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Menschen des jahres : Zehn Jahre nach dem Tsunami

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eckernförder Zeitung stellt ihre Kandidaten für die Menschen des Jahres vor. Für den Dänischen Wohld: Angila Gallage.

shz.de von
erstellt am 02.Nov.2015 | 06:00 Uhr

Altenholz | Sie saß zuhause in Altenholz, als Weihnachten 2004 der Tsunami über Sri Lanka hereinbrach, tausende Menschen in den Tod riss und ihr Heimatdorf Hikkaduwa zum großen Teil dem Erdboden gleichmachte. Angila Gallage wohnt seit 1976 in Deutschland, aber ein Teil ihrer Familie lebt in Sri Lanka. Wie durch ein Wunder sind alle am Leben geblieben. Aber als Angila Gallage nach drei Monaten nach Hikkaduwa kam und das Ausmaß der Zerstörung sah, fehlten ihr die Worte. „Das ist meine Heimat, aber ich erkenne sie nicht wieder“, sagt sie.

Auch wenn die 62-Jährige am Anfang nicht recht wusste, womit sie anfangen sollte – sie wollte helfen. Und das macht sie nun seit mehr als zehn Jahren – ehrenamtlich und mit viel Engagement. Sie sammelt Spendengelder, und sie weiß, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird. Angila Gallage hat Schulen mit aufgebaut und Ausstattung gekauft.

Sie hat ein Seniorenheim, in dem derzeit 22 Männer leben, mit einer Solaranlage für warmes Wasser, mit Möbeln, Matratzen und Bettzeug ausstatten können. Normalerweise leben die alten Menschen in Sri Lanka bei ihren Angehörigen und werden dort versorgt. Die Männer in dem Heim haben ihre Familien verloren.

Auch ein Kinderheim in Hikkaduwa hat Gelder für die Ausstattung bekommen. Viele Kinder haben durch den Tsunami ihre Eltern und ihr Zuhause verloren. Dadurch platzt das alte Heim aus allen Nähten. Es musste erweitert werden, und Möbel, Bekleidung, Bettwäsche und Handtücher werden immer benötigt.

Angila Gallage hat mit Unterstützung ihres Mannes Erich Funck und ihrer Tochter Svenja schon viel bewegt. Sie hat sich an Firmen im In- und Ausland und an Politiker gewandt. Auch Stiftungen haben ihr bei der „Hilfe für Hikkaduwa“ geholfen. Sie hat zwei Bücher geschrieben – der Erlös ist für die Hikkaduwa-Hilfe bestimmt. Aber nach mehr als zehn Jahren wird das Sammeln von Spenden immer schwieriger. Den Menschen, die außerhalb der Touristenzentren leben, geht es nach wie vor noch nicht wieder gut. Deshalb ist für sie klar, dass sie auch in Zukunft weiter helfen wird.

 

❍ Wer für Angila Gallage stimmen möchte, wählt bis zum 22. November, 24 Uhr, die Telefonnummer 01375/ 80  40  12  30  03 (14 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk teurer) oder schickt in diesem Zeitraum eine SMS mit dem Inhalt „shz ez 3“ an die Nummer 42020. Oder stimmen Sie online ab auf www.shz.de/menschendesjahres.

 

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