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Eine Frage des Preises : Zehn Millionen Euro für den Exer

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Wertgutachten für die Fläche „Innenstadt mit direktem Wasserzugang“ liegt vor. Die Reaktionen der sechs Hotel-Investoren stehen noch aus.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 05:45 Uhr

Eckernförde | Sechs Investoren aus Eckernförde, Schleswig-Holstein und Hamburg, die ein hohes Interesse an der Errichtung eines Hotels auf dem Exer haben, sind Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Eckernförde Touristik  &  Marketing GmbH, bekannt. Ob sie dieses Interesse auch noch weiterhin verfolgen, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Der Grund: der hohe Kaufpreis für den 6750 Quadratmeter großen Platz. Bisher stand die Zahl 2 bis 3 Millionen Euro für das städtische Grundstück im Raum, so Borgmann – vergleichsweise ein Schnäppchen für die Investoren. Der tatsächliche Kaufpreis liegt der Verwaltung seit wenigen Tagen vor. Ein Wertgutachten eines staatlich geprüften Gutachters aus Hamburg hat die Summe von 10  125  000 Euro ergeben.

„Wir haben das Wertgutachten selbst in Auftrag gegeben“, erklärt Borgmann, um die Stadt nicht dem Vorwurf auszusetzen, sie „verschachere das Grundstück“. Bürgermeister Jörg Sibbel sieht die Verwaltung in der Pflicht, die Vorgabe des Gutachtens einzuhalten und erklärt den sprunghaften Anstieg des Kaufpreises: „Das Gutachten ist eine Konkretisierung der Bodenrichtwerte des Gutachterausschusses des Kreises Rendsburg-Eckernförde“, so Sibbel. Alle zwei Jahre begutachtet der Ausschuss die Entwicklung der Grundstückspreise und schreibt die Bodenrichtwerte im Kreis fort.

Erstmals hat das Gremium in der jüngsten Fortschreibung eine neue Kategorie eingeführt: „Innenstadt in direkter Lage am Wasser“. Diese Kategorie setzt den Wert auf 1500 Euro pro Quadratmeter fest – dieser Wert gilt auch für den Exer. 6750 Quadratmeter ist der Platz groß, somit beläuft sich die Verkaufssumme auf 10125  000 Euro.

Bereits im „Rahmenplan Innenstadt“ von 2008 ist die Grundsatzentscheidung „Errichtung eines Hotels auf dem Exer“ erwähnt. Von der Politik erwünscht, arbeitete das Team um Cheftouristiker Borgmann an einem Marketingkonzept, eine Studie Hotelstandort befasst sich ausführlich mit unterschiedlichen Varianten. „Unser Ziel ist es, ein hochwertiges Hotel in Eckernförde anzusiedeln, das auch für die Eckernförder Bürger einen tatsächlichen Mehrwert bietet“, so Borgmann, beispielsweise in Form einer öffentlichen Dachterrasse. Er befürchtet, dass der hohe Kaufpreis, verbunden mit dem Anspruch der Stadt, an der Gestaltung des Neubaus mitzuwirken, die Investoren abschreckt. „Der Kaufpreis liegt für einige am Rande der Wirtschaftlichkeit. Die Vielfalt der Angebote geht dann verloren.“

Um sich nicht dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung auszusetzen, müsse die Stadt diesen hohen Kaufpreis aufrufen, so Sibbel. Denn mit einem kommerziellen Hotel soll dort ein Gewerbe entstehen, das in direkter Konkurrenz zu bereits existierenden Übernachtungsbetrieben steht. „Das EU-Beihilferecht verbietet es uns, den Exer unterhalb des Bodenrichtwertes zu verkaufen“, beendet der Bürgermeister alle Spekulationen über einen günstigen Kaufpreis. Die Investoren seien informiert, mit Reaktionen rechne die ETMG in den kommenden Tagen, so Borgmann.

Zurzeit fungiert der Exer als öffentlicher Parkplatz mit 261 Stellflächen. Rund 250  000 Euro nimmt die Stadt an Parkgebühren jährlich ein.

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