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Weihnachten im BSIC : Wunsch nach Sicherheit und Frieden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Interkulturelle Weihnachtsfeier auf dem Baltic Sea International Campus mit Studenten und zum zweiten Mal mit Flüchtlingen

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2015 | 17:12 Uhr

Als das Licht ausging und die Flüchtlinge aus Eritrea, Armenien, Albanien und Syrien Kerzen in den Händen hielten und gemeinsam mit ihrer Deutsch-Dozentin Mirta Navas das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ anstimmten, kam eine sehr feierliche Stimmung in der Galerie 66 auf. Am Freitagnachmittag feierten Menschen aus vielen verschiedenen Nationen eine interkulturelle Weihnachtsfeier auf dem Baltic Sea International Campus (BSIC). Nicht nur die Studenten des Studienkollegs nahmen daran teil, sondern bereits zum zweiten Mal auch Flüchtlinge, die in Eckernförde eine Bleibe gefunden haben.

Ghana, Marokko, Tadschikistan, Indonesien, China, Polen, Ukraine, Syrien, Armenien, Albanien und Eritrea – eine große internationale Vielfalt war auf der Weihnachtsfeier vertreten. Durch das Programm führten Christiane Feuerstack und Lena Dabrowicz. Advent und Weihnachten – nicht jeder der Anwesenden kannte die Sitten und Gebräuche zur Weihnachtszeit, nicht jeder der Anwesenden kannte die islamischen Feste. Selima (9) aus Tschetschenien wunderte sich, dass die Süßigkeiten aus ihrem Adventskalender bis zum 24. Dezember halten sollten. Ayham aus Syrien erzählte, dass die islamischen Feste sich nach dem Vollmond richteten und stets elf Tage danach stattfanden. In diesem Jahr fällt das nächste Fest zufällig auf den 24. Dezember. In den Moscheen stünden Süßigkeiten auf den Tischen, und jeder könne sich einfach davon nehmen.

Wei Qian, Geschäftsführerin des BSIC, in dessen Räume der Sprachunterricht für die Flüchtlinge stattfindet, und Sabine Bleyer vom Verein Umwelt, Technik und Soziales (UTS), der gemeinsam mit der Awo die Flüchtlingsbetreuung in Eckernförde koordiniert, sind erfreut angesichts der guten Resonanz auf die Einladung zur interkulturellen Weihnachtsfeier.

An dem Weihnachtsbaum hängen Zettel mit Wünschen der Flüchtlinge. Nur selten geht es um materielle Dinge, zumeist handelt es sich um Wünsche, die die Zukunft betreffen. Da wünschte sich Reni Qabbani (42), der mit Frau und Kindern aus Syrien geflohen ist, dass wieder Sicherheit und Frieden in seinem Heimatland einkehren möge. Rezene Makele (22) aus Eritrea möchte eine Ausbildung zum Schreiner beginne. Eine Mutter aus Armenien wünchte sich, dass ihre Kinder in Deutschland die Schule besuchen können, ein Flüchtling wünschte sich, in Deutschland als Friseur arbeiten zu können. Musik spielte bei der Feier eine große Rolle. Da wurde auf Russisch, Polnisch und Indonesisch über Väterchen Frost und den Regenbogen gesprochen und gesungen. Das mulitilinguale Babelfisch-Ensemble spielte einen Sketch auf Deutsch und tanzte – auch zur arabischen Musik. Zwei Kurden präsentierten auf einem Saiteninstrument sehr anrührende Volkslieder, unter ihnen auch Hussein. Der 20-Jährige ist aus Kobani geflohen.

Selbstverständlich fehlte die deutsche Tradition des Weihnachtsmannes nicht. Christiane Feuerstack schlüpfte in das rote Kostüm und hatte für die Kinder Süßigkeiten dabei.

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