Kuhstall hautnah : Wo kommt die Milch her?

Auszubildende der Cremilk GmbH Kappeln holen sich praktische Erfahrungen auf dem Milcherzeugerhof von Familie Joost in Schuby. Silke Joost (v.l.), Sascha Rembarczyk, Felix Tober, Maren Schulze, Jens Joost und Lara Vollertsen.
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Auszubildende der Cremilk GmbH Kappeln holen sich praktische Erfahrungen auf dem Milcherzeugerhof von Familie Joost in Schuby. Silke Joost (v.l.), Sascha Rembarczyk, Felix Tober, Maren Schulze, Jens Joost und Lara Vollertsen.

Auszubildende der Cremilk GmbH aus Kappeln lernen Praxis im Kuhstall der Familie Joost in Schuby kennen.

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11. Juni 2018, 06:46 Uhr

Dörphof | Sie lernen Lagerlogistiker, Industriekaufmann, Industriemechaniker, Milchtechnologe oder milchwirtschaftlicher Laborant – mit frischer Milch und Kühen haben die rund 30 Auszubildenden der Kappelner Cremilk im Alltag wenig zu tun.
Die Cremilk GmbH verarbeitet unter anderem die Milch der Milcherzeugergemeinschaft Rieseby vor allem zu Milchpulver und weiteren Milcherzeugnissen. Eine kleine Gruppe Auszubildender besuchte mit der Milcherzeugungsberaterin Maren Schulze den Milcherzeugerhof der Familie Jens Joost in Schuby, um die Theorie mit Einblicken in die Praxis zu ergänzen. Ziel des Ortstermins ist es, dass die Lehrlinge der Cremilk das Ineinandergreifen von Milchviehhaltung und Milchtechnik hautnah erleben. Zur Vorbereitung hatten sie sich bereits mit den Themen Milchviehhaltung und Milcherzeugung beschäftigt, sagte Schulze.
Es gehe aber nichts über praktische Erfahrungen und Eindrücke, räumten Lara Vollertsen (20), Sascha Rembarczyk (29) und Felix Tober (21) ein. Sie staunten, wie groß und gut organisiert der Stall des Schubyer Betriebs war. „Sascha und ich sind im Labor und haben mit Hygiene und Keimen in der Milch zu tun“, berichtete Lara Vollertsen. Sie lernen milchwirtschaftlicher Laborant. Dank der Führung und der Informationen vor Ort kann sich Lara Vollertsen nun gut vorstellen, wie es im Produktionsprozess zu Belastungen in der Milch kommen könnte.
Felix Tober lernt Groß- und Außenhandelskaufmann. Er hält den Besuch für sehr wichtig, um so mehr Hintergrundwissen über die Cremilk-Produkte zu haben. „So kann ich die Milchprodukte besser vermarkten und weiß, wovon ich rede.“

Während für Tober und Vollertsen der Besuch im Stall nichts Neues war, sie kommen von Höfen, so sind die Rinder für Sascha Rembarczyk unbekanntes Terrain. Er stammt aus Kiel und interessiert sich für Chemie und Biologie. Beides Fachbereiche, die in seiner Ausbildung Anwendung finden.

Für das Landwirtsehepaar Silke und Jens Joost ist der Besuch der Cremilk-Auszubildenden immer eine gute Chance, Werbung für die Landwirtschaft zu machen. „Wir sind transparent“, erklärte Jens Joost, der seit 27 Jahren in der Branche tätig ist. Sein Hof mit 150 Milchkühen und weiteren 150 Kühen liefert täglich rund 4000 Liter Milch an die Cremilk. Im Jahr kommt er auf rund 1,3 Millionen Liter Liefermenge. Damit ist er einer der größten Lieferanten, sagte Schulze. Zugleich lobte sie den Betrieb, dessen Stall luftig, hell und kühl ist, zugleich viel Platz für die Tiere aufweist und mit Stroh eingestreut wird.

Von der Milch alleine kann der Hof aber nicht leben, machten Joosts den Gästen deutlich. Bei 30 Cent je Kilogramm Milch wird derzeit unwirtschaftlich produziert. Ab 35 Cent ist die Produktion auskömmlich.Nur durch die Verwertung der Gülle in der eigenen Biogasanlage und das Angebot von Ferienwohnungen sei der Familienbetrieb zu führen, erklärte Jens Joost. Die beiden älteren Söhne haben Landwirtschaft studiert und sind in den Betrieb eingestiegen, beziehungsweise sammeln Praxiserfahrung im Ausland.

Der jüngste Sohn studiert Maschinenbau, aber auch für ihn gäbe es auf dem Hof genug Anlagen und Motoren, die er betreuen könnte, wenn er einsteigen wolle, so Silke Joost.

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