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Naturschutz : Zehn neue Teiche für Laubfrosch & Co

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Stiftung Naturschutz erweitert Kleingewässerterrain auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen bei Holzbunge. Eine Extensive Beweidung mit Angus-Rindern ist geplant.

Bagger-Arbeiten auf Grünland direkt an der Bundesstraße 203 bei Holzbunge: Auf der ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche von Hans-Detlev und Jakob Gosch werden zehn neue Teiche angelegt, in denen sich künftig Laubfrosch, Kammmolch und Knoblauchkröte wohlfühlen sollen. Dabei werden nicht wahllos Löcher in die Landschaft gegraben, „sondern es wird ganz genau geschaut, wo bereits mal Kleingewässer vorhanden waren, oder wo sich Wasser auf natürliche Art und Weise in Senken sammeln könnte“, erklärte Christian Dolnik, Flächenmanager der Stiftung Naturschutz. Er stellte das Projekt gestern vor – zusammen mit Henning Willers von der Unteren Naturschutzbehörde, den Landeigentümern, den beiden Amphibienexperten und biologischen Bauleitern, Wolfgang Lenschow und Lars Briggs von der dänischen Firma Amphi-Consult..

Zunächst wurden vor zwei Jahren auf Nachbarflächen erste Teiche angelegt, die sich im vergangenen Jahr bereits von alleine so weit entwickelt hatten, dass junge Knoblauchkröten und Laubfrösche angesiedelt werden konnten. Die rund 30 Hektar große Fläche verpachteten Hans-Detlev Gosch und sein Sohn langfristig an die Stiftung Naturschutz. Durch bereits bestehende Knicks und Feldgehölze fanden die Tiere einen idealen Lebensraum vor.

Mit den neuen Maßnahmen wird die erste Fläche auf insgesamt 54 Hektar vergrößert. Auch die Erweiterungsfläche ist durch langfristige Pachtverträge der Familie Gosch mit der Stiftung Naturschutz für den Artenschutz gesichert. Die neue Nutzung bringt zudem einen weiteren Vorteil mit sich: „Das Herausnehmen oder Stilllegen von Drainagen sowie die extensive Beweidung mit unseren Angus-Rindern anstelle von Ackerbau trägt zum Gewässerschutz bei, da sich der Nährstoffeintrag in den Wittensee und Bistensee durch das Wegfallen von Düngemitteln verringert“, erklärt Jakob Gosch.

Neben den Teichen werden auch neue Knicks angelegt oder vorhandene ergänzt sowie Eichen als Solitärbäume gepflanzt. Ebenso wie auf der bereits entwickelten Fläche der ersten Projektphase soll auch die Erweiterungsfläche extensiv mit Angus-Rindern beweidet werden. „Die eiszeitlich geprägte Landschaft der Hüttener Berge weist sehr heterogene Bodenverhältnisse auf. Sandige Bereiche wechseln sich mit Lehm ab, Senken bieten gute Voraussetzungen für die Entwicklung von Feuchtbiotopen, während sich auf den Hügeln und in den sandigen Bereichen Magerrasen bilden kann“, erläutert der Biologe Wolfgang Lenschow. Gehölzstrukturen seien nicht nur für Insekten, Vögel und Kleinsäuger wichtig, sondern dienten auch den Amphibien als Rückzugsort und Lebensraum.

„Laubfrösche sind gute Kletterer und sitzen mitunter 20 Meter hoch in Eichen“, weiß der Biologe. Bei der Auswahl der Teichstandorte verlassen er und Lars Briggs sich auf ihre mehr als 20-jährige Erfahrung in der Anlage von Kleingewässern. Sobald sich erste standorttypische Pflanzen an den Teichen angesiedelt haben, werde mit dem Aussetzen der Frösche und Kröten begonnen, die durch Ab- und Zuwandern zu den anderen Gewässern für eine natürliche Artenverteilung sorgten.

Das Artenschutzprojekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) sowie durch das Land Schleswig-Holstein finanziert.

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erstellt am 24.Okt.2013 | 06:11 Uhr

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