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Wirtschaft, Tourismus, Nahverkehr : Wirtschaftsförderer bieten Gemeinden ihre Hilfe an

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Pascal Ledune, Stefan Borgmann und Felix Rhades informierten die Bürgermeister aus 35 Gemeinden über Ziele und Möglichkeiten der Förderung. Sie boten ihnen ihre Unterstützung an. Auf großes Interesse stieß der individualisierte Nahverkehr.

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erstellt am 18.Sep.2014 | 06:43 Uhr

Der Wirtschaftsraum Eckernförde ist längst gelebte Realität im Ostseebad und den 35 Gemeinden der Nachbarämter Schlei-Ostsee und Hüttener Berge. Strategische Entscheidungen verbieten gerade ein Kirchturmdenken, dass an den Gemeinde- oder Stadtgrenzen aufhört. Das wissen auch die Verantwortlichen in den Dörfern und Amtsverwaltungen.

Am Dienstagabend ging es im Stadthallenrestaurant nicht etwa um das Thema Erdölförderung oder Fracking, dass vor allem die Gemeinden in Schwansen, speziell in Waabs, umtreibt, sondern um Wirtschaftsförderung, Tourismus und den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Dazu hatte der Vorsitzende des städtischen Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen, Ralph Krüger, im Anschluss an die Ausschusssitzung alle Bürgermeister und Verantwortungsträger aus den Ämtern eingeladen. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises, Pascal Ledune, der Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG), Stefan Borgmann, und der geschäftsführende Gesellschafter der Colexio GmbH, die sich mit der Optimierung des ÖPNV befasst, boten den rund 50 geladenen Gäste ihre Unterstützung in Sachen Wirtschaftsförderung und Verkehrsentwicklung an.

Ledune stellte Struktur, Ziele und Aufgabengebiete der WFG vor, die zwei Gründerzentren in Eckernförde und Hohenwestedt betreibt und Anteile an der Abfallwirtschaftsgesellschaft (51 Prozent), Kiel-Region GmbH (36 Prozent), Rendsburg-Port (33,3 Prozent und der Eon Hanse (3,1 Prozent) hält. Das Technik- und Ökologiezentrum (TÖZ) in der Marienthaler Straße sei ein „Erfolgsmodell“, sagte Ledune. Die Vermietungsquote liege bei 90 Prozent, viele Firmen hätten mittlerweile das TÖZ verlassen und sich zum Beispiel im Gewerbegebiet Marienthal angesiedelt. Erfreulich sei auch die Entwicklung des Rendsburg-Port mit der Ansiedlung des Windmühlenbauers Max Bögl, der die Segmente von Osterrönfeld aus vor allem nach Skandinavien verschifft. Wichtig sei neben der Neuansiedlung von Betrieben die Bestandspflege und Förderung der heimischen Wirtschaft, wobei die WFG auch auf Kooperationen mit Hochschulen, anderen Verbände und der Region Süd-Dänemark setzt. Die WFG kümmere sich darüber hinaus auch um übergreifende touristische Projekte wie den Ostseeküstenradweg.

Touristisch ist die Landschaft rund um die Eckernförder Bucht weiter im Aufwind. ETMG-Geschäftsführer Stefan Borgmann legte die entsprechenden Zahlen für das Gebiet der Lokalen Tourismus Organisation (LTO) für die ersten neun Monate des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor: 29 000 Ankünfte (+ 9 %) und 99 000 Übernachtungen (+7,5 %). Die Provisionen sind gar um 36 Prozent auf knapp 170 000 Euro gestiegen, der Umsatz um 54 Prozent auf 1,5 Millionen Euro. Hinzurechnen müsse man noch die weitere touristische und wirtschaftliche Wertschöpfung durch Einkäufe, Restaurantbesuche sowie Aufträge für Handwerksbetriebe für den Bau oder die Sanierung der Unterkünfte, erklärte Borgmann. „Ob direkter oder indirekter Umsatz, fast alle verdienen mit.“ Laut eines Gutachtens würden allein in Eckernförde pro Jahr rund 20 Millionen Euro umgesetzt. Zudem betreibe die ETMG aktive Wirtschaftsförderung durch das Freiflächenmanagement. Interessierte Investoren erhalten als kostenfreien Service alle Infos und Kennzahlen zu verfügbaren Gewerbeflächen gebündelt als Datensatz. Borgmann ist zuversichtlich, dass nach dem Gewerbegebiet Marienthal mit nur noch drei freien Flächen auch das neue Gewerbegebiet Grasholz bald weitere Interessenten anlockt.

Auf großes Interesse stieß das Mobilitätskonzept für den ländlichen Raum, dass Felix Rhades von der Heikendorfer Firma Colexio vorstellte. Rhades hat reichlich ÖPNV-Erfahrung und weiß, wie Verkehrsströme in strukturschwachen Regionen zu koordinieren und optimieren sind. Ziel sei es, ein für die Bürger rund um die Uhr nutzbares öffentliches Verkehrsnetz aufzubauen, dass flexibel und verlässlich auf vollelektronischer Plattform online über Apps und Smartphones gesteuert wird. Sein Unternehmen könne dafür Sorge tragen, dass alle regionalen Anbieter vernetzt werden und so ein leistungsfähiges, weitgehend individualisiertes Beförderungssystem mit Bussen und Taxis aufgebaut wird. Wichtig dabei sei es, die Touren über ein ausgefeiltes Internetportal transparent und bedarfsgerecht zu steuern und zu optimieren und Leerfahrten zu vermeiden.

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