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Schüleraustausch : Wunsch nach einer Zukunft unter friedlichem Himmel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

17 Schüler aus der Ukraine besuchen im Rahmen des Projekts „Weltfriedensforum“ die Jungmannschule.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 06:11 Uhr

Eckernförde | Russische Spezialitäten wie Pelmeni, Pirogi und Galuschki standen gestern Vormittag beim gemeinsamen Kochen auf dem Speiseplan von 34 Schülern der Jungmannschule und der ukrainischen Partnerschule Nr. 307. Seit 2008 pflegt die Jungmannschule den deutsch-ukrainischen Schüleraustausch mit der Kiewer Schule. Für anderthalb Wochen sind die ukrainischen Schüler zurzeit zu Besuch in Eckernförde. „Sprachliche Barrieren konnten schon überwunden und Freundschaften geschlossen werden“, sagt Kateryna Kharytych, Deutsch- und Russischlehrerin an der Jungmannschule, die gemeinsam mit ihren ukrainischen Kollegen Andrij Dudchak und Lilia Petrenko den Austausch koordiniert. Zustande kam diese deutsch-ukrainische Begegenung im Rahmen des Projekts „Weltfriedensforum: Weltfriedensbotschafter werden“, das von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Meet Up! Deutsch-ukrainische Jugendbegenungen“ finanziert und von dem Verein der Freunde der Jungmannschule unterstützt wird.

Angesichts der Auseinandersetzungen in ihrer Heimat ist dieses Thema für die ukrainischen Schüler aktueller denn je. In der ukrainischen Gruppe sind vier Jugendliche, die ihre Väter bei Demonstrationen auf dem Maidan-Platz in Kiew oder dem Kriegsgebiet im Osten des Landes verloren haben. Bei dem Austausch gehe es deshalb nicht nur darum, dass die ukrainischen Schüler Deutschland kennenlernen, sondern auch innerhalb ihrer Gruppe ein soziales Netzwerk aufbauen, erklärt Kateryna Kharytych. „Der Austasuch ist auch als eine Art Rehabilitationsreise gedacht.“

Der 16-jährigen Lida aus Kiew ist es wichtig, dass die Menschen in anderen Ländern verstehen, wie die Situation in ihrer Heimat ist. „Hier können wir uns darüber austauschen wie Friede erreicht werden kann.“ Die Schülerin hat das Familienwochenende bei ihrer Austauschpartnerin Lea (15) verbracht. Für die Eckernförderin heißt Frieden, dass sich deutsche und ukrainische Schüler trotz der Vergangenheit aufeinander zu bewegen und Hemmnisse und Vorurteile abbauen können. „Nach einer Woche haben die Schüler festgestellt, dass die Unterschiede gar nicht so groß sind, wie sie vielleicht anfangs dachten“, ergänzt Kateryna Kharytych. „Alle wünschen sich eine Zukunft unter friedlichem Himmel.“

Noch bis Sonnabend werden die Austauschschüler zu Gast in Eckernförde sein, dann geht es für sie zurück in die Heimat. Für Lida war die Zeit in Eckernförde eine „großartige Erfahrung“. Nicht nur, dass sie das Land kennenlernen, sondern auch ihr eigenes Land ihren deutschen Mitschülern näherbringen konnte, sei für sie ein schönes Erlebnis gewesen.

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