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Strande : Zebrastreifen vor der Grundschule gefordert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Raserei vor der Schule - Autofahrer wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen

shz.de von
erstellt am 18.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Verkehrsberuhigung oder sogar ein Zebrastreifen? Die „Situation“ an der Grundschule in der Dänischenhagener Straße ist schon seit vielen Jahren ein vieldiskutiertes Thema in der Gemeinde. Zur Sitzung des Bauausschusses stand sie nun erneut auf der Tagesordnung.

„Ich muss immer ganz lange warten, bevor ich über die Straße gehen kann“, erzählt Milan (8). Da können ihm viele seiner Mitschüler aus der 3. Klasse nur zustimmen. So würde Schulleiterin Cornelia Theel einen Zebrastreifen sehr begrüßen: „Gefährlich ist es, weil die Autofahrer nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen.“ So sei häufig beobachtet worden, dass ein Fahrzeug aus der einen Richtung zwar anhalten würde, das entgegenkommende aber nicht. Hinzu käme, dass es Fahrer gäbe, die zunächst langsamer werden oder warten würden, dann aber doch fahren, weil die Kinder nicht einschätzen können, ob sie nun die Straße betreten können oder lieber doch noch nicht. „Durch einen Zebrastreifen wäre klar, dass dort angehalten werden muss“, sieht Cornelia Theel zudem noch die Gefahr, dass die Kinder ohne Verkehrsregelung lernen würden, dass die Autos überall anhalten und deshalb auch an anderen Stellen gefährdet sein würden.

Doch würde ein Zebrastreifen das Problem beheben? „Selbst wenn wir einen bekämen, glaube ich das nicht“, sagt Ulrich Kauffmann (FDP) und steht mit dieser Meinung nicht alleine da. Die Entscheidung liegt beim Kreis. Dieser wird zunächst eine Verkehrszählung durchführen. In den Kernzeiten müssten in einer Stunde 300 bis 400 Fahrzeuge zusammen mit 100 bis 150 Fußgängern die Straße frequentieren. Ein Hinweis auf schutzbedürftige Personen würde nicht ausreichen, zumal es dort bereits eine verkehrsberuhigte Zone gibt. An „Tempo 30“ würden sich viele jedoch nicht halten, berichteten aufgebrachte Anwohner: „Wir haben auf der Tafel gesehen, dass sogar 116 km/h gefahren wurde.“ Somit sei also die dort gefahrene Geschwindigkeit in den Griff zu bekommen, denn fraglich sei auch, wo ein Zebrastreifen oder eine Verkehrsberuhigung platziert werden sollte. „Ich kann mich noch erinnern, dass ich früher auch immer den kürzesten Weg genommen habe“, stellt Kauffmann fest. „Die Kinder kommen aus drei unterschiedlichen Richtungen.“ Hinzu käme, dass Kinder aus der Dorfstraße kommend bereits vorher die Straßenseite wechseln würden, wendet Thomas Behrenbruch (SPD) ein. Christoph Rodde (CDU) gibt zu bedenken, dass es bereits Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung gegeben hätte, die wieder entfernt worden seien. „Wir dürfen eine Verkehrsberuhigung geräuschtechnisch nicht unterschätzen“, befürchtet Bürgermeister Holger Klink (CDU) Beschwerden der Anwohner. „Wir könnten uns wieder ein Zählgerät besorgen, das die Geschwindigkeiten misst, um die Diskussion mit belegbaren Zahlen zu hinterfüttern.“

Bevor das Thema in einer nächsten Sitzung wieder auf die Tagesordnung kommt, möchte Bauausschussvorsitzende Claudia Sieg (SPD) sich jedoch parallel zur Zählung Gedanken über verkehrsberuhigende Maßnahmen machen. Sie hätte ebenso wie Rodde Gemeinden im Hinterkopf, die gute Lösungen gefunden hätten.

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