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Museum Eckernförde : Wo Stadtgeschichte lebendig wird

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Museum Eckernförde hat sein 30-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei machten historische Gestalten die Geschichte der Stadt lebendig – inklusive Sprottenkistennageln und Knotenlernen.

Eckernförde | Ein schöner Anlass für große Freude und ein ausgiebiges Festprogramm: Das Eckernförder Museum beging am Sonnabend seinen 30. Geburtstag. Große Besucher (395) und kleine (100) kamen herbei, schließlich gab es den ganzen Nachmittag über und durch den Abend vielfältige und verlockende Angebote. Der Museumsverein, dazu viele ehrenamtliche Helfer, hatten alles von langer Hand vorbereitet. Im Museum, im Alten Rathaus , lachte das Leben.

Ein besonderer Flohmarkt gleich neben der Eingangstür: Hier hütete Ronja Armbruster (FSJ) alte Kataloge, Bücher, Kalender – alles zu haben für je einen Euro. Das war ohnehin die erfreuliche Währung für erst Kaffee und Kuchen, dann Schmalzbrote und „Museumscocktail Sand und See“ zu späterer Stunde.

Hier kam halt jeder auf seine Kosten – auch die Lütten. Fische malen bei Hanne Kleist, Seemannsknoten lernen bei Gerd Lorbeer und Sprottenkisten nageln mit geduldiger Unterstützung von „Kuddel“ alias Hans Willomitzer. Das machte die Kinder glücklich, und ihre Eltern und andere interessierte Besucher konnten unterdessen im Sonderausstellungsraum spannende Vorträge sehen und hören. Katharina Mahrt zeigte alte Fotos aus den 50ern („die hat bisher noch niemand in der Öffentlichkeit gesehen“) und präsentierte lebendig und informativ die Familien- und Erfolgsgeschichte der Noorfischerei Mahrt.

Hier im Untergeschoss ließ dann Dr. Stefan Deiters, Vorsitzender des Museumsvereins und als promovierter Astronom frisch gebackener Buchautor, alle mal in den Sternenhimmel über Eckernförde gucken. Kometen, Planeten, Sternbilder und unsere Stadt mit ihrem Längengrad exakt unter dem Polarstern – das war spannend.

Im Bürgersaal vermittelte Henriette (Julia Liedtke) indessen das schwere Leben eines Hausmädchens um 1900 – Waschen, Kochen, Plätten, Wassereimer schleppen – alles für geringen Lohn. Und während man bei einer Führung durch die Gemäldesammlung mit Portraitmalerei vieles aus Eckernfördes Geschichte erfuhr, „Stine“ (Christel Fries) Anekdoten über die hiesige Fischerei – „Marmeloog“ inklusive – in handfestem Platt vertellte, man in der Abteilung der NS-Zeit, bei den Modell-Eisenbahnern und in der Elektrosammlung schlauer wurde, begann schon der Abend mit einem Ständchen des Spontanchors „Alte Fischräucherei“.

Die geschichtliche Entwicklung des Museums, der erfreuliche Anschluss an die Gegenwart („Museum ohne Staub“), spannende Schwerpunkte, bestes Renommée, – es gab viel Grund zum Freuen und zu fröhlichen Reden von Bürgermeister Jörg Sibbel, Dr. Stefan Deiters, Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske, und Dr. Uwe Beitz, der die Geschicke des Hauses über 25 Jahre erfolgreich gesteuert hatte. Als Geburtstagskind bekam er ein Ständchen. Sträuße, Lob und Anerkennung erhielten auch die Ehrenamtler. Unter ihnen Marlies Lorbeer, die schon 30 Jahre dem Museum verbunden ist.

„Unser feines Museum ist nicht nur das Gedächtnis dieser Stadt“, so Jörg Sibbel. Es hatte 2016 stolze 8500 Besucher, es müsse darüber hinaus auch zukunftsfähig gestaltet werden, so Dr. Bieske mit vielen Plänen.

Die Geschichte in Kürze:

Was einst behelfsmäßig unter Bürgermeister Kurt Schulz und Museumsgründer Hans Jessen als Sammlung in der Willers-Jessen-Schule begann, zog auf den Tag genau am 21. Oktober 1987 nach Fertigstellung des neuen Rathauses ins alte, denkmalgeschützte Rathaus um. Aus dem einstigen „Heimatmuseum“ wurde unter Dr. Uwe Beitz inzwischen das zeitgemäße „Museum Eckernförde“. 25 Jahre lang leitete er die Einrichtung und etablierte sie als kulturelles Zentrum Eckernfördes. Mit Stadt- und Kulturgeschichte, Kunsthandwerk (hier vor allem mit dem Schwerpunkt Keramik), Neuerwerbung von Werken Eckernförder Künstler und den Schwerpunkten Lorenz von Stein, Graf von Saint-Germain und Wilhelm Lehmann ist es zu einem vielseitigen und lebendigen Museum geworden. Seit März 2016 leitet Dr. Dorothee Bieske das Museum.


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