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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 04:02 Uhr

Wohin entwickelt sich Gettorf ?

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erlebniswoche der Senioren blickt mit verschiedenen Veranstaltungen zurück und voraus / Eröffnung gestern mit historischem Markt

von
erstellt am 27.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Mit einem historischen Markttag wurde gestern die dritte Erlebniswoche der Senioren eröffnet. Das vom Seniorenbeirat der Gemeinde zusammengestellte Programm bietet bis Sonnabend eine bunte Mischung an Aktivitäten von Exkursionen über Vorträge und Diskussionen bis hin zu Musik und Literatur. Sie alle stehen unter dem Motto „Das Landleben im Wandel“.

Einen Wochenmarkt, wie ihn die Gettorfer und Bürger aus dem Umland in der Fußgängerzone kennen, gab es früher zwar nicht. Aber in der Zeit, als es noch einen Zunftzwang gab, war Gettorf für seinen Vieh- und Krammarkt bekannt, der vier Mal im Jahr über mehrere Tage die Menschen in den Ort lockte. Die bronzenen Marktfrauen am Eingang zur Fußgängerzone erinnern heute noch daran. Weil in Gettorf kein Handwerker einer Zunft vertreten war, durften diejenigen, die einem Handwerk nachgingen, nur grobe Dinge anfertigen, erläuterte Dr. Dieter Kolbe, Vorsitzender des Windmühlen- und Verschönerungsvereins, zur Einführung in die Erlebniswoche. „Wollte man bessere Sachen haben, musste man in die Städte fahren, und das war den meisten Menschen gar nicht möglich“, berichtete Kolbe weiter. Die Markttage waren daher eine willkommene Gelegenheit, sich einzudecken. „Die Restaurants und Gasthöfe waren dann überfüllt, und davon hatte Gettorf einige“, sagte Kolbe weiter. Auf 1200 Einwohner kamen Ende des 19. Jahrhunderts 14 Gaststätten, die auch von den Arbeitern, die in den Bau der Bahnverbindung von Kiel nach Eckernförde sowie des Nord-Ostsee-Kanals eingebunden waren, profitierten. In der Zeit entwickelte sich auch der Spirituosenhersteller Behn, der seinen Ursprung in Gettorf hatte, betonte Kolbe.

Auf dem historischen Markt bot der Windmühlen- und Verschönerungsverein dann altes Handwerksgerät an, das in der Remise doppelt vorhanden und gegen eine Spende zu erstehen war. Für einen Einsatz kämen die Dinge zwar nicht mehr in Frage, für dekorative Zwecke allemal, merkte Kolbe an.

Zuvor hatte der Beiratsvorsitzende Roland Lauterbach die Eröffnungsgäste im Sitzungssaal begrüßt und zeigte sich erfreut, dass so viele gekommen waren. „Das ist ein Zeichen der Anerkennung und Ermutigung für alle, die sich auf diese Woche freuen“, stellte Lauterbach fest. „Ich bin begeistert, mit wieviel Herzblut und Engagement sie dieses Programm erarbeitet haben“, lobte Bürgermeister Jürgen Baasch und zollte dem Beirat für die vielfältigen Angebote, die er seit seiner Gründung 2010 auf die Beine gestellt hat, Respekt. Das Gremium werde als Lobby der älteren Mitbürger wahrgenommen und gehört, fügte Amtsdirektor Matthias Meins hinzu. „Sie greifen auch Themen auf, die für Politik und Verwaltung nicht so angenehm sind – aber immer fair“, sagte Meins weiter und erinnerte beispielsweise an die Straßenreinigungssatzung. Er habe nie das Gefühl gehabt, dass man Politik und Verwaltung damit etwas Böses wolle. Nie gab es ein überhebliches Fordern, statt dessen stets ein konstruktives Miteinander, so der Amtsdirektor. Als „absolut vorbildlich“ würdigte Amtsvorsteher Kurt Arndt die Arbeit des Seniorenbeirats, die nicht nur befruchtend für Gettorf, sondern auch für die Region sei. Die Interessenvertretung betreibe Altenpolitik mit und nicht für Ältere, stellte Peter Ohlsen vom Kreisseniorenbeirat anerkennend fest.

Während eine Teilnahme an den Ausflügen und Exkursionen dieser Woche nur für die bereits angemeldeten Personen möglich ist, sind die Veranstaltungen am Nachmittag und Abend offen. Nach der politischen Diskussion gestern Abend, bei der erörtert wurde, inwieweit Gettorf städtisch wird, geht es heute um 19 Uhr im Gemeindehaus um ländliche Kultur im Wandel. Morgen Abend stehen dann globale Entwicklungen und die Folgen für den ländlichen Raum im Mittelpunkt. Dazu wird Herrmann-Josef Thoben vom Ministerium für ländliche Räume erwartet. Auch die Journalistin und Autorin Jutta Kürtz wird anwesend sein und über die Rolle der Frau auf dem Land sprechen.

Begleitend zum Programm der Erlebniswoche hat Britta Günther, Leiterin der Gemeindebücherei, passende Literatur ausgewählt und zusammengestellt. Interessierte können sie zu den Öffnungszeiten ausleihen.

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