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Zahl der Asylbewerber steigt: Wohnraum für Flüchtlinge ist knapp

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zahl der Asylbewerber steigt / Die Ämter müssen für die Unterbringung der Menschen sorgen

von
erstellt am 06.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Der Bürgerkrieg in Syrien, die Flüchtlingsströme vor Lampedusa und die Hungerkrise in Somalia: Das Thema Asylbewerber ist weltweit aktueller denn je und geht auch am Amt Hüttener Berge nicht vorbei. Wachsende Flüchtlingszahlen stellen das Amt allerdings vor das Problem der Unterbringung. Es muss jetzt nach geeignetem Wohnraum gesucht werden.

Im Jahr 2013 wurde die Anzahl der aufzunehmenden Flüchtlinge gleich zwei Mal erhöht. Waren es zu Beginn des Jahres noch 12, sind es am Ende des Jahres 21 Asylbewerber, die im Amtsgebiet eine Unterbringung bekommen sollen. Auf diese Zahl hat das Amt selbst keinen Einfluss. Sie wird vom Kreis festgelegt, so Nadine Harder, Zuständige für den Bereich Soziales. Dabei richtet sich die Zahl nach der Höhe der Bevölkerung.

Doch die 21 zugewiesenen Asylbewerber konnte das Amt 2013 nicht aufnehmen. Bisher seien nur 14 Flüchtlinge, vornehmlich aus Tschetschenien und aus dem Irak, aufgenommen worden. Diese leben in einem Amtsgebäude in Owschlag. Insgesamt 21 Asylbewerber wohnen dort.

Dass die Hüttener Berge zu wenig Flüchtlinge aufgenommen haben, bedeutet für sie, dass sich die Zahl 2014 nochmals erhöht: Sie steigt auf 28 Asylbewerber. „So viel Wohnraum können wir derzeit aber nicht im Amtsgebäude in Owschlag zur Verfügung stellen“, sagt Harder. Es müsse nun nach neuen Möglichkeiten gesucht werden. Konkret könne das zum Beispiel das Anmieten von Wohnungen bedeuten. Darum muss sich das Amt aber selbst kümmern, denn der Kreis ist nur für die Verteilung der Asylbewerber zuständig, für die Unterbringung muss das Amt sorgen.

Schaut man sich die Entwicklung im gesamten Kreisgebiet an, wird erst klar, wie sich die Lage in den vergangenen Jahren verschärft hat. Im Vergleich zu 2006 hat sich die Zahl der Asylbewerber bis 2013 um mehr als das Achtfache erhöht. Rund 400 Flüchtlinge hat der Kreis in diesem Jahr aufgenommen. 2006 waren es nur 46.

Und es werden noch mehr: Die Prognose für 2014 sagt noch einmal 50 zusätzliche Asylbewerber voraus. Dabei kommen die Menschen nicht nur aus den bekannten Krisenregionen wie Syrien, Irak oder Afghanistan, sondern auch aus Serbien, Mazedonien und der Russischen Föderation, so Martin Schmedtje, Sprecher des Kreises.

Bevor die Asylbewerber aber in den Gemeinden untergebracht werden, kommen sie alle zunächst nach Neumünster ins Landesamt für Ausländer. Dort werden zuerst ihre Daten aufgenommen, bevor sie von einem Arzt untersucht werden. Nach dreimonatigem Aufenthalt werden sie dann erst den Gemeinden zur Unterbringung zugewiesen.

Die Kosten für Unterbringung, Kleidung, Ernährung und Co. werden vom Kreis übernommen. Für 2013 sind dabei rund drei Millionen Euro zusammengekommen. 70 Prozent der Kosten übernimmt aber das Land, die übrigen 30 Prozent sind aus Kreismitteln zu zahlen, so Schmedtje.

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