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Nach dem Sturm : „Xaver“ verschont den Altkreis

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wenig Einsätze für Polizei und Feuerwehr / Präventive Sperrungen / Kreis beschleunigt Genehmigungsverfahren zum Fällen von Bäumen

von
erstellt am 06.Dez.2013 | 14:00 Uhr

Nachdem sich gestern erst im Laufe des Vormittags abzeichnete, dass die Schulen den Unterrichtsbetrieb vorzeitig einstellen werden, war am Nachmittag klar, dass die Schüler heute zuhause bleiben können. Der Heimweg bedeutet für manche Schüler aus Altenholz gestern einen kleinen Umweg: Die Gemeinde hatte den Schulweg durch den Stifter Wald, die Verbindung vom Schulzentrum Stift zur Klausdorfer Straße, wegen möglicher Gefahr durch vom Sturm beschädigte Bäume gesperrt. Das gilt noch bis morgen Mittag. „Bitte benutzen Sie für Ihren Heimweg die Dänischenhagener Straße bis zur Ampelkreuzung oder die Straße Rote Kate. Dieser Umweg ist zur eigenen Sicherheit unbedingt in Kauf zu nehmen“, appellierte Bürgermeister Carlo Ehrich an alle Schüler und Passanten, die den Weg nutzen.

Ebenfalls gesperrt wurde der Bürgerpark in Gettorf, der schon von Orkantief Christian stark in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Amtsdirektor Matthias Meins entschied angesichts der Wetterlage, die Verwaltung nicht wie donnerstags üblich bis 18 Uhr geöffnet zu lassen, sondern bereits um 12 Uhr zu schließen, damit alle Mitarbeiter sicher nach Hause kommen. Ausgenommen davon war der eigens für „Xaver“ eingerichtete Krisenstab. Die für gestern geplante Weihnachtsfeier fiel buchstäblich ins Wasser. Auch Björn Petersen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Dänischenhagen, hob die Kernzeitregelung auf, so dass Mitarbeiter auf Wunsch um 12 Uhr nach Hause fahren konnten. Im Rathaus Altenholz war es den Mitarbeitern freigestellt, ob sie blieben oder nicht. Die Fachbereiche waren alle besetzt und werden es auch heute sein.

Geschlossen blieb auch die Tür der Gemeindebücherei. Leiterin Britta Günther hoffte gestern jedoch darauf, dass „alle, hoffentlich ohne Sturmschäden, dem Alltag wieder nachgehen“ können.

Gegen Mittag durften die Mitarbeiter der Amtsverwaltung Hüttener Berge ihren Arbeitsplatz verlassen, deren Wohnort nicht in unmittelbarer Nähe liegt. „Wir sind mit einer Notbesetzung im Einsatz“, sagte Amtsdirektor Andreas Betz. Für Besucher war die Verwaltung geöffnet.


Schulen schlossen vorzeitig


 

Auch an den Grundschulen Waabs, Rieseby und Barkelsby sorgte Orkantief „Xaver“ für einen vorzeitigen Schulschluss. An der Schleischule in Rieseby durften die Fahrschüler um 9.30 Uhr nach Hause fahren. An der Grundschule Karby, die in den Zuständigkeitsbereich der Schulaufsicht des Kreises Schleswig-Flensburg gehört, fiel der Unterricht bereits gestern aus. Schüler der Grundschulen Barkelsby und Waabs traten nach dem Besuch der Weihnachtsmärchen in Eckernförde und Schleswig den vorzeitigen Heimweg an.

Vielerorts wurden auch die Gemeindevertretersitzungen verschoben. Neue Termine mussten unter anderem in Ascheffel, Damp, Noer und Borgstedt gefunden werden.

Nach Absprache mit dem Leiter des Ordnungsamtes des Amtes Schlei-Ostsee, René Kinza, Amtswehrführer Uwe Wichert und Polizeihauptkommissar Bernd Bonau von der Polizeistation Damp wurden gestern Mittag vorsorglich mehrere Straßenzüge in Schwansen gesperrt: in Kosel der Waldweg ab Lärchenkoppel, in Waabs der Rotensander Weg und die Lehmberger Straße sowie in Schönhagen der Mittelkamp. Wie lange diese Sperrungen auch heute noch aufrecht erhalten bleiben, hänge von den Wetterverhältnissen ab, erklärte René Kinza. Nicht nur auf den Straßen kam es zu Einschränkungen, auch auf den Wasserwegen sorgt das Orkantief „Xaver“ für Engpässe. So bleibt die Schleifähre Missunde voraussichtlich bis heute 9 Uhr gesperrt.

Die Einsätze der Feuerwehren im Amtsbereich Hüttener Berge waren bis zum frühen Abend übersichtlich. Wie Amtswehrführer Peter Thoms mitteilte, blockierten in Borgstedt, Owschlag und Holzbunge Bäume die Straße.


Sturm zwingt zur Eile


Im Kreishaus in Rendsburg wurde wegen des Orkans im Erdgeschoss unter der Leitung von Thilo Rohlfs ein Raum als Lagezentrum eingerichtet. Schreibtische wurden aufgestellt, Computer eingerichtet, Drucker angeschlossen und Telefone installiert. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit der Leitstelle in Kiel“ sagte der Fachbereichsleiter für das Umwelt, Kommunal- und Ordnungswesen.

Der Stab umfasste gestern fünf Fachleute. „Sollte Katastrophenalarm ausgelöst werden, wird die Mannschaft aufgestockt“.

Orkantief „Xaver“ kann auch nach dem Abflauen noch großen Schaden anrichten. Bäume, die durch den Sturm ins Wanken geraten sind, drohen auf Häuser oder Autos zu stürzen. „In diesem Fall ist schnelles Handeln notwendig“, weiß Landrat Rolf-Oliver Schwemer. Der Verwaltungschef hat gestern eine Anordnung erlassen, die das Verfahren zum Fällen eines Baumes bei „Gefahr im Verzug“ deutlich verkürzt. Die Genehmigung muss nicht mehr bei der Unteren Naturschutzbehörde beantragt werden, sondern kann direkt mit dem Bürgermeister oder Mitarbeitern der Amtsverwaltung abgesprochen werden.

Nach dem Orkan „Christian“ klingelten ständig die Telefone in der Unteren Naturschutzbehörde. Die Anrufer seien unsicher gewesen, ob es erlaubt sei, die umgeknickten Bäume abzuholzen. Denn in der Regel muss man einen Antrag stellen und eine gutachterliche Stellungnahme einreichen, bevor man Bäume mit einem Stammumfang von zwei Metern und mehr fällen darf. Diese Regel ist in diesen stürmischen Zeiten aufgehoben.

„Wir haben die örtlichen Behörden und auch die Feuerwehr über die Ausnahmeregelung informiert“, berichtet Schwemer. So sei sichergestellt, dass direkt an Ort und Stelle entschieden werden kann, ob aus Sicherheitsgründen die Motorsäge angesetzt werden muss. „Manchmal bleibt eben keine Zeit, lange Behördenwege zu gehen“.

Bis Redaktionsschluss lagen uns keine nennenswerten Meldungen über Schäden vor. Bis 19.30 Uhr hatte „Xaver“ nicht die Auswirkungen wie das Orkantief „Christian“ vor vier Wochen.

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