Schwarz-rot-gold : WM-Autos: Fast alles erlaubt, aber Sicherheit geht vor

Dirk Werner hat seinen alten Passat WM-fein gemacht.
Dirk Werner hat seinen alten Passat WM-fein gemacht.

Viele Autofahrer haben ihre Fahrzeuge zur Weltmeisterschaft mit Fähnchen oder “Car-Bikinis“ ausgerüstet. Der TÜV gibt Tipps, wie man als leidenschaftlicher Fan und Autofahrer sicher durch die WM und den Verkehr kommt. Dabei gilt: Sicherheit geht vor.

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27. Juni 2014, 06:23 Uhr

Am Oldtimerstatus fehlen dem 25 Jahre alten Passat-Kombi von Dirk Werner noch fünf Jahre, dennoch fällt der Wagen auf: Schwarz-Rot-Gold auf Türen, Spiegeln, dem Dach, der Motorhaube und hinterm Steuer. Der Bootspolierer und Parkplatzwächter des Netto-Markts im Schulweg, auch Sitz des EZ-Verlagshauses, ist leidenschaftlicher Fußball-Fan und zeigt seine Begeisterung für das deutsche Team und die Weltmeisterschaft: mit vier Fähnchen von der WM 2010, einem Motorhaubenüberzug, Aufklebern und seit gestern auch zwei Auto-Finnen, die ihm Kunden geschenkt haben und die sich der 45-Jährige gleich an die Motorhaube gesteckt hat. Sein Passat ist somit voll auf WM-Titelkurs. Was er übrigens auch der deutschen Mannschaft zutraut: 3:2 gegen die USA, dann ein Sieg im Achtelfinale gegen Algerien, auch das Viertelfinale gegen vermutlich Frankreich scheint machbar, alles weitere ist ihm zu viel Spekulation. „Aber ich bin ganz optimistisch“, sagt Werner. Die WM schaut der frühere Kicker vom VfR und IF Eckernförde zu Hause mit seinem 20-jährigen Sohn in der Prinzenstraße.

Die WM-Begeisterung der Autofahrer ist auch dem Leiter der TÜV-Station Eckernförde, Ralf Tilly, nicht verborgen geblieben. Er gibt ein paar Hinweise, wie man als Autofahrer sicher durch die WM kommt. Beispiel Car-Bikini: „Bei dem Stoff-Überzieher für die Seitenspiegel im Nationalflaggendesign ist zu beachten, dass dieser die Blinkleuchten nicht verdeckt“, rät Tilly. Die Fähnchen für die Seitenscheibe sind ebenfalls weit verbreitet. „Aber Vorsicht: Die sind häufig billig gemacht und knicken oft ab.“ Grundsätzlich sei gegen Fähnchen und Flaggen am Auto nichts zu sagen, doch der Fahrer haftet, wenn durch Abbrechen oder falscher Befestigung Schäden am Folgefahrzeug entstehen. „Spätestens vor einer Fahrt auf der Autobahn sollte der Fan-Schmuck demontiert werden, weil die Fahnen nicht für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind.“ Wer sich eine Fahne in die Scheibe klemmt, sollte zudem bedenken, dass er damit Langfingern die Arbeit erleichtert, „denn der entstandene Spalt ist für sie eine Einladung. Die Autoversicherer können dann die Regulierung des Schadens verweigern.“ Bei Aufklebern und Folien ist laut Tilly alles erlaubt, solange die Sicht nicht eingeschränkt und niemand gefährdet wird. Und wer nach einem Sieg im Autokorso eine große Fahne aus dem Auto schwenkt, sollte vorsichtig sein – es gilt die Gurtpflicht: Wer nicht angeschnallt ist und sich zu weit aus dem Fenster lehnt, muss mit einer Strafe rechnen.

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