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Katastrophenschutz : „Wölfi“ – der Schatz der Feuerwehr Altenholz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Löschgruppenfahrzeug 16 TS wurde vor 50 Jahren gebaut und ist noch immer im Einsatz

von
erstellt am 10.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Den Namen „Alter Schatz“ verdient das Löschgruppenfahrzeug 16 TS der Freiwilligen Feuerwehr Altenholz allemal. Das 1964 gebaute Fahrzeug ist seit nunmehr 50 Jahren im Einsatz. Die Altenholzer Feuerwehr erhielt das Fahrzeug 1972 im Austausch für ein TLF 8 und eine Feldküche, die im Rahmen des Katastrophenschutzes 1966 an die Wehr übergeben worden waren. Seitdem verrichtet der Magirus Eckhauber seinen Dienst in der Gemeinde und darüber hinaus.

In der Alarm- und Ausrückeordnung der Feuerwehr Altenholz ist das Fahrzeug für die Wasserförderung über lange Wegstrecken und bei größeren Lenzeinsätzen vorgesehen. Auf Grund der drei modernen gemeindeeigenen Löschfahrzeuge kommt es dort aber selten zum Einsatz. Ganz anders sieht es im überörtlichen Katastrophenschutz aus. Die Feuerwehr Altenholz gehört der 2. Feuerwehrbereitschaft des Kreises-Rendsburg-Eckernförde an. Zu deren jüngsten Einsätzen, zu denen auch die Altenholzer Kameraden mit dem Magirus-Eckhauber ausgerückt sind, gehörten unter anderem die Deichsicherung bei Behrensdorf (Kreis Plön) im Jahr 2010 und vor allem das Hochwasser in Mitteleuropa im Juni 2013. Bei letzterem Einsatz begab sich am 14. Juni 2013 sowohl das Fahrzeug, als auch die neun Einsatzkräfte starke Besatzung, auf die vermutlich längste Einsatzfahrt der Feuerwehrkarriere: Im Konvoi mit circa 40 Feuerwehrfahrzeugen und mehr als 300 Einsatzkräften rückten die
Altenholzer nach Sachsen-Anhalt aus. Dort wurde das Fahrzeug bis zum 20. Juni im überfluteten Dorf Schollene eingesetzt. Das sowohl die mehrstündigen Fahrten, als auch der Einsatz der Pumpen ohne größere Komplikationen verliefen, ist bei einem derart alten Fahrzeug nicht selbstverständlich und ein Verdienst der guten Pflege und Wartung durch den stellvertretenden Gerätewart Wolfgang Bock. Ihm zu Ehren trägt das Fahrzeug, das neben dem Einsatzdienst auch regelmäßig auf Feuerwehr-Oldtimer treffen präsent ist, den Spitznamen
„Wölfi“.

Mit dem stolzen Alter von 50 Jahren erregte „Wölfi“ in jüngster Vergangenheit im Zuge der Diskussion um den Zustand des Schleswig-Holsteinischen Katastrophenschutz-Fuhrparks die Aufmerksamkeit von Print- und TV-Medien in Schleswig-Holstein. Das Fahrzeug hat – trotz des dem Dienstalter entsprechend guten Zustandes – Symbolcharakter für den in die Jahre gekommenen Katastrophenschutz-Fuhrpark. So könnte man bei einer Einsatzfahrt meinen die Zeit sei stillgestanden: das Fahrzeug verfügt weder über Sicherheitsgurte, ABS oder Servolenkung, die Einsatzkräfte sitzen bei Fahrten mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde Spitzengeschwindigkeit auf Holzpritschen. Auch wenn „Wölfi“ nicht zeitgemäß ist, wird er wohl auch in den nächsten Jahren noch Einsatzdienst verrichten.

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