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Schleswig-Holstein Musik Festival : Zauberhafte Harfe- kongenial begleitet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schleswig-Holstein Musik Festival: Xavier de Maistre und sein Ensemble gastierten auf Gut Altenhof

Altenhof | Ob man Vergleichbares zuvor schon erlebte – das mögen sich viele Besucher am Sonntagabend gefragt haben, nachdem sie zum jüngsten Konzert des Schleswig -Holstein Musik Festivals nach Altenhof gekommen waren. Im Vorwege klang schon das Programm verheißungsvoll. Mit Komponistennamen wie Claude Debussy, Maurice Ravel und Gabriel Fauré hatte man bereits von ungefähr eine Vorstellung davon, was einen an diesem Abend im Altenhofer Kuhhaus erwartete. Ein weiterer Magnet wird mit Sicherheit der Name des französischen Harfenisten Xavier de Maistre gewesen sein. Die kühnsten Erwartungen wurden dann auch nicht enttäuscht.

Zur berechtigten Vorfreude gesellte sich noch eine besondere Überraschung. Als Xavier de Maistre mit seinem Ensemble die Bühne betrat, ging ein leises Raunen durch die Reihen. So viel versammelte jugendliche Schönheit hatte man bei Ankunft von Instrumentalisten wohl noch selten gesehen. Nicht nur der jugendlich wirkende Harfenist - an seiner Seite ein atemberaubendes Streicherquarett: Verena Chen und Louise Wehr mit ihren Violinen, Sarina Zickgraf (Viola) und Indira Rahmatulla, Violoncello.

Als sie gemeinsam in Claude Debussys „Danses für Harfe und Streicher“ in die Musik einstiegen, glaubte man allerdings sehr schnell, was man zuvor schon vermutet hatte: Diese fünf international geförderten, mit Stipendien und Preisen überhäuften und noch so jungen Instrumentalkünstler wirkten nicht nur optisch – sondern vor allem durch ihre hohe Kunst. Sie beherrschen ihre Instrumente nicht nur, sie erwecken mit ihnen die vorliegenden Kompositionen zum Leben, machen einen Debussy und später einen Ravel aufs Neue unsterblich. Man möchte meinen, da waren ein männlicher Harfenengel und sein weibliches Engelensemble am Werk -.

Mit „Danse sacrée und „Danse profane“ hörte man dann nicht nur Harfe und Streicher. Sicherlich klangen alle inneren Saiten bei den Hörern mit, und bei dieser Musik war man unversehens in „Anderland“.

Bei sprühenden Tonfolgen, angedeuteten Melodien rieselten die Harfentöne und interpretierten die Streicherinnen mit sanften Bögen. Nicht ganz so eingängig wie die impressionistische, farbenprächtige Musik von Debussy, kam dann das Streichquarett F-Dur von Ravel und die Harfe hatte Pause. Ab und an etwas spröde, dann wieder ein Rausch in dunklem, samtigem Violettton, leises Falterflattern und überraschend heftiges, rhythmisches Pizzicato – Türen zu ganz ungekannten inneren Bildern wurden da aufgestoßen, filigrane Tonsequenzen mit feinsten Händen herbei gewunken – und dann ein fetziges Satzende! Welche Freude und welcher Applaus!

Nach der Pause ließ sich „Meister“ Xavier de Maistre ganz pur erleben. Er verschenkte an sein Publikum Gabriel Faurées Impromptu op. 86, danach das bekannte und von vielen so innig geliebte „Deux Arabesques für Harfe solo“ von Debussy. Als diese Stücke entstanden, muss es auf der Welt besonders hell gewesen sein. Zum Ende des Abends noch einmal Ravel mit seinem “Introduction et Allegro” für Harfe, Streichquartett, Flöte und Klarinette. Zum bekannten Ensemble gesellten sich noch Katharina Martini (Querflöte) und Magdalena Faust mit ihrer Klarinette. Das machte “die Sache” noch einmal rund. Und – war da etwas Melancholisches zwischen den Notenlinien zu hören? Etwa schon ein Abgesang auf den Sommer? Das Publikum war berührt, bekam in seiner Begeisterung noch eine Zugabe und war dann in den späteren Abend entlassen – vermutlich mit Herz und allen Sinnen ganz leicht und zuversichtlich.


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