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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 00:23 Uhr

Würdigung eines liberalen Urgesteins

vom

Empfang zum 75. Geburtstag von Jens Ruge mit Vertretern aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Altenholz | Fast zwei Drittel seines Lebens war Jens Ruge ehrenamtlich für die FDP tätig - entsprechend groß war die Zahl der Gäste aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik, die gestern gemeinsam mit weiteren Wegbegleitern aus der Europa-Union sowie dem Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte, Freunden und Familie in die Villa Hoheneck gekommen waren, um den 75. Geburtstag des "liberalen Urgesteins" zu begehen.

Bereits 42 Jahre kämpften sie gemeinsam für die liberale Sache, ließ der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Wolfgang Kubicki wissen und verriet, dass er die große Ehre gehabt habe, Mitarbeiter von Ruge in dessen Zeit als Landtagsabgeordneter gewesen zu sein. Als Landesvorsitzender habe er die Basis dafür gelegt, dass aus ihm was geworden sei, berichtete Kubicki weiter. Doch nicht nur er, auch die Partei habe ihm viel zu verdanken, habe er doch das Bild der FDP als Rechtsstaatspartei in Deutschland geprägt. Weiter stehe Ruge dafür, dass nicht alles das, was eine Mehrheit wolle, auch das sei, was zu tun ist. "Die Liberalen brauchen charakterstarke Köpfe wie ihn", betonte Kubicki und scherzte: "Bleib wie du bist. Du wirst dich eh nicht ändern."

Der FDP-Landesvorsitzende Dr. Heiner Garg würdigte Ruge als einen Politiker, für dessen Handeln immer die Menschen im Mittelpunkt stünden. Garg: "Das ist, was dich ausmacht und die FDP in Schleswig-Holstein geprägt hat." Er selbst habe in Ruge trotz heftiger Auseinandersetzungen in der Sache einen Freund gefunden, "und ich freue mich, deinen Rat auch weiterhin in Anspruch nehmen zu können." Regine Schlegelberger-Erfurth überbrachte die Glückwünsche des FDP-Kreisverbands und der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker. Sie sieht in ihm den "elder states man", in dem das liberale Feuer noch immer brenne, der den Staffelstab aber bei all seinen Tätigkeiten immer weitergegeben habe. Gedanklich sei er mit Theodor Heuss, Deutschlands erstem Bundespräsidenten, verwandt, der einst sagte: "Die Gemeinde ist wichtiger als der Staat. Das Wichtigste in der Gemeinde sind die Bürger." Dr. Volker Clauß, ehemaliger Bürgervorsteher der Gemeinde Altenholz, hob die "wichtigen Impulse" hervor, die Ruge im Gemeinderat gegeben hatte und nannte als Beispiele die Einführung der Einwohnerversammlung vor jeder Gemeindevertretung sowie den Einsatz um die Aktiv-Region.

Dass Ruge politisch so engagiert sein würde, schien ihm in die Wiege gelegt worden zu sein, wie sein Cousin Henning Fischer aus Berlin erläuterte. Ihr gemeinsamer Großvater Dr. Max Ruge war Abgeordneter des Reichstags für die Deutsche Freisinnige Partei, die damals drittstärkste Kraft war und links neben der SPD saß. Zur Feier des Tages überreichte er seinem Cousin zwei Reden ihres Großvaters und einen Plan über die Sitzverteilung im Reichstag aus den 1890er Jahren.

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