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feodora II : „Wirtschaftlich die Finger verbrannt“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kapitän Alexander Klein zieht Bilanz: Die Fahrten mit der Feodora II von Eckernförde aus haben sich nicht gelohnt. Nächstes Jahr möchte er eine abgespeckte Variante anbieten.

Die Fahrten des Ausflugsschiffs Feodora II von Eckernförde aus haben sich in dieser Saison nicht gelohnt. „Wir haben uns wirtschaftlich richtig die Finger verbrannt“, sagt Kapitän Alexander Klein, Geschäftsführer der Nordischen Ausflugschifffahrts GmbH (NAS) aus Sörup. Von Mai bis September ist er mit seinem Schiff wöchentlich auf Förderundfahrten gegangen und hat Fahrten nach Damp und Laboe unternommen. Besonders in der Nebensaison lief das Geschäft schlecht. „Wir hatten etliche Fahrten, da haben wir Luft spazieren gefahren“, so Klein, der die letzte Tour nach Laboe am 30. September als besonders traurig schildert: Bei strömendem Regen stieg in Eckernförde nur ein Passagier an Bord, der vor Stollergrund einen Blumenstrauße für seine auf See bestattete Frau abwerfen wollte. In Damp wollten nur sechs Passagiere zusteigen. „Die mussten wir wieder wegschicken. Wir können nicht mit nur sieben Leuten nach Laboe fahren. Stattdessen haben wir für den Herren eine größere Runde gedreht, damit er seine Blumen abwerfen konnte.“

Die Gründe für die schlechte Saison sieht Alexander Klein zum einen in dem geringen Bekanntheitsgrad des Schiffes: „Es wird noch lange dauern, das Angebot so bekannt zu machen, dass sich die Fahrten tragen.“ Zum anderen sieht er eine allgemeine Entwicklung der sinkenden Kaufkraft und des geänderten Urlaubsverhaltens. Lange Fahrten zum Beispiel seien nicht mehr gefragt. Die Touren von Eckernförde über Damp nach Laboe und zurück dauerten mit Aufenthalt insgesamt neuneinhalb Stunden, nach Damp fünfeinhalb. Das aber sei von den Menschen nicht gewünscht. „Die Rundfahrten in der Eckernförder Bucht waren die einzigen Touren mit halbwegs zufriedenstellender Auslastung“, so der Kapitän. Deshalb möchte er im nächsten Jahr sein Angebot anpassen und zunächst nur im Juli und August Rundfahrten anbieten.

Aber auch der Stadt Eckernförde überträgt er einen Teil der Verantwortung. „Eckernförde muss darüber nachdenken, wie der Hafen genutzt werden soll. Sollen dort nur noch Schiffe liegen, die nicht so schön aussehen, oder sollte auch an Kriterien gearbeitet werden, die einem Reeder den Betrieb einfacher machen?“ Dazu gehöre zum Beispiel ein zentraler Liegeplatz. „An der Sichelmole nimmt einen keiner wahr. Dort Werbung zu platzieren, ist uns nicht möglich.“ Ein weiterer Kritikpunkt ist die Parkplatzsituation. „Die Leute müssen zu weit zum Schiff laufen. Außerdem muss das Parken mit einem Park- & Ship-Angebot in die Werbung aufgenommen werden.“ Alexander Klein fordert zudem eine bessere Ausschilderung und sein Einbinden in Hafenveranstaltungen wie die Aalregatta, den Tag der offenen Marine am Hafen oder das Open-Air-Festival am Südstrand.

„Die Stadt kann sich nicht nur nach außen mit einem Fahrgastschiff schmücken, sondern muss auch selbst etwas dafür tun“, sagt Alexander Klein. „Die Schiffe verdienen nicht mehr das Geld wie früher. Wir sind eine aussterbende Rasse, sonst würde es mehr von uns geben.“

Klein war in diesem Jahr zusätzlich gebeutelt, weil er wegen einer fehlenden Löschanlage für den internationalen Verkehr nicht in Dänemark anlegen durfte. „Das fehlende Dänemark-Geschäft hat mich 100 000 Euro gekostet.“ Dennoch: „Wir kommen wieder, aber wahrscheinlich mit einer abgespeckten Variante, damit das Schiff erstmal bekannt wird und sich die Infrastruktur ändert. Das nächste Jahr wird dann ein Bewährungsjahr.“

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erstellt am 17.Okt.2014 | 06:07 Uhr

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