Attraktiver ÖPNV : Wunschzettel für die Busse der Zukunft

Alle Sitze mit USB-Ladebuchse: Was in Flugzeugen üblich ist, soll auch Standard in Bussen werden.
Alle Sitze mit USB-Ladebuchse: Was in Flugzeugen üblich ist, soll auch Standard in Bussen werden.

Kreis Rendsburg-Eckernförde: Politiker wollen Angebot im ÖPNV deutlich verbessern

shz.de von
27. August 2018, 13:43 Uhr

Eckernförde | Der Bus der Zukunft ist voll integriert ins weltweite Datennetz. Mit dem Handy lässt sich bezahlen, eine App informiert dank präziser Satellitendaten darüber, wann das Ziel erreicht wird, und für den Energiehunger von iPhone & Co. gibt es an jedem Sitz eine Ladebuchse namens USB-Port. Da ist es fast selbstverständlich, dass es bei der Fahrt über Land ein kostenloses buseigenes WLAN-Netz gibt. Der Fahrer fährt, der Fahrgast surft.

In Norwegen hat diese Zukunft bereits begonnen, in einigen großen deutschen Städten wie Hamburg auch. Der Kreis Rendsburg-Eckernförde will bei der digitalen Revolution im öffentlichen Personen-Nahverkehr ebenfalls dabei sein. Die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Konzeptideen der Kreisverwaltung weisen in diese Richtung. Und als sich der Regional-Entwicklungsausschuss unter der Leitung seiner neuen Vorsitzenden Anke Göttsch (SPD) mit den Vorstellungen der Verwaltung beschäftigten, ließen die Politiker fast aller Fraktionen ihrer Kreativität freien Lauf und stellten einen Wunschzettel für den Busverkehr zusammen. Konkreter Anlass: die Überlandverbindungen im Kreisgebiet müssen laut Gesetz ausgeschrieben werden. Bis Ende 2020 ist die Autokraft zuständig. Ab 2021 werden die Karten neu gemischt. Jedes Busunternehmen kann sich darum bewerben, die Buslinien im Kreis bedienen zu dürfen. Die Standards des künftigen ÖPNV bestimmt die Politik. Entschieden ist aber noch nichts. Die Sitzung am Mittwoch, so Vorsitzende Göttsch, „ist die erste Lesung“. Jetzt sind die Fraktionen aufgefordert, Anträge zu erarbeiten. Über diese soll dann voraussichtlich im Oktober beraten und beschlossen werden. Im kommenden Jahr will der Kreis den ÖPNV-Auftrag öffentlich ausschreiben. Man war sich einig, Service und Angebot attraktiver zu machen, damit mehr Menschen den Bus nutzen.

Einzelne Fraktionen formulierten erste Schwerpunkte: Holger Norbert Koch von der FDP setzte sich für ein Beschwerdemanagement ein, „bei dem die Fahrgäste nicht in der Warteschleife stecken bleiben“, Manfred Christiansen (CDU) forderte, regionale Busunternehmen zu berücksichtigen, und Martin Tretbar-Endres (SPD) brachte den Vorschlag ein, auf alternative Antriebsformen zu setzen. Seine Überlegung, der künftig für die Regionallinien zuständigen Busfirma den Einsatz von Subunternehmern zu verbieten, dürfte noch für Gesprächsstoff sorgen. Die Vertreter der Kreisverwaltung machten deutlich, dass man bereits heute auf die Unterstützung von Subunternehmern angewiesen ist.

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