jubiläum : Wo vor 50 Jahren Kühe standen, wird heute gebetet

Die Versöhnungskirche in Barkelsby feiert am Pfingstwochenende ihr 50-jähriges Jubiläum.
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Die Versöhnungskirche in Barkelsby feiert am Pfingstwochenende ihr 50-jähriges Jubiläum.

Das Kirchenzentrum Barkelsby feiert sein 50-jähriges Bestehen. Am 23. Mai 1965 wurde die Versöhnungkirche, die erst fünf Jahre später ihren Namen erhielt, geweiht.

shz.de von
19. Mai 2015, 06:05 Uhr

Sie liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße und ist doch unbestritten einer der Mittelpunkte im Dorfleben – die Versöhnungskirche in Barkelsby. Am 23. Mai besteht das Gotteshaus 50 Jahre. Anlass genug für die Kirchengemeinde Borby-Land und Pastorin Almut Witt, mit einer Festwoche dieses Jubiläum zu würdigen und zu feiern. Höhepunkt ist der Festgottesdienst am Pfingstsonntag mit anschließendem Empfang.

Bis in die Nachkriegsjahre hinein gehörte Barkelsby zum Kirchspiel Eckernförde-Borby. Durch den Zuzug vieler Flüchtlinge wuchs das Dorf, eine dritte Pfarrstelle wurde nötig – Geburtsstunde der Kirchengemeinde Borby-Land, zu der die drei politischen Gemeinden Barkelsby, Gammelby und Windeby gehören. Im Zuge der Aussiedlung der Bauernhöfe erwarb die Kirche das Grundstück des Bauernhofes Mewes. Ein Architektenwettbewerb wurde im Zuge des landeskirchlichen Kapellenbauprogramms gestartet. Wo früher die Scheune stand, befindet sich heute die Kirche. Auf dem Boden des Kuhstalles und des Wohnhauses stehen heute das Gemeindehaus und das Pastorat. „Eine schöne Anordnung, ein Gesamtkunstwerk, das sich dem Besucher bereits an der Einfahrt erschließt“, sagt Almut Witt, die seit über 21 Jahren die Pfarrstelle bekleidet.

Bis zu 100 Gottesdienstbesucher finden in der Kirche Platz. Für weitere 70 Gäste können bei Bedarf Sitzgelegenheiten im Vorraum geschaffen werden. Das wird Pfingstsonntag der Fall sein. „Im Andenken an den früheren Hofbesitzer Mewes taufen wir im Rahmen des Festgottesdienstes seinen Urenkel“, verrät Pastorin Witt. Seit Ende 1993 arbeitet die 51-Jährige als Seelsorgerin in Barkelsby. Die Stelle sei ihr direkt im Anschluss an das Vikariat zugewiesen. „Im Normalfall hätte ich mir keine Stelle auf dem Land gesucht“, so Witt im Rückblick. Jetzt könne sie sich nichts anderes mehr vorstellen. „Das Besondere hier ist die Nähe zu den Menschen.“ Sie versuche, die Menschen zur aktiven Mitgestaltung von Glauben und Kirche zu bewegen. „Das fängt schon beim Singen im Gottesdienst an“, so die Pastorin.

Erst 1970 erhielt die Kapelle ihren Namen Versöhnungskirche. Herzstück ist der Altarraum. Eine Holzskulptur mit dem Titel „Der Auferstandene mit Maria aus Magdala am Grab“ zieht neben dem schlichten Holzkreuz die Aufmerksamkeit auf sich.

Innerhalb eines halben Jahrhunderts hat sich auf der ehemaligen Bauernstelle ein Kirchenzentrum entwickelt, das einen lebendigen Ort nicht nur für Konfirmanden darstellt. Almut Witt ist die dritte Amtsinhaberin. Ihre Vorgänger waren Sieghard Kunz (bis Mai 1988) und Gerson Seiß (Dezember 1988 bis Frühjahr 1993). Ersterer hat sein Kommen für den Festgottesdienst angekündigt. An diesem Tag werden außer ihm viele den Weg in die Seitenstraße zur kleinen Kirche finden, um das Jubiläum zu feiern.

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Jubiläumsprogramm:

heute: „Warum es sich lohnt, in der Kirche zu sein“, Vortrag von Propst Sönke Funck, 20 Uhr

22. Mai

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Orgelmusik und

Lesungen mit Hanna Romberger und Karin Pinior (Orgel), Angela Lins, Jutta Scheel und
Almut Witt (Texte)

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19 Uhr

24. Mai:

Festgottesdienst mit anschließendem Empfang, 10 Uhr, mit Pastorin Almut Witt, Singkreis und Frauenchor

27. Mai:

Konzert „Romantic Moments“ – Instrumentale Liebeserklärungen, mit Meike Salzmann (Akkordeon) und Ulrich Lehna (Klarinette/Bassklarinette)

30. Mai:

Pilgerwanderung in Barkelsby „Mein Weg: Auf vertrauten Wegen Neues entdecken“, 14 Uhr

31. Mai:

„Die Kirche bleibt im Dorf“, Gottesdienst zur Dorfwoche mit Kinderchor und Posaunenchor St. Nicolai,
10 Uhr

,

Mehrzweckhalle

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