14. Gettorf-Lauf : Zehn-Meilen-Finale spannend wie nie

Rund 350 Teilnehmer gingen in diesem Jahr bei Sprühregen  auf die Hauptstrecke des Gettorf-Laufs über zehn Meilen.
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Rund 350 Teilnehmer gingen in diesem Jahr bei Sprühregen auf die Hauptstrecke des Gettorf-Laufs über zehn Meilen.

Beim 14. Gettorf-Lauf gab es in diesem Jahr beim Hauptlauf einen Sieger, der sich erst auf den letzten 300 Metern gegen seinen Kontrahenten durchsetzen konnte. Bei den Frauen war ein bekanntes Gesicht die Schnellste.

shz.de von
02. Juni 2014, 06:00 Uhr

Auch ohne Sonne präsentierte sich der Gettorf-Lauf bei seiner 14. Auflage einmal mehr als großes Lauffest aller Altersklassen. Rund 1200 Läuferinnen und Läufer waren bei der größten Laufveranstaltung des Dänischen Wohlds aktiv auf den Beinen. Ein grauer Himmel und zwischenzeitlicher Nieselregen nahmen dem vom Gettorfer TV erneut mit viel Engagement gestalteten Ambiente auf dem Sportplatz am Sander Weg zwar ein wenig die sonst gewohnte Sommerstimmung, doch die Lauflaune ließen sich Aktiven nicht nehmen. Der beim Zehn-Meilen-Lauf zwischenzeitlich einsetzende Nieselregen schien vielen Athleten sogar eine willkommene Abkühlung zu sein.
An der Spitze des Hauptrennens gestaltete sich der Kampf um den Gesamtsieg so spannend wie lange nicht mehr. Erst auf den letzten 300 Metern auf dem Sportplatz fiel die Entscheidung zugunsten des neuen Siegers Ricardo Kolb. Der 37-jährige Kieler lieferte sich fast während der gesamten 16,1 Km-Strecke ein Kopf-an-Kopf-Duell mit Marathon-Landesmeister Philipp Müller. Auch als der Büdelsdorfer nach dem ersten Drittel der Strecke kurz versuchte, sich ein wenig vom Rest des Feldes abzusetzen, konnte Kolb die Lücke schnell wieder schließen. Doch auch umgekehrt schaffte es Kolb nicht, sich von Müller zu lösen. „Er wurde einfach auch nicht langsamer“, stellt Kolb fest und wartete auf die Sprintentscheidung, bei der er die etwas flinkeren Beine hatte. Nach 55:31 Minuten durfte der Vorjahres-Dritte seinen ersten Sieg beim Gettorf-Lauf feiern. „Die Strecke und das Drumherum gefallen mir sehr gut und als Gewinner ist es dann umso schöner“, freut sich Kolb. Hinter Athletico-Läufer Müller (55:40 Min.) komplettierte Henning Liß (LG Zippels-Runaways; 57:24) das Siegerpodium. Der Felder verblüffte mit einem kraftvollen Antritt auf dem Schlusskilometer noch Michael Wittig (Borener SV; 57:36) und Olaf Struck (Kiel; 57:55), die lange Zeit den dritten Platz unter sich auszumachen schienen.

Im Duell der beiden mehrfachen Gettorf-Lauf-Siegerinnen Verena Becker und Anke Tiedemann, behielt Streckenrekordhalterin Tiedemann die Nase vorn. Die 38-jährige vom LTV Kiel-Ost musste für ihren Sieg jedoch bis zum letzten Kilometer kämpfen. Schon früh zeichnete sich ab, dass die Kielerin trotz der idealen Laufbedingungen nicht auf dem Level ihres eigenen Streckenrekordes aus dem Vorjahr (59:59) rennen kann. Verfolgerin Verena Becker blieb somit stets in Sichtweite und lauerte auf ihre Chance, den Abstand zu der Favoritin doch noch verkürzen zu können. Doch Tiedemann sicherte ihren Vorsprung bis zur Ziellinie, die sie nach 1:04 Stunde überquerte. „Es fiel mir heute echt nicht leicht. Ich bin nur auf Platzierung gelaufen und nun froh, dass das geklappt hat“, erklärt die jetzt siebenfache Siegerin. Nach 1:05,12 Stunde folgte bereits Verena Becker (SG Kronshagen-Kiel), ehe sich Trixi Trapp (LG Power-Schnecken Kiel; 1:05,52) Platz drei schnappte. Mit Jesscica Ehlers (Gettorfer TV; (1:09,39) gelang auch einer Lokalmatadorin der Sprung in die Topten der Gesamtwertung.

Beim Kurzlauf über 5 km war Mariann Ulvestad die Schnellste aller weiblichen Aktiven. Für die 25-jährige Norwegerin, die derzeit in Kiel Medizin studiert, war der Erfolg allerdings nur das I-Tüpfelchen auf ein erfolgreiches Wochenende. Tags zuvor war Ulvestad am Bungsberg deutsche Hochschulmeisterin im Orientierungslauf geworden. „Eigentlich ist Orientierungslauf meine Sportart. Die normalen Volksläufe mache ich nur als Testläufe mit. Ein wenig müde waren meine Beine heute jedoch schon“, erklärt die Norwegerin. Ihre Beine waren jedoch noch frisch genug, um in 19:24 Minuten die schnellen Talente aus dem Norden hinter sich zu lassen. Sarah Dohse (Preetzer TSV; 19:40) und Julia Gröling (Bredstedter TSV; 20:06) begnügten sich trotz starker Leistungen diesmal mit den weiteren Podiumsplätzen der Gesamtwertung und mit den Siegen in ihren Altersklassen.

In der männlichen Konkurrenz beschenkte sich Mansor Farah an seinem 18. Geburtstag selbst. Der junge Mann vom STV Sörup lief in 16:44 Minuten zu einem ungefährdeten Sieg und läutete damit den ersten Tag seiner Volljährigkeit sportlich perfekt ein. Mit Maximilian Wegert (SG Athletico Büdelsdorf; 17:21) und Jesko Caliebe (TSV Altenholz; 17:31) folgten zwei weitere Talente aus der Region.

Dass auch in den nächsten Jahren mit Talenten aus dem Dänischen Wohld zu rechnen ist, konnten die Zuschauer bei den Schülerläufen beobachten. Rund 400 Kinder und Jugendliche aus Gettorf und Umgebung legten sich über 3 km oder 5 km für ihre Schulklassen ins Zeug. Wichtig war hier die Aktivitätsquote der einzelnen Klassen. Den Spitzenwert des Tages erreichte dabei die Klasse 3b der Grundschule Gettorf. Genau 19 der 23 Schüler dieser Klasse bewältigten erfolgreich den Gettorf-Lauf. Diese Beteiligungsquote von 82,6 Prozent konnte keine andere Schulklasse überbieten.

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