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Forschungsschiff : WTD schickt „Planet“ in die Volkswerft

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Forschungskatamaran kommt erst Ende November wieder zurück in den Heimathafen Eckernförde. Es ist der mittlerweile fünfte Reparatur-Auftrag für die Großwerft in Stralsund.

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erstellt am 23.Jun.2015 | 06:24 Uhr

Eckernförde | Der blau-weiße Forschungskatamaran „Planet“ aus Eckernförde liegt seit kurzem wieder am Kai der Stralsunder Volkswerft. Fünf Mal hat damit das markante Flaggschiff der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe, Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung (WTD 71) und der Forschungsgesellschaft der Bundeswehr für Wasserschall und Geophysik (FWG) an der Werftpier festgemacht. Für die Besatzung ist die Hansestadt somit fast zur zweiten Heimat geworden. Nicht umsonst ziert eine Stralsund-Tischflagge die Brücke der „Planet“. Das berichtet der frühere Eckernförder Dr. Peer Schmidt-Walther, der seit 1994 in Stralsund lebt und als Reise- und Schifffahrtsjournalist sowie Marine-Presseoffizier der Reserve das Geschehen auf See und in den Häfen im Blick hat.

Im vergangenen Jahr war das Doppelrumpf-Schiff mit einem Eckernförder U-Boot an den Küsten der USA und in den letzten Monaten im Mittelmeer unterwegs. Solche Einsätze bleiben nicht ohne Spuren. Neben Klassifizierungsarbeiten ist nun auch „Haare schneiden und Rasieren“ angesagt, zu Deutsch: Routine-Schiffspflegearbeiten wie Malarbeiten und die Beseitigung betriebsbedingter Schäden. Erst Ende November wird das modernste Forschungsschiff seiner Art in der Nato wieder in seinen Heimathafen Eckernförde zurückkehren.

Forschen, wo die Deutsche Marine fährt – so könnte man den Auftrag für das hochmoderne Schiff formulieren. Der bei den Nordseewerken in Emden gebaute und Ende Mai 2005 in Dienst gestellte Erprobungskatamaran setzt dabei Maßstäbe in Funktion, Konstruktion und Dimension. In konstruktiver und technischer Hinsicht betraten die Konstrukteure gleich auf mehreren Gebieten absolutes Neuland, unter anderem bei der Konstruktion des trapezförmigen Unterwasserschiffes mit Flossenstabilisatoren, der Festigkeit und Stabilität des Rumpfes und der Schallreduzierung. Die damit verbundenen besonderen Eigenschaften versetzen die „Planet“ in die Lage, auch bei rauer bis stürmischer See wie beispielsweise in der Biskaya fast vollkommen vibrationsfrei und geräuscharm zu fahren, um qualitativ hochwertige Messreihen und Forschungsergebnisse zu ermöglichen.

Die WTD 71 verfügt über eine Flotte von acht modernen Erprobungsschiffen einschließlich des Forschungsschiffes „Planet“. Die national wie international gut vernetzte WTD entwickelt und prüft die gesamte Bandbreite maritimer Wehrtechnik, der Schwerpunkt sind dabei Schiffe und das Zusammenwirken unterschiedlicher Komponenten. Für diese komplexen Tätigkeiten werden besondere, zum Teil einzigartige, technische Einrichtungen wie die Anlagen für die magnetische Vermessung und Behandlung von Schiffen – zum Beispiel der große Erdmagnetfeldsimulator für Schiffe und U-Boote zur Überprüfung des magnetischen Schutzzustandes der Schiffe in Schirnau, die akustische Messstelle in Aschau oder der Torpedoschießstand in Eckernförde verwendet.









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