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WOHIN MIT DEN AUTOS? : Wirtschaftskreis fordert mehr kostenfreie Parkplätze

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Vorstand des Wirtschaftskreises beklagt den massiven Verlust von Parkraum in der Innenstadt. Seiner Ansicht nach leidet dadurch die Konkurrenzfähigkeit zu anderen Städten.

Eckernförde | Der Vorstand des Wirtschaftskreises beklagt den massiven Verlust von kostenfreien Parkplätzen in der Innenstadt. In einer Pressemitteilung heißt es, dass in dem neuen Parkhaus an der Noorstraße zwar kostenpflichtige Parkplätze für 180 Autos „geschaffen“ würden. „Es muss aber auch dazu gesagt werden, dass im Gegenzug nicht nur 237 kostenfreie Parkplätze auf dem Aldi-Parkdeck entfallen werden, sondern weitere erhebliche Verluste an Parkraum zu verzeichnen sind.“ Am Steindamm würden 59 Parkplätze durch die Nooröffnung entfallen, ebenso die 80 Parkplätze vor Markant und Aldi. „Und durch die Verlegung des Wohnmobilstellplatzes vom Lornsenplatz an den Kakabellenweg sind 185 Plätze entfallen, wichtige Ausgleichsplätze bei Veranstaltungen.“

Wie im Parkraumkonzept festgehalten sei, sollen zudem die Stellplätze am Exer und am Rathaus verbreitert werden, wodurch weitere 38 Plätze entfielen. „Das heißt, dass der ’Schaffung’ von 180 Plätzen tatsächlich ein Parkraumverlust von 599 Plätzen gegenübersteht“, sagt der Vorstand des Wirtschaftskreises. „Und eine Umwandlung von kostenfreien in kostenpflichtige Parkplätze. Und das, wo Parkraum in Eckernförde auch bisher schon, vor allem in der Saison, äußerst knapp ist.“

Das Parkraumkonzept der Stadt aus dem Jahr 2014 sieht unter anderem vor, dass am Park&Ride-Parkplatz am Bahnhof ein Parkdeck mit zwei Obergeschossen geschaffen wird und zusätzlich westlich der Bahntrasse auf dem 3. Gleis eine weitere Parkfläche entsteht, um diese Verluste aufzufangen. „Was ist davon geblieben?“, fragt der Vorstand des Wirtschaftskreises. „Man diskutiert nun darüber, wie diese Flächen am besten zu bebauen sind und lässt die parkplatzsuchenden Besucher und Bürger unserer Stadt im Regen stehen. So können wir in Eckernförde den Wettbewerb mit den Nachbarstädten (Stichwort Citti-Park) und mit dem Internet nicht bestehen.“ Er fordert, dass die Empfehlungen des Parkraumkonzeptes mit Hochdruck umgesetzt werden.

Tatsächlich ist im jüngsten Planungs- und Gestaltungsbeirat die Machbarkeitsstudie für eine mögliche Bebauung des Gebietes zwischen Lornsenplatz, Schulweg und Reeperbahn vorgestellt worden. Die Nutzung reicht vom Wohnen über Gewerbe und Kino bis zum auf die Westseite der Bahnlinie verlegten Zob. Auch das Parken wurde berücksichtigt: 590 Stellplätze könnte das Gebäude fassen, das laut Studie auf dem Parkplatz am Bahnhof gebaut werden könnte. Laut Parkraumkonzept sind dort jetzt 300 Stellplätze vorhanden, die auf 600 aufgestockt werden sollen – dieses Ziel würde also nahezu erreicht. Weitere 140 Stellplätze sollen am Grünen Weg parallel zur Bahnstrecke auf dem von der Stadt angekauften 3. Gleis entstehen. Im südlichen Grünen Weg soll laut Studie eine Parkpalette mit 450 Parkplätzen angelegt werden, weitere 50 könnten auf dem ehemaligen Wohnmobilstellplatz entstehen. In der Gesamtrechnung soll die Zahl der Parkplätze von derzeit 780 auf 1229 steigen – ob die ebenfalls wie derzeit alle kostenfrei sind, sei später zu entscheiden. Laut Parkraumkonzept sollte die Zahl der Parkplätze auf 1290 erhöht werden.

Für den Vorsitzenden des Bauausschusses Matthias Huber (Bürger-Forum) ist die vom Wirtschaftskreis angestoßene Diskussion verfrüht. „Es handelt sich erstmal nur um eine Machbarkeitsstudie, die zur politischen Diskussion freigegeben ist. Es steckt noch keine besondere Absicht dahinter.“ Zudem werde immer über eine Aufstockung der Parkplätze gesprochen. „Ich kenne niemanden, der Parkplätze streichen will.“ Und sollte es tatsächlich zu der Aufstellung eines B-Plans kommen, würde der Wirtschaftskreis im ganz normalen Verfahren auch beteiligt. „Das Vorpreschen zu dieser Zeit ist sinnlos.“


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