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Kunst- und Kulturverein : „Wir“ kann alles – auch hässlich

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Kunst- und Kulturverein Eckernförde hat seine Sommerausstellung im Foyer der Stadthalle eröffnet.

Eckernförde | Vorerst zum letzten Mal begrüßte der erste Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins Eckernförde Björn Schreurs die Gäste der Vernissage am Sonnabendnachmittag im Foyer der Stadthalle. „Leider wird es im nächsten Jahr aufgrund von umfangreichen Baumaßnahmen keine Ausstellung unseres Vereins in diesen Räumlichkeiten geben“, informierte Schreurs gleich zu Beginn seiner Eröffnungsrede die Gäste der diesjährigen Sommerausstellung. „Doch das heißt nicht, dass es uns zukünftig nicht mehr geben wird“, spielte der erste Vorsitzende auf das Gruppenfoto der Vereinsmitglieder an, das auf der Einladung zur Ausstellung abgedruckt und ebenfalls als Exponat in der Ausstellung zu sehen ist.

Mitnichten sei die im altmeisterlichen Stil „pyramidial“ aufgebaute Fotografie der 19 aktiven Künstlerinnen und Künstler als Abgesang auf das Fortbestehen des Vereins zu lesen. Vielmehr wollten die Vereinsmitglieder durch ihre Gruppeninszenierung mit dem Titel „Wir“ das Zusammengehörigkeitsgefühl visuell in Szene setzen, das auch das Motto der diesjährigen Sommerausstellung stellt.

Ausgehend von Selbstportraits der einzelnen Mitglieder in unterschiedlicher Technik und Materialwahl präsentiert die Ausstellung eine Werkschau aus dem Bestand der Künstlerinnen und Künstler. Neben Schönem, Buntem und Bestem, wie Schreurs die Werkauswahl seiner Kolleginnen und Kollegen charakterisierte sei möglicherweise auch „Schlechtes, Hässliches und Graues“ dabei. Denn, das betonte Schreurs mit rhetorischem Seitenhieb auf die neue Politik des Kunsthauses Hänisch in Kappeln unter der neuen Kuratorin Angeline Schube-Focke, „bei uns findet keine künstlerische Selbstzensur statt“.

Die unterschiedlichen Ausdrucksweisen der ausgestellten Arbeiten, die sich in ihren Motiven aus dem Alltagsleben der Vereinsmitglieder speisen und dabei nicht vor verstörenden Kompositionen zurückschrecken, wie zum Beispiel Scheurs großformatiges Selbstportrait mit Plastikfolie, sollen die ästhetischen Eigenheiten der 19 Künstlerinnen und Künstler ohne Primat des nur Schönen zeigen. So präsentiert unter anderem der für seine großformatigen Fisch- und Muschelskuplturen aus Granit an der Borbyer Promenade bekannte Eckernförder Bildhauer Josef Burgund eine Mini-Installation aus Stein und Metall mit dem Titel „Kraftwerk“. Christina Röthlin aus Söby zeigt dagegen fein gearbeitete weibliche Aktzeichnungen in Kohle.

Die Vernissage bei Sekt und Knabbergebäck wurde von klassischer Gitarrenmusik durch Mac Kähler und Poetryslam aus der Feder von Harald Röthlin abgerundet.

> Die Ausstellung ist bis 27. August immer sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen – und in der Eckernförder Galerie- und Ateliernacht am 12. August von 20 bis 24 Uhr.


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