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Überflutungen in Eckernförde : Wolkenbruch setzt Straßen unter Wasser

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Heftige Niederschläge haben gestern Nachmittag den Kakabellenweg und Noorstraße in nur 30 Minuten überschwemmt. Die Folge: Motorschäden und hochgedrückte Gullideckel.

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erstellt am 04.Aug.2017 | 06:12 Uhr

Eckernförde | Es hat geschüttet, nur eine halbe Stunde lang zwischen 14.50 und 15.20 Uhr, aber das reichte, um die neuralgischen Punkte in Eckernförde – die Senken in der Noorstraße und im Kakabellenweg –, innerhalb kürzester Zeit in eine Seenlandschaft zu verwandeln. Die Autofahrer reagierten höchst unterschiedlich: Einige hatten gehörigen Respekt vor der Wasserfläche auf dem Asphalt, stoppten und wendeten ihre Fahrzeuge, andere scherten sich nicht darum und durchpflügten die Überschwemmung im Schritttempo oder mit nahezu unveränderter Geschwindigkeit, so dass das Wasser in hohen Fontänen zur Seite spritzte. Einige Autofahrer und Beifahrer waren von dem Ereignis so fasziniert, dass sie ihre Durchfahrt durch die Fluten mit dem Smartphone filmten.

Im Kakabellenweg standen ein Mercedes und ein VW mit Warnblinkanlage und Motorschaden auf der Fahrbahn. Zumindest sprangen die Fahrzeuge nicht mehr an, nachdem sie durch das etwa kniehohe Wasser gefahren wurden und das Wasser den Motor überspült hatte. Später sperrte die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde die Zufahrt von der B 76 in den Kakabellenweg.

Auch die beiden Unterführungen für Fahrradfahrer und Fußgänger am Lornsenplatz und in der Reeperbahn standen innerhalb kürzester Zeit unter Wasser. Am Lornsenplatz wollte ein junger Mann mit durchnässten Schuhen die Radfahrer schützen und versuchte, die Durchfahrt mit einem dünnen Baumstamm zu sperren. Eine gut gemeinte Aktion, die aber von den Radlern nicht angenommen wurde, weil das Wasser dann doch nicht so hoch stand und die Lage keineswegs so dramatisch war – der junge Mann warf seine Sperre in die Grünanlage.

Am Lornsenplatz wollte ein junger Mann mit durchnässten Schuhen die Radfahrer schützen und versuchte, die Durchfahrt mit einem dünnen Baumstamm zu sperren.

Am Lornsenplatz wollte ein junger Mann mit durchnässten Schuhen die Radfahrer schützen und versuchte, die Durchfahrt mit einem dünnen Baumstamm zu sperren.

Foto: Gernot Kühl
 

Die Niederschlagsmenge war mit 20 Millimetern pro Quadratmeter erheblich. Mitarbeiter des Klärwerks hatten diesen Wert gemessen. Sie waren pausenlos im Stadtgebiet im Einsatz, um die Kanalisationen zu überprüfen und entsprechende Gegenmaßnahmen im Falle einer Überlastung des Kanalnetzes einzuleiten oder die Gefahrenstelle abzusichern.

Ein neuralgischer Punkt war der Kakabellenweg. Nach Auskunft von Bauamtsleiter Roy Köppen trifft dort die gesamte Regenwasserleitung von Eckernförde Süd zusammen. Bei extremem Starkregen wie am Donnerstagnachmittag sei die Kanalisation temporär überlastet. Das Wasser wird übrigens ins Noor geleitet.

Der heftige Wolkenbruch war offenbar punktuell auf Eckernförde und die unmittelbare Umgebung beschränkt. Die umliegenden Orte waren kaum betroffen. Nur in Osterby wurden die Helfer vom Regenguss überrascht, als sie gerade den Festplatz im Auetal für das Dorffest am Wochenende vorbereiteten. Sie pumpten das Wasser in die Au und warteten anschließend auf die kurzfristig bestellten Holzhackschnitzel, um den Boden wieder begehbar zu machen. Auf dem Campingplatz Hemmelmark war ebenfalls Land unter, die Feuerwehr musste allerdings nicht ausrücken, die Campingplatzbetreiber hatten die Lage in Eigenregie im Griff.

Bei der Polizei in Eckernförde gingen viele Meldungen ein. „Hier ist die Hölle los“, hieß es auf der Wache. Im Jungfernstieg sowie im Bereich Mühlenberg / Bergstraße / Schleswiger Straße und Rosseer Weg / Amselweg haben die Wassermassen etliche Gullideckel hochgedrückt, und die Noorstraße musste kurzzeitig wegen Überflutung gesperrt werden. Auch die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde war in kürzester Zeit gefordert, um der Wassermassen Herr zu werden. Die Schwerpunkteinsätze waren im Kakabellenweg und im Hörst. Dort war Wasser in einen Laden gelaufen.


 

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