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schleischule : Wortbruch: Schulrat enttäuscht Eltern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Eltern der Schleischüler kritisieren „kuriosen Lehrerwechsel“ und fürchten Unruhe für den Unterrichtsbetrieb.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2014 | 07:03 Uhr

Für ein halbes Jahr wird die Lehrerin der neuen zweiten Klasse nach Waabs versetzt. Wie gestern kurz berichtet, sind die Eltern erbost, besonders über die Art und Weise, in der Schulrat André Berg vorgegangen ist. Die stellvertretende Schulelternbeiratsvorsitzende Uta Christen erläuterte gegenüber der Eckernförder Zeitung noch einmal ausführlich die Hintergründe.

Im Sommer 2013 kam eine Lehrerin zur Schleischule, um die erste Klasse zu übernehmen. „Sie arbeitet sich ein, schafft ein Vertrauensverhältnis zu der Klasse, die aus 27 Kindern besteht, und vermittelt den Unterrichtsstoff bravourös“, beschreibt Christen die Lage. Zur Freude der Schüler und Eltern bleibt die Lehrerin und wird dauerhaft an die Schleischule versetzt. Sie soll die jetzige zweite Klasse übernehmen, doch es kommt anders: Die Grundschule in Waabs hat einen personellen Engpass. Nach Aussage des Schulrats André Berg verfügt die Schleischule über einen Überhang von einer halben Stelle, da liege es nahe, dass der Nachbarschule bei der aktuellen Unterversorgung ausgeholfen werde. Es findet sich eine Lehrkraft an der Schleischule, die nicht fest eingebunden ist und sich bereit erklärt, nach den Sommerferien für sechs Wochen nach Waabs zu wechseln. „Dazu hatten wir auch die mündliche Zustimmung des Schulrats“, berichtet die stellvertretende Schulelternbeiratsvorsitzende weiter. Unverständlich ist daher für die Eltern, warum diese Entscheidung am nächsten Tag revidiert wurde. Ausgerechnet die Lehrkraft, die als Klassenlehrerin für die zweite Klasse vorgesehen war, soll stattdessen nach Waabs. „Einen roten Faden“ solle die Lehrerin in die Waabser Grundschule bringen, habe der Schulrat den mehr als erstaunten Eltern auf ihre Nachfrage hin mitgeteilt, berichtet Christen weiter. Als aus den sechs Wochen Vertretung plötzlich ein halbes Schuljahr wurde, baten die Elternvertreter um ein persönliches Gespräch. „Zu diesem Termin wurde uns zugesagt, dass die Lehrerin nach den Herbstferien für vier Stunden in ihre zweite Klasse zurückkommen würde. Darüber hinaus sicherte der Schulrat uns mehrfach zu, dass sie ebenfalls zurück kommen würde, falls ihre Vertretung krankheitsbedingt ausfallen sollte“, so Christen weiter. Das sei nun eingetreten und nicht die Klassenlehrerin komme nun zurück, sondern eine dritte Lehrkraft aus Eckernförde sei nun abgeordnet worden, um die zweite Klasse in Rieseby zu übernehmen. „Das bringt nicht nur viel Unruhe in den Schulbetrieb, es werden auch wissentlich die Brückenpfeiler wie Vertrauen, Sicherheit und Stabilität, die das Lernen erst ermöglichen, eingerissen – bei Kindern wie auch bei den Eltern“.

Schulrat Berg hat durchaus Verständnis für die Reaktion der Eltern, erklärte aber, er könne die Gründe für diese Entscheidungen nicht öffentlich machen. Er versprach aber, dass die beliebte Klassenlehrerin am 1. Februar wieder in Rieseby sein wird und betonte, dass so beide Schulen mit kompletter Lehrerversorgung nach den Sommerferien starten können.

Für Uta Christen und ihre Kolleginnen aus dem Elternbeirat ein schwacher Trost: „Wir Eltern sind sehr enttäuscht über den doppelten Wortbruch und sind verärgert, wie mit unseren Kindern und auch mit uns umgegangen wird.“

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