrn zeigte mit bestimmten Techniken, wie Licht und Schatten dargestellt, die Mitte eines Bildes ausgelotet werden. Die Begeisterung der Workshop-Teilnehmer war groß. So beschrieb die Landwirtin Maren Hinz (47) aus Lindau ihre Eindrücke: „Ich habe sehen gelernt und betrachte vieles mit anderen Augen, selbst beim Melken sehe ich genauer hin. Die Augen der Kühe, die wunderschönen, langen Wimpern, ja selbst das Euter, alles ist ein Kunstwerk der Natur.“ Ingeborg Tophinke (77), Christel Schirakow (64), Silvia Gerlach-Krüger (50), Irene Koch (65) Bärbel Ungerer und Andrea Hartl (57) sind ebenso begeistert: „Es ist schon anspruchsvoll, aber Jutta Dohrn hat eine wunderbare Art die Augen zu öffnen, gerade bei diesem Exkurs hat man das Gefühl sich in den Falten der griechischen Toga zu verlieren.“ Eigens aus Köln angereist war Claudia Richards (60), gemeinsam mit Michael Sinofzik (69) genoss sie die Stunden in der Kunsthalle: „Gerade diese andere Art, hier vor Ort einzutauchen und sich zu entfalten, ist so spannend, man wundert sich über sich selber, was entstehen kann.“ Die Kunst der Darstellung, die sogenannte Pflicht vor der Kür, ist das sogenannte akademische Zeichnen, sagte Jutta Dohrn: „Diese, quasi praktische Theorie oder umgekehrt theoretische Praxis kann ich meinen Schülern vermitteln, indem ich ihnen anhand von Naturstudien die Augen öffne. Meine schönste Bestätigung ist, wenn ich meine Schüler zu einer Leistung gebracht habe, bei der diese sich selber fragen: wie habe ich das nur zustande gebracht?“ Seit 40 Jahren gibt sie an der VHS Kurse, wie viele Teilnehmer von ihren Erfahrungen profitieren konnten, weiß sie nicht. 25 Jahre gab Jutta Dohrn für Kinder und Jugendliche Zeichenkurse an der VHS . Heute sind ihre Kunstkurse für Erwachsene stets gut belegt. Die nächsten Aktivitäten hat Jutta Dohrn schon im Blick: „ Im Sommer üben wir uns in „Plein-Air“, also vor der Natur, an Landschaft und Architektur“, so Dohrn.

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erstellt am 16.Mär.2016 | 06:44 Uhr

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