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Eckodomo : Wo Gemeinschaft gepflegt und gelebt wird

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die genossenschaftlich organisierte Hausgemeinschaft Eckodomo besteht seit fünf Jahren. Am Sonnabend wird das bei einem „Offenen Haus“ ab 16 Uhr gefeiert.

Eckernförde | Eines der modernsten und schönsten Studentenwohnheime im Land ist seit fünf Jahren Lebensmittelpunkt für ein Wohnprojekt mit Vorbildfunktion für all jene, die gerne individuell, aber dennoch miteinander unter einem Dach zusammenleben möchten und die Gemeinschaft leben. Nach dem unrühmlichen und für Eckernförde nach wie vor unangenehm spürbaren Ende des Fachbereichs Bauwesen im Lorenz-von-Stein-Ring ist zumindest das Studentenwohnheim zu einem Projekt mit positiver Ausstrahlung geworden. Nach dem Erwerb der Immobilie durch die extra zu diesem Zweck gegründete eingetragene Genossenschaft „Eckodomo eG“ am 28. April 2010 haben die Mitglieder und Interessenten anschließend damit begonnen, ihre Vision des generationenübergreifenden und gemeinschaftlichen Zusammenlebens zu verwirklichen. Das ist fünf Jahre her, und am Sonnabend, 29. August, ab 16 Uhr werden die 32 Bewohner ihr Wohnprojekt im Bürgermeister-Jahn-Weg 18 allen interessierten Bürgern vorstellen.

Alle 18 Wohnungen zwischen 33 und über 100 Quadratmetern sind vermietet. 22 Erwachsene und zehn Kinder bevölkern das offene und aufgrund der Architektur auch hell und freundlich wirkende Haus auf fünf Stockwerken. Von 5 bis 75 Jahre sind die Bewohner alt, der Altersschnitt liegt bei 37 Jahren. „Das ist für Eckernförder Verhältnisse klasse“, sagt Hans-Georg Stiefel, der das Eckodomo-Projekt federführend mit entwickelt hat.

Ein Altersschnitt, der nicht von ungefähr kommt. Denn die Haus- und Eigentümergemeinschaft guckt genau, wer zu ihr passt und ist zudem bestrebt, jungen Familien oder Alleinerziehenden mit Kindern einen Platz an ihrer Seite zu bieten, um den Begriff „generationenübergreifend“ auch mit Leben zu füllen. „Wir haben reichlich ältere Bewohner, bei den Jüngeren müssen wir ein bisschen nachhelfen“, sagt Stiefel. Und dieses Nachhelfen bedeutet konkret, dass wie jüngst auch mal zwei Wohnungen zwei Jahre leer stehen, bis die richtigen Bewohner gefunden wurden. Soviel Puffer gibt die austarierte Finanzierung her, betont Jens Johannsen, Leerstand kann zwar eine gewisse Zeit finanziert werden, ist aber eher die Ausnahme. Wer bei Eckodomo eine Wohnung bekommt, behält diese in der Regel auch. Es sei denn, das auf Kommunikation und gegenseitige Hilfe ausgelegte Alltagsleben passt wider Erwarten doch nicht zum persönlichen Lebensentwurf, dann freut sich ein Nachmieter und - gesellschafter.

In den ersten fünf Jahren betrug die Wechselquote 11 Prozent. Wer bei Eckodomo eine Wohnung bekommt, kauft sich für 1000 Euro in die Genossenschaft ein und erwirbt Wohnungsanteile in Höhe von 9000 Euro. Diese Einlage und die monatliche Kaltmiete von 6,95 Euro pro Quadratmeter , die jeder Mieter und Mitgenosse an die Eckodomo GbR zahlt, decken die Kapitalkosten und die laufenden Kosten für die Instandhaltung. Hinzu kommen die üblichen Nebenkosten, die nach Worten Stiefels allerdings gering ausfallen, weil das Haus energetisch gut ausgestattet ist.

Während Hans-Georg Stiefel, Jane Schwarz und Jens Johannsen zur Gründergeneration gehören und die Vorzüge des offenen Hauses seit fünf Jahren genießen, ist Ina Fielitz erst seit kurzem Mitglied des Wohnprojekts. Die 34-Jährige ist nach einer Trennung mit ihren kleinen Kindern dort eingezogen und lebt in luftiger Höhe im fünften Stock. Die Wände der geräumigen, offenen Wohnung sind zwar teilweise schräg, der fantastische Blick durch das große Bullauge über die Stadt bis hin zum Noor und auf die Ostsee dürfte sie dafür mehr als entschädigen. Die junge Frau fühlt sich dort sehr wohl, und da sie früher gegenüber wohnte, kannte sie die meisten Bewohner bereits. So war das Bewerbungsgespräch im großen Gruppenraum, dem früheren Zeichensaal, dann auch nur eine Formsache – die Chemie stimmte.

Jeder Mieter bringt sich seinen Interessen und Fähigkeiten entsprechend in die Hausgemeinschaft ein. Ein Bewohner kocht alle 14 Tage eine Suppe für alle, das Einkaufen wird koordiniert, wer mal sein Kind unterbringen muss, findet freundliche, hilfsbereite Nachbarn, alle 14 Tage findet ein Gemeinschaftstreffen und am ersten Sonntag im Monat ein gemeinsames Frühstück statt, zudem werden Film- und Vortragsabende organisiert. Außerdem vermietet Eckodomo den großen Gruppenraum für private Feiern. Kurzum: Wer Gemeinschaft sucht, findet sie. Wer lieber etwas zurückgezogener leben möchte, kann auch dies, ist aber nicht allein. Und genau das lässt Jane Schwarz beruhig in die Zukunft blicken. „Ich habe ein gutes Gefühl, hier kann man alt werden“.

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Öffentlicher Empfang bei Eckodomo anlässlich des fünfjährigen Bestehens, Sonnabend, 29. August, ab 16 Uhr

>www.eckodomo.de

 

 



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erstellt am 26.Aug.2015 | 06:35 Uhr

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