Förderverein St. Nicolai Eckernförde : Wolfgang Linden: "Profi-Sabbler" und Katholik wird neuer Vorsitzender

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Hochschulprofessor übernimmt den vakanten Vorsitz im Förderverein des St.-Nicolai-Kirche

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12. Dezember 2019, 16:24 Uhr

Uns ist der Vorsitzende abhanden gekommen, und wir müssen einen Nachfolger wählen Roland Otto, 2. Vorsitzender des Fördervereins St. Nicolai

Eckernförde | Die Satzung ist das Gesetz eines Vereins -  und das schreibt vor, dass der Vorstand des „Förderverein St. Nikolai Kirche“ aus dem 1. Vorsitzenden, einem Vertreter, Schriftführer und Kassenwart bestehen muss. „Uns ist der Vorsitzende abhanden gekommen, und wir müssen einen Nachfolger wählen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Roland Otto im Gespräch mit unserer Zeitung den Grund dieser außerordentlichen Sitzung.

Ich bin ein Profi-Sabbler Der Hochschulprofessor Dr. Wolfgang Linden in seiner Vorstellungsrede
 

Es war nicht ganz einfach, aus den etwa 150 Mitgliedern eines für diesen Posten zu gewinnen. Lediglich 15 Teilnehmer waren zu dieser Sitzung gekommen. Sie haben nach einer flammenden Fan-Rede von Pastor Dirk Homringhausen Dr. Wolfgang Linden zu ihrem neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Linden bezeichnete sich in seiner Vorstellungsrede als „Profi-Sabbler“, der von morgens bis abends an der Hochschule redet. Schon damit war das Eis gebrochen – eine rheinische Frohnatur an der Spitze des Fördervereins, dazu ein sachkundiger Baukenner mit Wurzeln in einer Orgelbauerfamilie. Das passt bestens, um viele noch bevorstehende  Aufgaben zu lösen.

Ich wohne seit 25 Jahren in Eckernförde und bin immer noch katholisch Dr. Wolfgang Linden
 

„Ars longa vita brevis“ (Die Kunst überdauert die Lebensphasen des Menschen) war dann  auch der bestimmende Inhalt seiner Vorstellungsrede.  Der aus Köln stammende Spezialist für Baustoffe war Dozent an der Bauschule und ist nach deren Auflösung an der Technischen Hochschule Lübeck tätig. Er wohnt seit 25 Jahren („und bin immer noch katholisch“) in Eckernförde.

Weil fast alles fertig ist, bewerbe ich mich um den Vorsitz des Vereins. Es gibt nichts mehr zu tun! Wolfgang Linden
 

Als Spezialist für Mauersalpeter kenne er sich gut aus mit den Problemen von Feuchtigkeit in alten Bauwerken. „Er ist eigentlich ein wunderbarer Stoff für die Anzeige von Feuchtigkeit“, gewann er ihm auch eine nützliche Seite ab. Seine persönliche Situation beschrieb Dr. Linden so: „Ich bin  eigentlich mit allem fertig, will noch ein paar Bücher schreiben. Die Kirche ist saniert, das Dach ist gedeckt, der Turm ist gerade. Weil fast alles fertig ist, bewerbe ich mich um den Vorsitz des Vereins. Es gibt nichts mehr zu tun!“, meinte er scherzhaft. Ein Mann, der lieber Aufgaben  löst und erledigt, statt unter ihrer Last zu leiden. Und er stellte gleich mögliche Projekte vor, die man in seiner zweijährigen Amtszeit in Angriff nehmen könnte. „Wir könnten die Grüfte sanieren, Fördermittel einwerben und vieles mehr.“

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Abgeschlossen wurde die Sitzung mit einem beeindruckenden Bericht von Katja Kanowski über die abgeschlossene Modernisierung der 257 Jahre alten Heßler-Orgel, die nun mit weniger Tastendruck leichter und dank elektronischer Registrierhilfen auch komfortabler zu spielen ist. „Nun können wir auch Gast-Organisten einladen!“ Mit der „Toccata“ aus der 5. Orgel-Sinfonie von Charles-Marie Widor zeigte sie beeindruckendes Orgelspiel, Finger- und Fußfertigkeit für grandiose Klangwirkungen. Durch die Orgelführung und Kurzkonzert auf der Empore wurde die außerordentliche Mitgliederversammlung zum besonderen  Klang- und Kunsterlebnis in St. Nikolai. Wirklich außerorderdentlich!

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