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Zeitung in der Kindertagesstätte : Wo die Zeitung mehr als Lesestoff ist

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Kita Borby nimmt am Projekt „Zeitung in der Kindertagesstätte“ des sh:z teil. Dabei geht es um Lese- und Sprachförderung sowie Vorübungen für den Schulbesuch.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 05:49 Uhr

Eckernförde | Piet und Paula sind die unangefochtenen Stars bei den Kindern der Kindertagesstätte im Borbyer Pastorenweg. 23 von ihnen nehmen an dem ZiKiTa-Projekt des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages teil und bekommen für die Dauer von vier Wochen die Eckernförder Zeitung geliefert. Und da spielen der Wal Piet und die Ente Paula auf der KiNa-Seite (Kindernachrichten) eine große Rolle. ZiKiTa bedeutet „Zeitung in der Kindertagesstätte“ und dient als Lese- und Sprachförderung. Über die Bilder aus dem lokalen Geschehen und Suchspielen zu Buchstaben und Wörtern erschließen sich diese Fähigkeiten.

An diesem Morgen sind es aber nicht nur die Plüschtiere Piet und Paula, die die Aufmerksamkeit der Kinder erhaschen. Auch ein Kalmar, eine Feuerqualle und ein Neunauge nehmen sie gefangen – aufgenommen vom jungen Naturfilm-Talent Philipp Hoy, über den an diesem Tag groß berichtet wird.

Die Kinder im Alter zwischen 5 und 6 Jahren haben sich vorbereitet: Jedes hat seine Mappe dabei und präsentiert, was es aus der Zeitung ausgeschnitten hat. Und schon gehen die ersten Gespräche los: „Ich habe etwas anderes ausgeschnitten. Das mag ich lieber.“ Meistens handelt es sich um Bilder von Tieren, aber auch eine Raumstation ist dabei oder eine Karikatur.

An drei Tagen pro Woche setzt sich Erzieherin Bianka Winkler für eine Stunde mit den Kindern zusammen und geht die Zeitung durch. Das Datum und die Wettervorhersage auf der ersten Lokalseite finden sie zielsicher. Der eine kann den Wochentag schon lesen, der andere sieht es sich bei ihm ab. „Die Hausaufgaben sind ihnen ganz wichtig. Da sind sie völlig hinterher.“ Ob es darum geht, ein Bild auszumalen oder auszuschneiden – egal. „Das Projekt fördert das Miteinander und den Wortschatz“, sagt Bianka Winkler. „Die Kinder setzen sich zusammen und führen Gespräche über das, was sie sehen und was vor ihrer Haustür passiert. So werden auch ruhigere Kinder angeregt zu erzählen, während die Aufgeregteren lernen, sich zurückzunehmen.“ Unterschiedliche Interessen würden geweckt, zum Beispiel das Interesse an den Buchstaben, die in ihren Namen vorkommen und die sie in der Zeitung wiederentdecken. Wichtig ist der Wechsel zwischen Konzentration und Entspannung. „Welche Tiere schwimmen noch im Meer?“, fragt Bianka Winkler, und schon „schwimmen“ die Kinder als Haie, Quallen und Fische durch den Raum. „Und wenn sie die Bilder ausschneiden, trainiert das nicht nur die Feinmotorik, sondern auch die Konzentration und kann als Vorübung für den Schulbesuch gesehen werden“, so Bianka Winkler.

Gestern war für die Kinder noch ein besonderer Tag: Ein Redakteur der Eckernförder Zeitung war zu Besuch und hat etwas über seinen Beruf erzählt. Dass alle Reporter Langschläfer sind und erst um 10 Uhr anfangen zu arbeiten, dafür aber auch oft erst spät abends nach Hause kommen. Oder woher er seine Informationen bekommt, um einen Artikel zu schreiben. In zwei Wochen wird es noch einmal aufregend: Dann kommen die Kinder zu einem Besuch in die Redaktion der Eckernförder Zeitung.

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