zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 11:37 Uhr

Kochduell : Würziges Gulasch vor veganem Klops

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Dr. Telse Stoy gewinnt Auftakt der EZ-Serie Kochduell gegen Thomas Kahn

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 05:45 Uhr

Kurz vor dem Servieren ihrer Vorspeise, der Bebenhausener Klostersuppe, wurde es noch einmal eng mit der Zeit.für Dr. Telse Stoy. Ein Schuss Milch fehlte noch, auch das eine oder andere Gewürz sollte ihrer Bärlauchsuppenkreation noch den richtigen Pfiff verleihen. Doch dann stimmte alles, so dass die beiden Servicekräfte des Schützenhofs, Wiebke Neugebauer und Karolin Wessel, die Terrinen den 25 Juroren an die frisch-frühlingshaft gedeckten Tische bringen konnte. Wem die Gäste den ersten Gang zu verdanken hatten, wurde erst am Ende verraten, da hatten alle schon ihre Punkte für die vier Gänge verteilt. Nach Auszählung der Stimmzettel stand der Sieger fest: Telse Stoy, die Vorsitzende der Heimatgemeinschaft Eckernförde, hatte die erste Runde des Kochduells gewonnen. Am Schnippeltisch und am Herd musste die Ascheffelerin aber alles geben, um gegen ihren Kontrahenten, den Hüttener Förster Thomas Kahn, zu gewinnen. Unterstützt wurden die beiden Hobby-Köche von Michael Stöcken, Küchenchef des „Campfire“ auf dem Aschberg und Mitinitiator des Kochduells sowie dem Küchenteam des Groß Wittenseer „Schützenhofs“, allen voran Michael Schmidt und Claudia Thoms.

Das Bärlauch ihrer Suppe stammt aus Bebenhausen, nahe Tübingen. Stoys Sohn hat die Kräuter dort in den Buchenwäldern gepflückt. Als Hauptgericht versprach sie den Gästen „Würze statt Feuer“ und nannte ihr Gulasch aus den Hüttener Bergen „Der Norden grüßt Ungarn“. „Das feurige Paprika wird ersetzt durch Gewürze wie Salbeiblätter, Nelken und Piment“, sagt sie. Dazu servierte sie – ganz schleswig-holsteinisch – Kartoffelstrudel. Fünf Kilogramm Kartoffeln und fünf Kilogramm Fleisch wurden dafür unter anderem verarbeitet

Wer von einem Förster ein Wildgericht erwartet, der wurde enttäuscht. Thomas Kahn kochte ganz und gar vegan. „Meine Frau Marita isst überwiegend vegan“, sagte er. Bei besonderen Anlässen bestelle sie sich aber schon mal Fisch oder Fleisch. „Da ich die Urlaube plane, muss ich vorher schauen, ob es an dem Ort auch vegane Restaurants gibt“, so Kahn. Sein Gericht beim Kochduell hat er gemeinsam mit seiner Frau herausgesucht und drei bis viermal am heimischen Herd geübt. Der 60-Jährige kreierte Buletten aus Kidneybohnen und Zwiebeln garniert mit einem Zuccini-Dip. Er nannte den Gang kurz und bündig „Zwikid-Bulette mit Greendip“. Zum Nachtisch gab es Birne mit Grapefruit, die er aufgrund der kunstvollen Herrichtung durch Michael Stöcken am Ende als „Gefächerter Vogel“ bezeichnete. Zuhause, gibt Kahn selber zu, stehe er kaum am Herd. Als seine Frau studierte und seine Kinder klein waren, so vor 25 Jahren, da musste er für volle Teller sorgen. „Da gab es Nudeln“, weiß er noch gut. Seine Kinder schenkten ihm später eine Pasta-Schürze, die er auch am Dienstag im Schützenhof stolz trug.

Auch Koch Michael Stöcken lernte an dem Abend dazu. „Das Vegane wird immer mehr gefragt, damit muss man sich als Restaurant auseinandersetzen“. Er schloss auch nicht aus, die Kahn’sche Bulette mit auf die Karte des „Campfire“ zu setzen.

Auch für die Hausherren, das Ehepaar Wiebke und Bernd Schmidt, gibt es nach fast 125 Jahren Schützenhof-Tradition etwas Neues zu entdecken. „Das Besorgen der Zutaten hat Spaß gemacht“, erzählte Wiebke Schmidt. „Dinge wie Salbeiblätter oder Kidneybohnen gehören sonst nicht auf unseren Einkaufszettel.“

Zum Abschluss lüfteten dann die beiden Kandidaten gegenüber den zufriedenen und gesättigten Gästen das Geheimnis, wer für welchen Gang verantwortlich gewesen ist.

Telse Stoy und Thomas Kahn sammelten dann noch Spenden für zwei Projekte: Den Förderverein der Hüttener Kirche und die Deutsche Waldjugend.


>www.hotel-schützenhof.de

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert