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„Wohlstand durch Schulden ist ein Trugschluss“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 29.Okt.2014 | 12:44 Uhr

Milliardenschwere Rettungsschirme im Eurogefüge, Banken, die mit öffentlichen Mitteln gestützt werden, Wohlstand auf Pump – das Thema, das der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler jetzt im Rahmen seiner Buchvorstellung im Technik- und Ökologiezentrum anriss, geht jeden an. Entsprechend gut besucht war die Veransaltung der FDP Eckernförde-Schlei-Ostsee.

„Nicht mit unserem Geld“, heißt sein neues Buch. Zentrale These: „Risiken und Haftung müssen zusammenliegen“, so der Autor, der von der bisherigen Form des Rettungsschirms nichts hält und darüber hinaus die jüngere Europolitik als eine Ansammlung von kollektiven Rechtsbrüchen bezeichnet. Komprimiert beschreibt Schäffler die Wechselwirkung zwischen Geldpolitik und Konsum, erzählt von der Eurogeschichte, wie er sie selbst aus Abgeordnetensicht erlebt hat. „Dass Schulden so gut wie nicht mehr verzinst werden, führt im Umkehrschluss auch dazu, dass das Sparvermögen der Menschen vernichtet wird“, so seine Anklage, wohlwissend, dass Häuslebauer und Finanzminister vom billigen Geld profitieren.

Die Gefahren, die daraus entstünden, würden von vielen gesehen aber auch gerne verdrängt. Schäffler beschrieb nachvollziehbar, warum der wirtschaftliche Zusammenbruch Griechenlands historisch bis weit in die Vergangenheit bedingt war und dass sich keiner der Illusion hingeben solle, dass die in das Land gepumpten Rettungsmilliarden jemals wieder zurückflössen. „Die eigentliche Krise ist nicht der Euro, sondern das Finanzsystem, denn über Schulden Wohlstand zu erzeugen, ist ein Trugschluss“, so Schäffler.

So komplex das Thema auch war, in der anschließenden Fragerunde wurden auch Lösungsansätze diskutiert, darunter auch das radikalste Beispiel: ein EU-Land, das die Regeln bricht und damit die anderen in Gefahr bringt, einfach vor die Tür zu setzen.


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