zur Navigation springen

Erweiterung des Skulpturenweges : Wo Kunst auf Natur trifft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Skulpturenweg auf dem Kolonistenhiof ist um einige Objete verlängert worden.

„Nach Dänemark“ ist deutlich auf dem Wegweiser zu lesen. Nur dumm, dass er sich wie eine Wetterfahne im Wind dreht. Aber der Weg ist dennoch nicht zu verfehlen. Er führt über die Hügel der Hüttener Berge, gibt den Blick frei auf den „Stab der Vögel“, passiert „Häuptling Seattle“ und einen „Engel“. Der Skulpturenpfad auf dem Kolonistenhof ist jetzt ein Rundweg: „Der Kreis schließt sich“ – unter diesem Motto wird der letzte Abschnitt am Sonntag eingeweiht.

„So auszustellen, das ist ein Privileg“, schwärmt Hans Joachim Jungjohann von der Weite des Raumes. Wer den gut einen Kilometer langen Pfad entlangspaziert, wird ihn verstehen. Natur und Kultur gehen hier eine ganz besondere Verbindung ein. Eine gelb-schwarze Stele des Bildhauers aus Klein Wittensee „wächst“ zwischen Apfelbäumen und Königskerzen. An diesem Morgen wird sie auch ausgiebig begossen. Es regnet in Strömen. Dennoch offenbart der Weg seinen Reiz. Hinter jeder Hecke ergeben sich neue Blickachsen. Der „Seeadler“ scheint auf einem Ausguck auf Beute zu warten und der grau-schwarze Diabas mit Einschnitten, der glänzend unter einer Eiche liegt, ist ein Kunstwerk des Künstlers Jons Drawert.

Der Bildhauer aus Bergenhusen ist in der Region früher viel spazieren gegangen und hat sich damals schon für die großartigen Ausblicke begeistert. Seit dem vergangenen Jahr sind einige seiner Werke Teil der Dauerausstellung, die 2012 durch den Verein Kunst und Kultur Hüttener Berge initiiert wurde. Auf die Frage, wie viele Skulpturen zu sehen sind, überlegen die Künstler, rechnen nach und einigen sich schließlich auf „70 plus“. Davon sind zwölf neu hinzugekommen.

„Wir machen das alles ehrenamtlich“, betont Jungjohann, „ und mit einem gewissen Risiko“. Die Kunstwerke müssen so stabil stehen, „dass sich auch einmal Pferde daran schubbern können“. Und wenn der Wind über die Hügelkuppen fegt, kann er durchaus mal eine Skulptur aus dem Betonsockel heben. Oder menschliche Souvenirjäger lassen etwas mitgehen: Die zwei Meter „Ethnostele“ von Stefan Gneiting bestand aus sieben Köpfen. Lediglich einer ist nachgeblieben. „Da kommt ein Schild hin: Hier könnte eine Stele stehen“, sagt Thomas Hirsch bissig. Der Betriebsleiter des Kolonistenhofes und seine Mitarbeiter sind zurzeit damit beschäftigt, überall Gras zu mähen, damit die Kunstwerke auch richtig zur Geltung kommen. Er weiß, dass der Weg sehr beliebt bei Besuchern ist. Die Flyer, die zu Beginn der Strecke ausliegen, sind immer schnell vergriffen.

Am kommenden Wochenende werden die steinernen, stählernen oder marmornen Werke auch um einige vergängliche bereichert. So hat Telse Polenski Objekte aus Baumwolle und Perlen im Bauerngarten installiert. Im Kolonistenhaus wird ebenfalls ausgestellt. Und den Skulpturen-Rundweg, den können die Besucher dann mit musikalischer Begleitung zurücklegen. Patrick Goeser wird wie der Rattenfänger auf dem Dudelsack spielend voran gehen.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 02.Sep.2015 | 06:24 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen