zur Navigation springen

sozialer Wohnungsbau : Wohnen muss bezahlbar sein

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Soziale Wohnungsbau stand im Fokus einer Podiumsdiskussion von Grünen, SPD und Bürgermeister Sibbel. Das Fazit: Die Stadt will massiv den Bau von Sozialwohnungen vorantreiben.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 06:41 Uhr

Die Entwicklung der letzten Jahre bereitet vielen Eckernfördern Sorgen: Die Stadt wird für Investoren immer attraktiver, hochpreisige Wohnungen schießen wie Pilze aus dem Boden, der Mietspiegel liegt mit 6,90 Euro über dem Landesdurchschnitt von 6,44 Euro. Für SPD und Grüne war das bei der vergangenen Kommunalwahl ein Grund, die Förderung des sozialen Wohnungsbaus in ihre Programme aufzunehmen. Wie der Stand der Dinge ist, haben sie am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion vor 40 Zuhörern in der ehemaligen Volkshochschule in der Frau-Clara-Straße erläutert.

Zahlen und Fakten nannte Moderator und Grünen-Ortsvorsitzender Joschka Knuth: 2011 unterlagen 990 Wohnungen in Eckernförde einer sozialen Zweckbindung. Noch in diesem Jahr wird für 401 Wohnungen die soziale Wohnbindung entfallen. Das entspricht einem Rückgang von 41 Prozent. Laut städtischem Wohnraumversorgungskonzept sollen deshalb bei Bauvorhaben ab 30 oder 40 Wohneinheiten 25 Prozent dem sozialen Wohnungsbau zuzurechnen sein.

Fördermöglichkeiten gibt es vom Land, erklärte SPD-Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli. Über 130 Millionen Euro sind im vergangenen Jahr bewilligt und damit über 8000 geförderte Wohnungen auf den Weg gebracht worden, überwiegend in Lübeck, Kiel, dem Hamburger Umland und auf Sylt, die im Fokus der Offensive für bezahlbaren Wohnraum liegen. Eckernförde steche jedoch im Vergleich mit anderen Städten im ländlichen Raum beim Mietspiegel hervor: „Jetzt ist die Zeit, um Fakten zu schaffen.“

Auch Bürgermeister Jörg Sibbel nannte steigende Mieten ein großes Problem. Es sei an der Zeit, vom Land als förderfähig anerkannt zu werden. „Wir stehen gleich hinter den genannten Kommunen an fünfter Stelle.“ Als Ergebnis des Gesprächs wollte das der Grünen-Landtagsabgeordnete Detlef Matthiessen mit in den Landtag nehmen.

Platz für neuen sozialen Wohnungsbau gibt es nach auf dem Areal der Nooröffnug, im Domsland II, auf einem Grundstück hinter dem Schulzentrum, auf dem Gelände der ehemaligen Bauschule im Lorenz-von-Stein-Ring, im Grasholz und irgendwann in der Preußerkaserne. Wichtig sei bei der Wohnungspolitik eine „Durchmischung von Generationen und Einkommen, auch in allen Lagen der Stadt.“ Die Investoren müssten einen Vertrag unterschreiben, dass ab einer Größenordnung von 30 neuen Wohneinheiten 25 Prozent als sozialer Wohnungsbau angeboten werden. „Ich glaube, dass wir uns das leisten können, so gegenüber Investoren aufzuschlagen“, sprach Sibbel die Attraktivität der Stadt an. „Die Zeiten sind vorbei, in denen jeder Investor mit Kusshand genommen wurde.“

Dem pflichtete der SPD-Fraktionsvorsitzende Martin Klimach-Dreger bei: Hohe Miet- und Kaufpreise ließen sich in 1A-Lagen zwar rechtfertigen, für die Vitalität der Stadt benötige man aber eine Mischung mit bezahlbarem Wohnraum und unterschiedlichen Wohnformen.

Ein solcher Vertrag würde laut stellvertretender Grünen-Fraktionsvorsitzender Jenny Kannengießer eine Mehrheit in der Ratsversammlung finden. „Alle Parteien ziehen an einem Strang.“ Ein entsprechender Prüfantrag sei schon einstimmig in den Finanzausschuss eingebracht worden.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen