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Musikschule Rendsburg : „Wir sind mit den Gebühren am Limit“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Musikschule Rendsburg beantragt Entfristung der zusätzlichen halben Stellen / Ohne Zuschüsse kann Gebührenniveau nicht gehalten werden

Eckernförde | Über 1600 Schüler werden von den Pädagogen der Rendsburg Musikschule an den unterschiedlichsten Instrumenten unterrichtet – Tendenz steigend. Die 1973 gegründete Musikschule beschäftigt derzeit rund 60 Honorarkräfte und sechs hauptamtliche Kräfte. Für dieses Jahr hatte der Kreis Rendsburg-Eckernförde dem Antrag der Musikschule entsprochen und 25  000 Euro für eine zusätzliche 0,5-Stelle genehmigt – befristet für ein Jahr. Eine Evaluation der Musikschule sollte dann darlegen, dass diese halbe Stelle dauerhaft durch einen erhöhten Kreiszuschuss finanziert werden kann. Das umfangreiche Zahlenmaterial haben Schulleiterin Annette Berchtold, Geschäftsführerin Margaretta Wysocki und Vorsitzender Hans-Heinrich Kohnke dem Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Bildung auf seiner Sitzung in der Schule am Noor in Eckernförde überreicht. In den einzelnen Fraktionen soll jetzt über die Weiterbewilligung beraten werden. „Wir brauchen diese Stelle auf Dauer“, betonte Berchtold, vor allem, um die Qualität in der Ausbildung zu halten. Zudem sei mit hauptamtlichen Lehrern eine bessere Planbarkeit garantiert, so Berchtold, die auch auf arbeitsrechtliche Probleme beim Einsatz von Honorarkräften hinwies. Die neue befristete 0,5-Stelle ist zudem mit 15 Stunden Arbeit in Kitas und Grundschulen bereits voll und ganz ausgelastet. Die Gewährung würde die Musikschule auf ein sicheres Fundament stellen.

Aus der Evaluation der Musikschule lässt sich deutlich herauslesen, wie sich die Zuschüsse aufteilen. Demnach hat der Kreis erst in diesem Jahr seinen Grundbetrag um 20  000 Euro auf knapp 138  000 Euro erhöht, die Stadt Rendsburg ist der Unterricht 25  000 Euro Wert, weitere Zuschüsse zwischen 1000 und 3000 Euro kommen von Gemeinden, darunter Fockbek, Molfsee oder Büdelsdorf. Die Stadt Eckernförde ist lediglich mit 500 Euro dabei. Zu wenig, wie die Mitglieder des Kreisausschusses unmissverständlich sagten. „Wir haben unsere Kreisumlage bewusst niedrig gehalten“, sagte die Ausschussvorsitzende Monika Schorn, dafür seinen dann aber die Gemeinden und Städte in der Pflicht. Auch andere Kommunen, die sich bislang schadlos hielten, sollten sich angesprochen fühlen.

Vorstand und Geschäftsführung der Musikschule berichteten von regelmäßigen Gesprächen mit den Entscheidern in Eckernförde. Doch eine höhere Bezuschussung sei nicht Sicht. Man weise seitens der Stadt daraufhin, dass sie Räume in der Willers-Jessen-Schule zur Verfügung stelle. Einen weiteren Raum bekommt die Musikschule über den Verein „Muckemacher“ auf Carlshöhe. Auch Eckernfördes Hauptamtsleiter Wolfgang Melchin bestätigte auf EZ-Nachfrage, dass die Stadt im Rahmen ihrer Kulturfördermittel jährlich 500 Euro gebe, die Bereitstellung der Räume entspreche weiteren 1500 Euro.

Bei den Gebühren habe die Musikschule schon das Limit erreicht, sagte Kohnke. So würde die Musikschule zu mehr als 75 Prozent von Gebühren finanziert werden, öffentliche Zuschüsse betragen gut 20 Prozent. Andere Musikschulen im Land würden deutlich höhere Zuschüsse erhalten und könnten weitaus geringere Gebühren erheben, das habe der Landesrechnungshof ermittelt. „Wenn wir die Schüler weitere erreichen wollen, dürfen nicht noch höher gehen“, sagte der Vorsitzende Kohnke. „Dass die Rendsburger Musikschule vor Ort ist, ist ein Gewinn für die Stadt“, so Berchtold gegenüber unserer Zeitung. Mit dem Standortfaktor „Musikschule“ entstehe für die Region ein echter Mehrwert, sie leiste bei der Jugendhilfe und Integration Präventionsarbeit und damit auch Entlastung für den Kreis. Öffentliche Mittel für Musikschulen seien auch nicht als Subventionen, sondern vielmehr als Investitionen und Förderung zu verstehen, heißt es in der vorgelegten Evaluation. Nur so könnten die Kurse für Eltern finanzierbar bleiben und musikalischer Nachwuchs gewährleistet werden. 

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erstellt am 20.Jul.2017 | 06:37 Uhr

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