Wo Fischer Matrosen sind

Geehrter Wolfgang Ruhnke (3. v. l.) im Kreise des Vorstands (v.l.): Peter Karstens, Christiane Marckwardt, Lorenz Marckwardt, Günter Horst und Peter Becker.
Geehrter Wolfgang Ruhnke (3. v. l.) im Kreise des Vorstands (v.l.): Peter Karstens, Christiane Marckwardt, Lorenz Marckwardt, Günter Horst und Peter Becker.

Lorenz Marckwardt bleibt Vorsitzender des Vereins „Yachtmannschaften zu Eckernförde“

shz.de von
06. Februar 2018, 06:03 Uhr

Sie sind weit und breit einzigartig: die Eckernförder Yachtmatrosen. Kaiser Wilhelm II. gab 1906 höchstpersönlich den Anstoß zur Gründung des Vereins „Yachtmannschaften zu Eckernförde“. Stilvoll und mit viel plattdeutschen Humor wird die Tradition des Vereins bis heute gepflegt. Zur Jahreshauptversammlung am Freitagabend begrüßte Vorsitzender Lorenz Marckwardt rund 40 Mitglieder im Restaurant des Segelclubs Eckernförde. Bei den Wahlen wurde Vorsitzender Marckwardt in seinem Amt bestätigt, genauso wie Peter Karstens (2. Vorsitzender) und Christiane Marckwardt (Kassenwartin). Schriftwart Günter Horst gab sein Amt ab – neuer Schriftwart wurde Peter Becker.

Es ist eine besondere Auszeichnung, den Yachtmannschaften anzugehören, betonte Marckwardt bei der Ehrung langjähriger Mitglieder. Urkunde und Goldene Nadel erhielt Wolfgang Ruhnke für 30 Jahre Mitgliedschaft.

Ursprünglich waren es ausschließlich Eckernförder Fischer, die dem Verein angehörten. Sie hatten den Ruf, ausgezeichnete Seeleute zu sein. Kaiser Wilhelm II. benötigte für seine Yacht Meteor eine sehr gute Mannschaft, um bei der Kieler Woche einen Pokalsieg zu erringen. Die Eckernförder Yachtmatrosen zeigten ihr Können, und eine Erfolgsserie der kaiserlichen Segelboote begann. Schnell wurden die Yachtmatrosen von in- und ausländischen Schiffseignern angeheuert. In den fangarmen Sommermonaten nutzten viele Fischer die Möglichkeit, auf den großen kaiserlichen Yachten oder bei wohlhabenden Reedern anzuheuern.

Noch heute sind einige dabei, die auf eine lange Seefahrtszeit zurückblicken können, darunter Ferdinand Jahn. 43 Jahre war er auf See: „Unsere Boote hatten damals noch keine Motoren, die hölzernen Schiffe mit Hanfseilen und Segeln aus Leinen benötigten Pflege und Können. Wir hatten als Fischer alle auf einer Yacht anfallenden Arbeiten von der Pike auf gelernt. Es war eine schwere, aber auch sehr schöne Zeit.“

Im Clubraum des SCE ist die Fahne der Eckernförder Yachtmannschaften ausgestellt, ebenso die Nachbildung der kaiserlichen Yacht Meteor. Der Verein der Yachtmannschaften zählt zurzeit 66 Mitglieder, darunter drei Frauen.



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