Ute Dirks (Verdi): : „Wir hoffen, dass der Streik nicht zu lange dauert“

Ute Dirks arbeitet seit 1992 als Gewerkschaftsfunktionärin. Die verheiratete Mutter zweier Kinder ist Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Schleswig-Holstein Nordost.
Ute Dirks arbeitet seit 1992 als Gewerkschaftsfunktionärin. Die verheiratete Mutter zweier Kinder ist Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Schleswig-Holstein Nordost.

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08. Mai 2015, 06:30 Uhr

Eckernförde | Die Anforderungen an die sozialen und erzieherischen Berufen werden immer höher, sagte Verdi-Geschäftsführerin für den Nordosten des Landes, Ute Dirks. Die Ansprüche der Beschäftigten auf eine höhere Eingruppierung und damit verbunden auch eine höhere Wertschätzung sind für sie in jeder Form berechtigt. Am Ende sollen es rund zehn Prozent mehr Gehalt für eine zunehmend wichtigere Aufgabe sein, die die Erzieherinnen im Dienste der Gesellschaft leisten. „Wir hoffen auf eine Honorierung durch die Arbeitgeber. Die Erzieherinnen sind enttäuscht, dass es nach fünf Runden immer noch kein Angebot gibt“, sagt Ute Dirks. Die Beschäftigten selbst würden bedauern, dass es zum Streik kommen musste, weil sie um die Nöte der Eltern wissen, „aber wenn sich nichts bewegt, ist es unser letztes Mittel“, wirbt die zweifache Mutter um Verständnis bei den Eltern. Die Erzieherinnen hätten die Eltern seit Tagen informiert, um böse Überraschungen zu vermeiden. Ziel des Streiks sei es auch, die Bürgermeister der Kommunen dazu zu bewegen, in ihren Verbänden für ein Umdenken zu sorgen. „Wir hoffen, das der Streik nicht zu lange dauert“, sagt die Verdi-Geschäftsführerin.

Für heute um 10.30 Uhr hat sie eine Demonstration der Erzieherinnen von der Schiffbrücke bis zum Rathausmarkt angekündigt. Dort sind eine Kundgebung und Aktionen geplant.

Angestellte einer städtischen Kita haben unserer Zeitung berichtet, dass die meisten Eltern die erste Streikwoche mit dem Brückentag nach Himmelfahrt überbrücken könnten, aber in der möglichen zweiten Streikwoche Probleme bekämen, was vor allem für die berufstätigen Eltern gelte. Es gebe zwar auchHärtefälle, aber „es ist erstaunlich, wie gut vernetzt die Eltern sind und sich in der Betreuung ihrer Kinder abwechseln“, hieß es.

Von den Erzieher(innen)gehältern, die teilweise in der Berichterstattung über den Kita-Streik genannt werden, können sie nur den Kopf schütteln. „Das hätten wir gerne!“ Eine langjährig tätige Erzieherin in Teilzeit (24 Stunden) gab preis, wieviel sie wirklich verdient: 2000 Euro brutto bei Lohnsteuerklasse 5 macht unter dem Strich 1100 Euro netto – weit entfernt von den veröffentlichten Erzieher(innen)einkommen, die sich allerdings auf Vollzeitstellen beziehen, die nur die wenigsten Erzieher(innen) in Anspruch nehmen. Als ungerecht empfinden die Eckernförder Erzieherinnen auch, dass Erzieher(innen) während ihrer fünfjährigen Ausbildung keine Vergütung erhalten.

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