Wo goldene Räder unter den Hammer kommen

Für dieses goldene Herrenrad konnte Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke bei der Fahrradversteigerung gestern Nachmittag keinen Interessenten finden.
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Für dieses goldene Herrenrad konnte Ordnungsamtsleiter Klaus Kaschke bei der Fahrradversteigerung gestern Nachmittag keinen Interessenten finden.

Fundsachenversteigerung in der Stadthalle: Stadt bietet 39 Fahrräder und 350 Fundsachen zum Kauf an

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18. Juli 2015, 06:10 Uhr

Eckernförde | Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten – gestern Nachmittag kamen vor der Stadthalle Fahrräder und andere herrenlose Fundstücke aus dem Fundbüro unter den Hammer. Klaus Kaschke, Leiter der des Ordnungs- und Sozialamts, versteigerte die weitgehend fahrtüchtigen Zweiräder an die Meistbietenden. „Gekauft wie gesehen“, sagt Kaschke vor Beginn der Auktion und legte damit die Spielregeln fest. Insgesamt wurden 39 Fahrräder zur Versteigerung aufgerufen. „Etwas weniger als im vergangenen Jahr, weil wir zwischendurch eine außerordentliche Versteigerung hatten“, so Ordnungsamtsmitarbeiter Nico Ruser.

Gleich neun der angebotenen Räder ersteigerte Andrea Frahm. Sie kommt jedes zur Fundsachenversteigerung, um günstige Räder zu ergattern, die Kinder aus ihrer Nachbarschaft auf ihrem Hof wieder auf Vordermann bringen und gewinnbringend verkaufen können. „Damit sie sich das Taschengeld etwas aufbessern“, erklärt Petra Frahm. Am meisten hat sie für ein rotes Damenrad der Marke „Hercules“ zahlen müssen – 45 Euro. Das teuerste Rad, ein „Giant“-Herrenrad, fand für 85 Euro einen neuen Besitzer. Die Versteigerung müsse regelmäßig stattfinden, damit sich in den Lagern der Stadt – ein Fundkeller im Rathaus und ein Fahrradlager in der Willers-Jessen-Schule – die Räder nicht türmten, so Ruser.

Während draußen der Meistbietende den Zuschlag bekam, konnte im Foyer der Stadthalle um andere Fundstücke gefeilscht werden: Regenschirme, Sonnenbrillen, sogar ein Büstenhalter und ein Rollstuhl waren im Angebot. Etwa 350 Fundsachen werden jährlich im Bürgerbüro abgegeben. Verkaufsschlager seien jedes Jahr vor allem Schmuck, Uhren oder Elektrogeräte wie Digitalkameras, sagt Nico Ruser.

Nanne Schlicht stöberte bei den Uhren und fand, was sie suchte: eine grüne Uhr für fünf Euro. „Das passt. Ich habe schon ganz viele grüne Sachen“, sagt die Eckernförderin. Auch sie kommt jedes Jahr zur Fundsachenversteigerung. „Irgendetwas findet man immer.“ Für Nico Ruser die skurrilsten Fundstücke: ein Korb mit 30 bunten Handytaschen und rosane Flügel von einem Feenkostüm. Ziel sei es, alles unter die Leute zu bringen, damit die Regale wieder frei werden für neue Fundsachen. Bis zur nächsten Versteigerung.

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